Tag-Archiv für Deutschland

Bundestag fordert von Regierung Bericht zur Religionsfreiheit – Erzbischof Schick: Wichtiges Instrument

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), begrüßt den Beschluss des Deutschen Bundestages, die Bundesregierung zur Erstellung eines Berichts zur weltweiten Lage der Religions- und Glaubensfreiheit zu verpflichten.
„Ein solcher Bericht ist ein wichtiges Instrument, um systematisch die weltweiten und zunehmenden Verletzungen des Rechts auf Religionsfreiheit zur Sprache zu bringen“, so der Bamberger Erzbischof. „Die Freiheit der Religion ist ein fundamentales Menschenrecht. Es wird heute in vielen Teilen der Welt mit Füßen getreten. Daher bin ich den Bundestagsabgeordneten dankbar, dass sie mit ihrem einhelligen Beschluss dieses wichtige Thema in die Mitte des politischen Diskurses rücken wollen.“
Erzbischof Schick erinnert an die verzweifelte Situation von Christen im Mittleren Osten und in einigen afrikanischen Ländern: „Sie werden wegen ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt oder gar getötet. Nicht nur wir Mitchristen, die in Freiheit und Sicherheit leben, sondern auch Anders- und Nichtglaubende sind aufgefordert, vor diesen skandalösen Zuständen die Augen nicht zu verschließen. Auch insofern kommt der Bundestagsbeschluss zur rechten Zeit.“
Der Antrag, die Bundesregierung zur Erstellung eines Berichts zur weltweiten Lage der Religions- und Glaubensfreiheit zu verpflichten, wurde am 2. Juli mit den Stimmen aller Fraktionen des Bundestags beschlossen. Bis zum 30. Juni 2016 muss die Bundesregierung dem Bundestag einen solchen Bericht vorlegen. Vorbild ist der jährliche Bericht zur Religionsfreiheit des US-Außenministeriums.

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg: “Religionsfreiheit ist Menschenrecht”

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat in seiner Vollversammlung in Bonn-Bad Godesberg am 21./22. November 2014  zu weltweiter Solidarität mit bedrängten und verfolgten Christen aufgerufen. Dr. Gregor von Fürstenberg, missio-Vize-Präsident, hielt zum Thema “Religionsfreiheit ist Menschenrecht” eine Rede, die hier in voller Länge nachzulesen ist:

“Religionsfreiheit ist Menschenrecht”, sagt Papst Franziskus (Dr. Gregor von Fürstenberg)

Sehr geehrter Herr Präsident,

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg (Foto: missio).

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg (Foto: missio).

sehr geehrte Damen und Herren,

auf der letzten ZdK-Vollversammlung im Mai in Regensburg, haben wir uns gemeinsam für die Freilassung der sudanesischen Christin Miriam Ibrahim ausgesprochen. Sie war zum Tode verurteilt, wurde zwischenzeitlich frei gelassen, ist geflüchtet, wurde wieder festgenommen und ist heute nach einer langen Odyssee wieder auf freiem Fuß und lebt in den USA. Ihr Mann Daniel und die beiden Kinder sind in Sicherheit und sie selber sagt: “Die Tortur ist vorbei”. Wir begrüßen ihre Freilassung.

Herzlich danke ich Ihnen allen, für Ihr Engagement in dieser Sache.

Das dies leider kein Einzelfall ist, haben wir ganz aktuell vor 14 Tagen in der Presse gelesen: In Lahore/Pakistan, töteten mehrere Menschen ein Ehepaar, das angeblich den Koran geschändet haben soll. Die Christen Shama und Shahzad Masih lebten mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrer vierjährigen Tochter in einer winzigen Hütte. Sie waren Arbeiter in einer Ziegelbrennerei. Die wütenden Nachbarn banden die Verletzten an einen Traktor und schleiften sie durch den Ort. Dann fuhren sie zu der Ziegelfabrik und warfen die leblosen Körper in den Brennofen. Angehörige der Ermordeten berichten, die Frau sei schwanger gewesen.

Die Freilassung von Miriam im Sudan und die deutschen Presseartikel über die Morde in Pakistan zeigen, meines Erachtens, vor allem zwei Dinge:

  1. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist heute auf der internationalen Agenda angekommen.
  2. Durch die genaue Beobachtung der Weltöffentlichkeit kann es sich keine Regierung und kein Staat mehr erlauben, Menschen aus religiösen Gründen egal welcher Glaubensrichtung und Konfession, zu benachteiligen oder Schlimmeres anzutun.

Bevor wir nun in einen Aktionismus abgleiten, scheint es mir wichtig, ein paar grundsätzliche Überlegungen, zum Thema “Religionsfreiheit” anzustellen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der kritischste Punkt bei der Behandlung dieses Themas ist, meiner Meinung nach, hier bei uns in Deutschland, sich nicht in einer Ecke von Islamfeindlichkeit und Islamophobie zu bewegen oder sich von anderen in diese Ecke drängen zu lassen. Es geht nicht gegen eine andere Religion. Es geht um die Freiheit in der Religion. Dies ist mir besonders wichtig als jemand, der seit vielen Jahren im christlich-islamischem Dialog engagiert unterwegs ist.

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“Interreligiöser Dialog ist kein Exportartikel des liberalen Westens”

Gotteskrieger, Friedensstifter und die Religionsfreiheit: Auf dem Katholikentag Regensburg diskutieren (von links): Professor Heiner Bielefeld, Michael Brand, Erzbischof Ludwig Schick, Moderatorin Michaela Pilters, der pakistanische Menschenrechts-Aktivist Peter Jacob und missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. Foto: missio / C.Schnaubelt

Gotteskrieger, Friedensstifter und die Religionsfreiheit: Auf dem Katholikentag Regensburg diskutieren (von links) Professor Heiner Bielefeldt, Michael Brand, Erzbischof Ludwig Schick, Moderatorin Michaela Pilters, der pakistanische Menschenrechts-Aktivist Peter Jacob und missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. Foto: missio / C.Schnaubelt

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen, hat davor gewarnt, den interreligiösen Dialog zur Lösung von religiös aufgeladenen Konflikten in Afrika, Asien oder Ozeanien wie einen “Exportartikel des liberalen Westens” dort einführen zu wollen. Dieser Dialog müsse von den Religionsvertretern vielmehr vor Ort gewollt und von ihnen gemeinsam entwickelt werden. “Sonst werden bedrängte Christen in Minderheitensituationen zum Beispiel schnell als Agenten des Westens verdächtigt und geraten in Gefahr”, meinte Prälat Krämer am Samstagnachmittag auf dem Katholikentag in Regensburg. missio lege großen Wert darauf, seine Partner bei der Entwicklung eigener Methoden und Instrumente des interreligiösen Dialoges zu unterstützen, sich selbst dabei aber im Hintergrund zu halten. Dies sagte er auf dem Podium “Gotteskrieger, Friedensstifter und die Religionsfreiheit”, das von der ZDF-Fernsehjournalistin Michaela Pilters moderiert wurde. “Wenn Christen die Vertreter anderer Religionen miteinander ins Gespräch bringen und so an einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk mitarbeiten, das bei religiösen Konflikten vermittelt und Eskalation verhindert, dann profitiert davon die gesamte Gesellschaft und das wiederum schützt bedrängte Christen”, sagte Prälat Krämer weiter.

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missio-Newsletter Bedrängte Christen erschienen

Eine neue Ausgabe des missio-Newsletters Bedrängte Christen ist heute, Mittwoch, 26. Februar, erschienen. Er ist auf www.missio-hilft.de einzusehen.

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missio Aachen und Gemeinschaft Sant’Egidio kooperieren

santegidioDas Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen und die Gemeinschaft Sant’Egidio wollen künftig in Fragen der Religionsfreiheit enger kooperieren. Dies sagte heute, Mittwoch, 19. Februar, Professor Klaus Vellguth von missio Aachen zu Beginn der Konferenz „Religion und Gewalt“, die beide Organisationen in Rom veranstalten.  Man fühle sich mit der Gemeinschaft Sant’Egidio in der Überzeugung verbunden, dass „Dialog und die Mission der Kirche nur in einem Klima der Gewaltlosigkeit, der Religionsfreiheit und des gegenseitigen Respektes gedeihen können, und dies konkret den Menschen vor Ort weiterhilft“, so Vellguth vor dem Plenum. Der Missionswissenschaftler wies dabei darauf hin, dass die Frage, wie und ob staatliche Maßnahmen Religionsfreiheit einschränken und religiöse Minderheiten unterdrücken, eine der entscheidenden sei – denn es setze im positiven wie negativen Sinne die Maßstäbe, wie innerhalb einer Gesellschaft mit religiösen Minderheiten umgegangen werde. Zudem müsse man die tieferliegenden sozialen und ökonomischen Probleme analysieren, aufgrund derer religiöse Minderheiten oft zu Sündenböcken gemacht würden und Religion zur Legitimierung von Gewalt instrumentalisiert werde. Derzeit ließe sich das besonders in den Ländern des sogenannten Arabischen Frühlings beobachten, aber auch in der europäischen Geschichte gebe es Beispiele für diesen Mechanismus, so Vellguth.

“Die Ostkirchen sind auf die Solidarität aus Deutschland angewiesen”

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Kränmer und Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg begrüßten Kardinal Sandri im missio-Haus in Aachen. Foto: Christian Schnaubelt / missio

„Ich kann die großartige Solidarität von missio Aachen mit den Ostkirchen nur anerkennen und ermutigen, auf diesem Weg weiterzugehen.“ So hat Kardinalpräfekt Leonardo Sandri am 4. Oktober in Aachen die Arbeit des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio gewürdigt. Kardinal Sandri ist an der römischen Kurie der höchste Verantwortliche für die katholischen Ostkirchen im Nahen Osten, in Osteuropa, in Indien und in der weltweiten Diaspora. „Insbesondere die Kirchen im Irak, Ägypten und Syrien, die in jüngster Zeit besonders zu leiden haben, sind auf diese Solidarität angewiesen“, so der Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen.

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer sagte, „dass das Thema Religionsfreiheit und bedrängte Christen unsere Arbeit weiter prägen wird“. Gerade erst habe missio in Beirut eine Konferenz mit hochrangigen Kirchenvertretern und kirchlichen Mitarbeitern aus Syrien veranstaltet. „Die Situation dort ist düster, aber wir müssen helfen, materiell und mit dem Gebet“, so Prälat Krämer.

missio Aachen startet am 7. Oktober mit der „Aktion Lebenszeichen“ deshalb auch ein neues Gottesdienst- und Aktionsformat, mit dessen Hilfe alle Bürger in Deutschland ihre Solidarität mit bedrängten Christen ausdrücken können.

Der Besuch von Kardinal Sandri in Aachen steht im Rahmen der Eröffnung der Missio-Kampagne zu Beginn des Weltmissionsmonats, dessen Auftakt am 6. Oktober mit einem Gottesdienst im Kölner Dom gemeinsam mit dem koptisch-katholischen Patriarchen Ibrahim Isaak Sedrak und Erzbischof Joachim Kardinal Meisner gefeiert wird.

Leonardo Kardinal Sandri (69) ist seit 2007 Präfekt der Kongregation für die orientalischen Kirchen im Vatikan. Er ist damit an der römischen Kurie der höchste Verantwortliche für die katholischen Ostkirchen im Nahen Osten, in Osteuropa, in Indien und in der weltweiten Diaspora. Der gebürtige Argentinier war zuvor im Diplomatischen Dienst des Vatikans unter anderem tätig als Apostolischer Nuntius in Venezuela und Mexiko. Zum Kardinal ernannt wurde er 2007. Zum Priester geweiht wurde der heutige Kardinal am 2. Dezember 1967 in Buenos Aires. Seit Mitte der siebziger Jahre ist er mit Unterbrechungen in verschiedenen Funktionen im Diplomatischen Dienst des Vatikans und an der Römischen Kurie tätig, u.a. als Substitut unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Leonardo Kardinal Sandri ist Mitglied in weiteren Kongregationen, Räten und Kommissionen der Kurie, unter anderem der Bischofskongregation und der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.

Das Foto zeigt missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer und Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg mit Leonardo Kardinal Sandri im missio-Haus in Aachen.
Foto: Christian Schnaubelt / missio

missio-Test zur Bundestagswahl 2013: Was tun die Parteien für bedrängte Christen? Teil 4: CDU

Das Internationalen Katholische Missionswerkes missio in Aachen setzt sich weltweit für Religionsfreiheit ein. Deshalb hat missio vor der Bundestagswahl am 22. September die im Bundestag vertretenen Parteien gebeten, zwei Fragen zum Thema bedrängte Christen zu beantworten. missio Aachen stellt allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Antworten unkommentiert unter www.missio-hilft.de/de/themen/religionsfreiheit/wahlpruefsteine-2013für ihre Wahlentscheidung zur Verfügung. Hier im Blog www.bedraengte-christen.de veröffentlichen wir ebenfalls die Antworten auf unsere Fragen. Zum Abschluss mit den Antworten der CDU.

Frage 1: Was hat die CDU im Bundestag von 2009 bis 2013 für bedrängte Christen und religiöse Minderheiten getan?

Der Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit ist ein wichtiger Bestandteil der wertegeleiteten Außenpolitik von CDU und CSU. In ihrem Koalitionsvertrag hat sich die von CDU und CSU geführte Bundesregierung ausdrücklich zum Schutz der Religionsfreiheit bekannt. Dieser Einsatz gilt allen Religionen. Angesichts der Tatsache, dass Christen zahlenmäßig am meisten von Bedrängnis und Verfolgung betroffen sind, legen CDU und CSU ein besonderes Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten. Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit ist in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie in Menschenrechtskonventionen verankert. Dennoch ist dieses elementare Menschenrecht in vielen Ländern der Erde stark eingeschränkt oder gar nicht existent.

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