Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in Pakistan fordert Regierung auf, verfolgte Christen besser zu schützen

Von S. Sheeky

Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

In Faisalbad fordern Demonstranten nach den Anschläge von Lahore an Ostersonntag die pakistanische Regierung auf, einen Aktionsplan gegen Hass und Intoleranz zu entwickeln. Foto: missio / S. Sheeky

In Faisalbad fordern Demonstranten nach den Anschläge von Lahore an Ostersonntag die pakistanische Regierung auf, einen Aktionsplan gegen Hass und Intoleranz zu entwickeln. Foto: missio / S. Sheeky

Erneut war die Stadt Lahore dem scharfen und tragischen Ausbruch extremistischer Kräfte bei einem tödlichen und brutalen Anschlag auf unschuldige Familien ausgesetzt, die den Freizeitpark besuchten, um den Frühling und das Osterfest zu feiern. Einige Tage zuvor hatte die Regierung eine Initiative aufgegriffen, das indische hinduistische Frühlingsfest Holi sowie das christliche Osterfest als Feiertage zu verkünden. Während sich die nichtmuslimische Gemeinschaft Pakistans über die Bemühungen der Regierung am 27. März 2016, dem Ostersonntag, freuten und diese begrüßten, tötete die Bombe eines Selbstmordattentäters im Gulshan-i-Iqbal-Park mehr als 70 Menschen und hinterließ über 300 Verletzte. Die Splittergruppe Jamaat-ul-Ahrar“ der Bewegung der pakistanischen Taliban (Tehreek-i-Taliban) übernahm die Verantwortung für die Detonation und erklärte, dass sie es bewusst auf die christliche Gemeinschaft an Ostern abgezielt hatte. Die Nationale Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, eine Einrichtung der Pakistanischen Katholischen Bischofskonferenz, verurteilt aufs Schärfste den tragischen Anschlag auf unschuldige Menschen in einem öffentlichen Park.
Msgr. Bischof Joseph Arshad, der Vorsitzende der NCJP, und Fr. Emmanuel Yousaf (Mani), der nationale Direktor der NCJP, sagten in einer gemeinsamen Erklärung, dass das Töten von unschuldigen Menschen, insbesondere von Frauen und Kindern, im Namen der Religion nicht hinnehmbar sei. Obwohl Christen das Ziel gewesen seien, sind dennoch so viele unserer muslimischen Brüder, Schwestern, Kinder und Familien, die aufgrund des sonntäglichen Feiertages ebenfalls den Park besucht hatten, diesem brutalen Angriff zum Opfer gefallen. Wir beten für alle Opfer dieses Anschlags, denn alle waren Pakistanis. Obwohl der Premierminister Pakistans und der Armeechef den Angriff scharf verurteilten, rief die Kommission die Regierung dazu auf, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und ihre Maßnahmen zum Schutz aller Bürger einschließlich der Minderheiten und gefährdeter Gemeinschaften zu verschärfen.

Sie erklärte weiter, dass sich die Regierung bei ihren Bemühungen um die extremistischen Elemente mit militärischen Einsätzen darüber hinaus auch mit den Ursachen dieser Intoleranz befassen müsse. Sie müsse eine groß angelegte Kampagne führen, um derartige Elemente zu beseitigen, die in der Provinz Punjab und anderen Landesteilen weitverbreitet und tätig sind, und die die Autorität des Staates eklatant herausfordern.

Bischof Arshad und Fr. Yousaf stellten weiter fest, dass die Unsicherheit des Lebens in Pakistan immer offensichtlicher wird. Daher beten wir zu unserem Herrn Jesus Christus, dass Er uns als Nation Weisheit, Toleranz und Frieden schenken möge. Möge Gott den Familien der Opfer Kraft geben, um den Verlust ihrer Angehörigen zu ertragen.

„Die Regierung muss ein parlamentarisches Aufsichtsgremium bilden, um die Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus der Bundes-und Provinzregierungen zu überwachen und zu überprüfen sowie ihm unterstellte Behörden, um die Durchführung gemäß dem Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen den Terrorismus weiter zu verbessern. Die Regierung sollte konkrete Schritte unternehmen und eine angemessene Strategie gegen den Terrorismus ergreifen und die Gesinnung jener verändern, die im ganzen Land Terror und Tod säen. Die Regierung muss ihre Politik neu definieren und echte Anstrengungen unternehmen, um zu gewährleisten, damit sich solche erbarmungslosen Akte gegen Minderheitengruppen nicht wiederholen und die Verfolgung religiöser Minderheiten gestoppt wird, indem die Täter zur Rechenschaft gezogen werden“, forderte Fr. Khalid Rshid Asi, als er eine Rede an die Teilnehmer einer Mahnwache mit Kerzen in Faisalabad hielt.

„Die Art und Weise, wie die Terroristen zuschlagen, beweist, dass ihre Willenskraft nicht gebrochen ist, was im Widerspruch zu den Aussagen der Bundesregierung steht. Die einzige Möglichkeit, um den Terrorismus zu beenden, besteht darin, dass terroristische Netzwerk der Sympathisanten, der Schläferzellen, der logistischen Unterstützer und Planer niederzureißen und es zu enthaupten. Die Regierung und die Exekutivbehörden haben dabei versagt, ihre Pflichten wirksam zu erfüllen, denn der Anschlag hätte verhindert werden können, wenn narrensichere Sicherheitsvorkehrungen platziert worden wären, und Kämpfer früherer Terrorakte schleunigst vor Gericht gebracht worden wären“, sagte ein Mitglied der Frauenrechtskommission von Punjab (PCSW), Shazia George, eine christliche Aktivistin.

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