missio-Präsident bloggt von Syrien-Konferenz aus Beirut

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer bloggt direkt aus Beirut. Dort findet momentan die “Internationale Konferenz zur Situation der Christen in Syrien” statt, die missio Aachen organisiert.

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer (Foto: missio)

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer (Foto: missio)

100.000 Tote, 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge, 2 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern, 7 Millionen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, 3 Millionen zerstörte Häuser, 90% der Industrieanlagen zerstört oder außer Betrieb, mehr als ein Drittel der Krankenhäuser geschlossen, 70% Arbeitslosigkeit – so düster ist das Bild im kriegsgeschüttelten Syrien.

Heute haben wir uns mit missio-Partnern aus Syrien einen Überblick verschafft über das ganze Ausmaß der humanitären Katastrophe. Und dazu die Gewalt von Islamisten gegen alle Andersdenkenden. „Die Christen sind zwischen Hammer und Amboss,“ klagt Schwester Marie Claude Naddaf von den Schwestern vom Guten Hirten, als sie vom Engagement ihrer Kongregationen für Frauen und Kinder in Not berichtet. „Wir stehen an ihrer Seite und leiden mit,“ aber die Schwestern helfen auch tatkräftig – hier kommt missio-Hilfe bei den Menschen an.

„Die Notleidenden haben keine Adresse“ berichtet Pascal Katib von der Caritas Syrien. „Wir finden sie heute im Park, morgen woanders.“ Es ist nicht leicht, unter diesen Bedingungen Nothilfe zu leisten und dennoch wird das Menschenmögliche getan.

Hoffnung gab der Bericht von Elsy Wakil vom Verband der christlichen Studenten im Nahen Osten. Jugendliche aus Syrien haben sich im Juni im benachbarten Libanon getroffen und Ideen entwickelt, wie sie ihrem Land dienen können. „Wir wollen Brückenbauer des Friedens sein und brauchen dafür eine Ausbildung.“ Konfliktlösungsseminare würden sie gern besuchen, um im Alltag eingreifen zu können, damit sich der bewaffnete Kampf der Kriegsparteien nicht fortsetzt bei den einfachen Menschen und Nachbarschaften zerstört.

Erziehung zur verantwortlichen Freiheit – davon träumt P. Nawras Sammour von den Jesuiten. Nur so können ein friedliches und demokratisches Syrien nach dem Krieg aufgebaut werden. Bisher ein Traum, den alle Konferenzteilnehmer haben.

Morgen geht es um das konkrete Engagement missios in der Region. Gemeinsam mit den Partnern wollen wir Strategien entwickeln. Wir sind alle sehr gespannt, was wir erreichen werden.

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