Archiv für Erhard Brunn

Wie aus Feinden Freunde wurden (Teil 2): Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye aus Nigeria

Ein Zeichen des Friedens setzen mit ihrer Arbeit auch Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye aus Nigeria. Sie erhielten dafür den Hessischen Friedenspreis. (Foto: missio)

Ein Zeichen des Friedens setzen mit ihrer Arbeit auch Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye aus Nigeria. Sie erhielten  den Hessischen Friedenspreis. (Foto: missio)

Von Erhard Brunn

Erhard Brunn, Berater für Interkulturelle Kooperationen, ließ sich von den Trägern des Hessischen Friedenspreises, Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye, ihre Geschichte der Versöhnung erzählen.

TEIL 2

Ihr Einsatz für ein religionales Dialogabkommen

Mit der Durchsetzung der Kaduna-Erklärung gelang ihnen erstmals spektakulär die Durchsetzung eines regionalen Dialogabkommens zur Beendigung eines regionalen Konfliktes mit religiösem Bezug. In einer großen öffentlichen Feier verpflichteten sich christliche und muslimische Führer, unterstützt von der Lokalverwaltung, fortan auch er Beachtung deeskalierender Regeln. Dies sollte der Region fast 10 Jahre Stabilität bringen, wurde aber in Bezug auf die Einbeziehung von Frauen und Jugendlichen kaum umgesetzt.  In der Folgezeit bauten sie in ihrem Peace Centre zusehends Teams aus, die in ihrem Sinne in Konflikte eingreifen konnten. Hatten sie anfangs ihre Wende fast verheimlicht, brachte sie die größere Öffentlichkeit für ihren Dialog unter starken Druck des jeweils eigenen Lagers. Viele hielten sie für Feiglinge und Verräter, aber eigentlich immer weniger. Viele Gegner ihrer Bemühungen der frühen Jahre seien heute selbst dabei.

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Wie aus Feinden Freunde wurden (Teil 1): Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye aus Nigeria

Von Erhard Brunn

Viel wird in den letzten Jahren über scheinbar interreligiöse vor allem christlich-muslimische Konflikte geschrieben, z.B. in Nigeria. Für ihr Engagement diese Konflikte einzuschränken haben Imam Dr. Muhammad Ashafa und Pastor Dr. James Wuye am 30. Oktober im hessischen Landtag den Hessischen Friedenspreis erhalten.

E. Brunn sprach mit ihnen über ihre anfänglich jahrelange tödliche Feindschaft, die spätere Einsicht in eine gemeinsame Mission zu gehen, die Dialogerfolge der Folgejahre und ihre aktuellen wie zukünftigen Projekte.

TEIL 1:

Imam Muhammad Ashafa (Foto: E.Brunn)

Imam Muhammad Ashafa (Foto: E.Brunn)

Wenn sie an die ersten Jahre des Wissens voneinander sprechen, scheint es noch alles sehr präsent, also würden sie noch heute über diese wundersame Geschichte staunen, die ihnen nicht nur passiert ist, nein, in der sie die Hauptdarsteller sind. Wuye spricht darüber, dass sich in der Provinzhauptstadt Kaduna, im Norden von Nigeria, in den späten 70er Jahren viele Christen Übergriffen muslimischer Radikaler hilflos ausgesetzt fühlten. Es seien dann junge Christen wie er gewesen, die es ohne Absprache mit den Kirchenleitungen ab Mitte der 80er Jahre in die Hand nahmen, für mehr Sicherheit für die Christen zu sorgen. Ja, sie hätten ihre Verteidigung in die eigenen Hände nehmen müssen, da die Polizei nicht helfen konnte oder wollte. Sie hätten nicht angegriffen, aber es sei  immer wieder zu handfesten Zusammenstößen mit radikalen Muslimen gekommen. Er verlor dabei eine Hand.

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Christliches Engagement bei ägyptischen Umwälzungen 2011 zu wenig wahrgenommen

Erhard Brunn, Berater für Interkulturelle Kooperationen, beteiligt am Aufbau des Blogs "Bedrängte Christen". (Foto: privat)

Erhard Brunn, Berater für Interkulturelle Kooperationen, beteiligt am Aufbau des Blogs “Bedrängte Christen”. (Foto: privat)

„Es ist schade und für uns sehr bedauerlich,“ sagte mir Pfarrer David Gabra Ende Februar in Hurghada, „dass der Anteil der evangelischen Kirche Ägyptens an der revolutionären Umwälzung in Ägypten so wenig bekannt ist“. Auch die amerikanischen oder europäischen Medien hätten, so der evangelische Ortspfarrer und gleichzeitig Beauftragte für Internationale Beziehungen seiner Kirche, dies kaum wahrgenommen, berichtet und somit dem Bild der Umwälzungen zugeführt. „Dabei haben wir als Gemeinde hier in der Stadt sogar gemeinsame Veranstaltungen mit muslimischen Institutionen durchgeführt, um unseren gemeinsamen Wunsch nach demokratischen Veränderungen zu dokumentieren. Erst recht ist es bedauerlich, wie wenig dies bezogen auf gemeinsame Manifestationen der Jugend auf dem Tahrir-Platz berichtet wurde.“

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