Bischof berichtet: Über 30 Tote bei Anschlag auf Kirche in Nordnigeria

Der Bischof der Diözese Yola im Norden Nigerias:  Stephen Dami Mamza. Foto: missio/B. Tiburzy

Der Bischof der Diözese Yola im Norden Nigerias: Stephen Dami Mamza. Foto: missio/B. Tiburzy

Bewaffnete Boko Haram-Kämpfer haben am Sonntag, dem 24. Januar 2014, im Norden Nigerias eine katholische Kirche in Chakawa (Madagali Local Government/Bundesstaat Adamawa) angegriffen. Der Bischof von Yola, Stephen Dami Mamza, berichtet, was passiert ist und kritisiert die nigerianische Politik. Die Bundesstaaten Andamawa, Borno und Yobe stehen seit Mai 2013 unter Ausnahmezustand. Jedoch hatte der nigerianische Präsident, Goodluck Jonathan, keinen vollständigen militärischen Ausnahmezustand angeordnet. Die drei betreffenden Gouverneure der Bundesstaaten hatte er im Amt belassen. Hier der Bericht von Bischof Stephen, den er an missio sendete: 

Eine Militärpatrouille im Norden Nigerias. Foto: missio/B. Tiburzy

Eine Militärpatrouille im Norden Nigerias. Foto: missio/B. Tiburzy

Der Angriff fand am Sonntag während eines Gottesdienstes statt, den ein Katechist leitete. Die bewaffneten Täter überraschten die Gottesdienstbesucher, riegelten die Kirche ab und ermordeten viele Kirchgänger. Diejenigen, die durch das Fenster zu fliehen versuchten, erschossen sie. Der zuständige Priester beerdigte zwischen Sonntag und Montag 31 Katholiken. Auch Angehörige anderer Religionen wurden in ihren Häusern ermordet, darunter auch Anhänger von traditionellen Religionen. Die genauen Zahlen liegen mir nicht vor.

Das Militär im Norden Nigerias kämpft gegen die Attentäter von Boko Haram. missio/B. Tiburzy

Das Militär im Norden Nigerias kämpft gegen die Attentäter von Boko Haram. missio/B. Tiburzy

Es gibt keinen Zweifel, dass der Ausnahmezustand die Aktivitäten von Boko Haram stark eingeschränkt hat. Ohne den Ausnahmezustand wären die Christen in einigen Regionen im Bundesstaat Borno und Teilen des Bundesstaates Andamawa völlig ausgelöscht worden. Ich denke aber, dass der vollständige Ausnahmezustand unter militärischer Leitung im Bundesstaat Borno die beste Lösung wäre – denn unsere Politiker spielen mit Menschenleben, um ihre politischen Interessen durchzusetzen. Die Mordanschläge kümmern sie nicht besonders. Sie sind viel mehr mit ihren politischen Aktivitäten im Hinblick auf die nationalen Wahlen im nächsten Jahr beschäftig. Bitte betet für uns!

Hinterlasse eine Antwort