Und sie drehte sich zu ihm um…

Das Leben kehrt wieder zurück nach Qaraqosh.

Das Leben kehrt wieder zurück nach Qaraqosh.

John 20: 14-16 erzählt uns, wie Maria zum Grab ging, um den Körper ihres Sohnes zu sehen. Während ihrer Suche, dreht sie sich um, erkennt aber nicht den Herrn. Also sucht sie weiter. Als er ihren Namen spricht, dreht sie sich erneut um, und sie wusste, dass es der Herr war, der zu ihr sprach.

Maria macht sich Sorgen. Sie fühlt, dass der Herr nicht an ihrer Seite ist. An diesem Punkt, suchen wir ­– wie Maria – nach Gottes Angesicht, sind perplex und drehen uns ständig im Kreis. Wir stellen uns selbst und alles was wir tun in Frage. Wer handelt auf die richtige Art und Weise? Diejenigen, die zurück in die Nineveh-Ebene zurückkehren? Oder diejenigen, die im Exil bleiben? Oder diejenigen, die das Land verließen?

Menschen, die in der Zukunft zurückkehren werden, sehen die Zukunft darin, ihre Kinder zur Schule gehen zu sehen. Für sie ist Zukunft ihre Stadt wieder aufzubauen. Zukunft bedeutet für sie, dass ihre Straßen gesäubert und wieder repariert werden. Und trotzdem gibt es so viel mehr, was noch gemacht werden muss. Menschen, die hart arbeiten wollen und Hoffnung für die Zukunft haben, gibt es viel, aber etwas bremst sie bei ihrer Reise aus. Tief im Inneren fragen sich die Menschen: Wie lange wird die Zeit der Ruhe andauern? Jeden Morgen beginnen wir einen neuen Tag, aber am Ende desgleichen Tages fragen wir uns, ob das, was wir getan haben, überhaupt Sinn macht, weil unsere Leben von den Terroristen bedroht werden. Die Position unserer schwachen Regierung und der Mangel an ernsten Handlungen dem gegenüber, was gerade in der Nineveh-Ebene passiert – und im ganzen Land – lässt die Menschen darüber nachdenken, ob sie in den Irak zurückkehren oder dort bleiben sollen. Diesmal macht die Regierung sehr viele Versprechen, aber wir erkennen, dass dies womöglich an den bevorstehenden Wahlen im Mai 2018 liegt.

Diejenigen, die zurückgekehrt sind, sehen immer noch die Ruinen, die die ISIS hinterlassen hat. Die Menschen hören immer noch das Geräusch der Minen und Bomben (wie in Qaraqosh und Bashiqa). Aber sie leben weiter. Während dieser Reise wissen wir, dass der Herr an unserer Seite ist, auch wenn der Krieg die Sicht trügt. Vielleicht müssen wir verstehen, dass der Herr nach uns ruft und uns zeigen will, dass es vielleicht einen neuen Sinn im Leben gibt, dass wir alle Widersprüche in der Realität annehmen sollen und weitermachen sollen, in Vertrauen darauf – und in denn Herrn –, dass das, was wir tun, eine höhere Bedeutung hat.

Als eine Gemeinschaft teilen wir mit unserem Volk die Freude ein neues Leben zu beginnen und zurückzukehren. Aber wir teilen auch die Sorgen von morgen. Sowohl unsere Arbeit an der Grundschule und den zwei Kindergärten, die wir in Qaraqosh und Telusquf haben, als auch die pastorale Arbeit mit den lokalen Priestern, hilft uns dabei den richtigen Weg auf der Suche nach dem Herrn zu finden. Diejenigen, die zurückgekehrt sind, für sie hat das geographische Exil geendet, aber jeder weiß, dass wir zu Gott zurückkehren werden. Viele Menschen waren für einige Jahre entwurzelt. Durch diese Entwurzelung haben sie sich von ihren Traditionen, Kirchen und sich selbst entfernt.

Diejenigen, die nicht in die Nineveh-Ebene zurückgekehrt sind, für sie arbeiten wir in der Schule und in den beiden Kindergärten. Es ist unsicher, was sie nächstes Jahr machen werden, denn wir haben gehört, dass die Schulen, die der Zentralregierung von Kurdistan gehören, geschlossen werden sollen.

Inmitten von alldem, sehen wir die Hand unseres auferstandenen Herrn, der durch alle Menschen mit guten Intentionen und die Hilfsorganisationen lebt, die uns nicht nur beim Wiederaufbau geholfen haben, sondern auch in den Ministerien eine großartige Unterstützung geleistet haben, wirkt. Möge Gott all ihre Bemühungen segnen. Wisse, dass das, was du tust, in erster Linie Menschen helfen soll.

Wir glauben daran, dass wir eines Tages, die Stimme Gottes erkennen werden und uns zu ihm umdrehen werden, sodass wir zurück zu unserer Gemeinschaft zurückkehren können, um kundzutun, dass wir den Herrn gesehen haben.

 

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