Archiv für Johannes Seibel

Die Märtyrer – Gedanken von Pater Jacques Mourad

Heute am 26. Dezember feiert die katholische Kirche den Tag der Märtyrer, den Festtag des Heiligen Stephanus. Der syrisch-katholische Priester Jacques Mourad war fünf Monate Gefangener des sogenannten “Islamischen Staates”. Er konnte fliehen. Hier schreibt er für missio, wie er christliches Martyrium versteht.

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

 Papst Franziskus hat von den „unbekannten Märtyrern“ gesprochen, die in den Zeiten der Kriege starben. Heute schickt unsere Erde viele Märtyrer in den Himmel. Für mich sind alle Opfer des Krieges Märtyrer, wenn wir die Formulierung seiner Heiligkeit im weitesten Sinne verstehen: Nicht nur, dass Christen Märtyrer sind, sondern auch, dass es nicht getaufte Märtyrer gibt.

Das Bild der Märtyrer nach der Apokalypse stellt uns Abertausende Märtyrer vor. Die Geschichte der Christen erzählt uns von Abertausenden von Märtyrern, die sich aus Liebe zu Christus hingaben, der uns durch seinen Tod und durch seine Auferstehung erlöst hat. Sie folgten dem Beispiel Jesu, der uns lehrt, dass der Tod nicht mehr das Böse darstellt – er ist der Weg zum Frieden und zur Wahrheit. Die Apostel sind diesen Weg gefolgt, und bis zum heutigen Tag haben die Christen dies verstanden und sie folgen ihm.

Märtyrer zu werden, macht einen wesentlichen Teil unseres Glaubens und unserer Geschichte als Christen aus

Der Platz der Märtyrer hat in der Erfahrung der Geschichte des Christentums stets eine zentrale Bedeutung eingenommen. Seit dem Jahr 211 hat die christliche Gemeinschaft damit begonnen, den Todestag der christlichen Märtyrer zu datieren – etwas später fingen sie damit an, über den Gräbern der Märtyrer Kirchen zu errichten, wohin sie ihre Reliquien in den Altar legen sowie einen Raum weihen, um dort ihre Gebeine abzulegen, damit die Gläubigen die Möglichkeit haben, sich segnen zu lassen.

Märtyrer zu werden, macht einen wesentlichen Teil unseres Glaubens und unserer Geschichte aus. Solange es Verfolgungen und Kriege gibt, ist es daher ganz normal, dass es Märtyrer gibt und immer welche geben wird.

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Report on the current situation of religious freedom in Pakistan

December 2017: Report on the current situation of religious freedom in Pakistan

In Faisalbad fordern Demonstranten nach den Anschläge von Lahore an Ostersonntag die pakistanische Regierung auf, einen Aktionsplan gegen Hass und Intoleranz zu entwickeln. Foto: missio / S. Sheeky

In Faisalbad fordern Demonstranten nach den Anschläge von Lahore an Ostersonntag die pakistanische Regierung auf, einen Aktionsplan gegen Hass und Intoleranz zu entwickeln. Foto: missio / S. Sheeky

The ancestors of most Pakistani Christians were oppressed, low-caste Hindus who converted to Christianity in the 1800s when European evangelists spread the Christian gospel on the subcontinent under British colonial rule. Pakistan was come into being in the name of Islam after Muslims of the Indian subcontinent called for a separate homeland. Although Muhammad Ali Jinnah, the nation’s founder, addressing the Constituent Assembly stated that citizens may belong to any religion as it has nothing to do with the business of the state, a resolution proclaiming that the future constitution of Pakistan would be modeled on the ideology and principles of Islam was kept as a preamble of the Constitution. In 1985, when it was made an integral part of the text, Pakistan became an Islamic republic, and the Council of Islamic Ideology and the Shariah (Islamic) court were established.

Currently, Pakistani Christians face discrimination from the law of the land as well as threats of violence in a country where 97 percent of the population is Muslim. Pakistan is the 3rd most populous Muslim country and Islam is the official religion of Pakistan. The total number of Christians in Pakistan was estimated at 2.5 million in 2005, or 1.6% of the population.

Societal Attitudes towards Christians

The Christians generally have good relations with other religious minorities and some liberal Muslims” but overall attitudes are overwhelmingly negative. Many Pakistanis citizens consider local Christians to be “Western” agents and believe that they act on behalf of “the West” to promote a “foreign agenda” According to the report of Jinnah institute from 2012-2015 at least 351 incidents of violence were carried out against minorities. Report also stated that Pakistani Christians faced intense and persistent threats, harassment and acts of violence during the reporting period from January 2012 to June 2015. Over 40 attacks of varying intensity targeted the Christian community, seven churches were damaged and 14 Christians were charged with blasphemy. Sexual assault cases; forced conversions and kidnapping were common and often went unchecked by the state.

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missio und koptische Kirche in Ägypten zu Anschlag auf Moschee

Wir als katholisches Hilfswerk missio Aachen verurteilen gemeinsam mit der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten den Anschlag auf eine Moschee auf dem ägyptischen Sinai mit mehr als 230 Toten.

War im Oktober 2013 Gast bei missio Aachen gewesen: Patriarch Ibrahim Isaac Sedrak (mitte); rechts missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer, links missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg. Foto: missio

War im Oktober 2013 Gast bei missio Aachen gewesen: Patriarch Ibrahim Isaac Sedrak (mitte); rechts missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer, links missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg. Foto: missio

„Wir hoffen, dass die Opfer als Märtyrer Barmherzigkeit vor Gott finden und die Verletzten rasch genesen”, so der koptisch-katholische Patriarch von Ägypten, Ibrahim Sedrak, in einer Stellungnahme, die missio vorliegt. Patriarch Ibrahim war 2013 Gast der missio-Kampagne zum Weltmissionssonntag gewesen. „Der Staat und alle Ägypter müssen sich mit extremistischen Ideologien auseinandersetzen und eine Strategie entwickeln, wie die Ursachen des Terrorismus beseitigt werden können“, sagt Patriarch Ibrahim weiter. „Terror kann niemals mit Religion legitimiert werden”, so Patriarch Ibrahim.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass fundamentalistische Gewalttäter die Religionen gegeneinander ausspielen

“Wir trauern mit Patriarch Ibrahim und allen Ägyptern um die Opfer des Anschlags auf eine Moschee, in der gläubige Muslime einfach nur beten wollten”, erklärt Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen. Der Terror treffe in Ägypten wahllos Muslime und Christen. Zuletzt waren im Mai rund 30 Menschen bei einem Anschlag auf eine koptische Kirche gestorben. “Deshalb ist es richtig, dass die koptisch-katholische Kirche den interreligiösen Dialog vorantreibt und gemeinsam mit der Mehrheit der Muslime für eine zivilgesellschaftliche Befriedung Ägyptens arbeitet. Das unterstützt missio”, so Prälat Krämer weiter. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass fundamentalistische Gewalttäter die Religionen gegeneinander ausspielen, das führt uns dieser Anschlag wieder deutlich vor Augen”, betont Prälat Krämer.

Bundesregierung muss sich vor Modi-Besuch für verfolgte Christen in Indien einsetzen

Unterstützen Sie unsere Kampagne und unterzeichnen Sie die Petition!

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Die Bundesregierung muss die Gefährdung der Religionsfreiheit in Indien beim heutigen Besuch von Premierminister Narendra Modi offen ansprechen. Das fordert Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen. „Die christlichen und muslimischen Minderheiten sind besonders durch die Ideologie des Hindu-Nationalismus, dem Druck zur Zwangskonversion zum Hinduismus und mangelnden Schutz der Behörden gegen lokale Gewalttaten bedroht“, sagte Prälat Krämer.

Die christlichen und muslimischen Minderheiten sind besonders durch die Ideologie des Hindu-Nationalismus, dem Druck zur Zwangskonversion zum Hinduismus und mangelnden Schutz der Behörden gegen lokale Gewalttaten bedroht

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Karfreitag und Ostersonntag: Das Martyrium durchbricht die Logik der Gewalt

Von Professor Harald Suermann

Direktor Missionswissenschaftliches Institut missio in Aachen

Karfreitag MartyriumDer Weg zur Auferstehung führt durch Leid und Kreuz. Das Leiden des Messias war kein ohnmächtiges Leiden. Der Menschensohn hätte die Macht gehabt, sich dem Leiden zu entziehen. Es ist nicht seine Ohnmacht gewesen, die zum Leid geführt hat, sondern die Weigerung, der Logik der Gewalt zu folgen. Vor dem Hohepriester provozierte man ihn, damit er seine Macht ausspiele. Er sollte weissagen, wer ihm ins Gesicht geschlagen habe. So sollte er seine Allwissenheit offenbaren. Auch als er seinen Jünger im Garten Gethsemane aufforderte, das Schwert wieder weg zu stecken, sagte er der Logik der Gewalt ab. Und als einer der gekreuzigten Räuber ihn aufforderte, doch vom Kreuz zu steigen, wenn er der Messias sei und die Macht habe, folgte er nicht dieser Logik der Gewalt.

Was tun verfolgte Christen, die in ihrer Heimat bleiben: Wie ein Prophet folgen sie der Logik der Liebe in Situationen der Gewalt, um große Zeichen der Versöhnung und des Friedens zu setzen.

Die Weigerung, Macht auszuüben, ist kein Zeichen der Ohnmacht, sondern der bewusste Vorgriff auf die Möglichkeit und die Notwendigkeit eines anderen Zusammenlebens aus der Logik der Liebe.
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missio ruft zum Friedensgebet für Syrien auf

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Syrien ruft das Internationale Katholische Missionswerk missio die Christen und alle Menschen guten Willens in Deutschland gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Priester Jacques Mourad zum Friedensgebet für Syrien auf. Dazu stellt das Hilfswerk eine Gebets-Vorlage zur Verfügung, die für Andachten, Impulse und andere Gebetsformen von Pfarrgemeinden, Schulen und anderen Interessierten genutzt werden kann. Gebets-Vorlage für den Frieden in Syrien, das Friedensgebet von Jacques Mourad und Ermutigungskarten für den missio-Partner können hier heruntergeladen werden.

Pater Jacques Mourad spricht Gebets-Video ein

Gleichzeitig hat Pater Jacques Mourad ein Friedensgebet für missio geschrieben, das er als Video für missio eingelesen hat. Sie können es hier ansehen. Pater Jacques Mourad widmet sein Leben dem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Er arbeitete in der Gemeinschaft Mar Musa in Syrien. Das provozierte die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ so sehr, dass sie ihn gemeinsam mit rund 250 weiteren Menschen entführte. Nach fünf Monaten konnte er im Oktober 2015 fliehen. Jetzt arbeitet er ungebrochen weiter für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Derzeit lebt er im Irak.

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Boko Harams Spaltung sehr gefährlich für verfolgte Christen

Von Fr. Maurice Kwairanga (katholische Diözese Yola, Nigeria)

Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

Fr. Maurice Kwairanga. Foto: Privat

Fr. Maurice Kwairanga. Foto: Privat

Innerhalb der terroristischen Gruppe Boko Haram haben sich zwei erbittert rivalisierende Blöcke herauskristallisiert.Die ursprüngliche Gruppierung war unter der Leitung von Sheik Abubakar Shekau bekannt, während die andere Gruppe von Abu Musab al-Barnawi – ein kürzlich vom sogenannten “Islamischen Staat” Beauftragter – angeführt wird. Sie wollen den Konflikt eskalieren.

Am Dienstag, den 13. September 2016, veröffentlichte ein Anführer einer Untergruppe der islamistischen Sekte Boko Haram ein neues Video auf YouTube, in dem gezeigt wurde, wie Terroristen in großer Anzahl (möglicherweise mit Photoshop nachbearbeitet) während des Festes des Fastenbrechens ihre Gebete verrichten. Diese von Abubakar Shekau angeführten Kämpfer zeigten Anhänger an drei voneinander unabhängigen Gebetsorten, obwohl er selbst in dem Video nicht auftrat. In dem Video brüstete man sich damit, ungeachtet der erheblichen Schwächung, die man durch die militärischen Interventionen in der Region erlitten hat, noch immer eine starke Macht zu sein.

Das YouTube-Video drohte Präsident Muhammadu Buhari und allen anderen, die als Ungläubige betrachtet werden, die totale Vernichtung an. Sie wollen den Präsidenten gefangennehmen

Das YouTube-Video drohte Präsident Muhammadu Buhari und allen anderen, die als Ungläubige betrachtet werden, die totale Vernichtung an. Es widerlege die Behauptung, dass die anhaltenden Militäreinsätze in den Regionen, die bis vor kurzem unter ihrer Kontrolle gewesen waren, ihre Stärke geschwächt hätten. Der Aussage des Videos zufolge werden sich ihre militärischen Fähigkeiten bei der Gefangennahme von Präsident Muhammadu Buhari und allen Ungläubigen noch unter Beweis stellen. Mehr lesen