Tag-Archiv für #freeourhusbands

„Wahl des neuen indischen Präsidenten kein Fortschritt für Religionsfreiheit“

missio-Kampagne "freeourhusbands" setzt sich für bedrängte Christen in Indien ein.

missio-Kampagne “freeourhusbands” setzt sich für bedrängte Christen in Indien ein.

Katholisches Hilfswerk missio Aachen und Projektpartner warnen: Lage der Unberührbaren weiterhin prekär

„Die Wahl von Ram Nath Kovind aus der am meisten benachteiligten Gesellschaftsschicht der Unberührbaren zum Präsidenten von Indien ist kein Fortschritt für die Lage der Religionsfreiheit und Menschenrechte im Land.“ Darauf weist Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen katholischen Missionswerkes missio in Aachen hin. Dies bekräftigen auch missio-Projektpartner.

 

„Das ist Symbolpolitik für das Ausland“

Die indische Regierung und lokale Behörden tolerieren weiterhin Diskriminierung und lokale Gewaltattacken gegenüber den Unberührbaren, den sogenannten Dalits. „Die Zahl der Ausschreitungen steigt sogar an. Mit dieser Wahl versucht die Regierung, die Gemeinschaft der Dalits ruhig zu stellen und Symbolpolitik für das Ausland zu machen, aber in Wirklichkeit verändert sich nichts“, so ein missio-Projektpartner, der namentlich nicht genannt werden will. Der neue Präsident, der von der Regierungspartei BJP von Ministerpräsident Narendra Modi nominiert wurde, sei zwar ein Dalit, vertrete aber die sogenannte Hindutva-Ideologie, dass ein indischer Bürger nur sein könne, wer Hindu ist. Wegen dieser Haltung sei er überhaupt erst Präsidentschaftskandidat der BJP geworden. „Durch seine Wahl wird sich die Lage der diskriminierten religiösen Minderheiten wie den Christen oder Muslimen, zumal wenn sie Dalits sind, nicht verbessern“, warnte der missio-Partner. „Ram Nath Kovind hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass Christen und Muslime nicht zu Indien gehören“, so der missio-Partner weiter. Er toleriere zudem Initiativen, die zum Teil gewaltsam Christen, Muslime und Angehörige anderer Minderheiten zur Konversion zum Hinduismus zwingen wollen.

missio-Kampagne für Religionsfreiheit in Indien unterstützen

missio Aachen und seine Projektpartner bitten die Politik und die Öffentlichkeit in Deutschland, auch nach der Wahl des neuen Präsidenten die indische Regierung auf massive Verletzungen des Menschenrechts auf Religionsfreiheit hinzuweisen. Die Möglichkeit dazu gibt die missio-Kampagne #freeourhusbands unter www.missio-hilft.de/freeourhusbands, die die Freilassung zu Unrecht inhaftierter Christen fordert.

Der indische Präsident hat keine Machtbefugnisse, sondern allein repräsentative Aufgaben. Er wird von einem Wahlkollegium von rund 5.000 Abgeordneten aller indischen Parlamente, und nicht direkt vom Volk, gewählt.

UN-Menschenrechtsrat dokumentiert Verletzungen der Religionsfreiheit in Indien

Unterstützen Sie unsere Kampagne und unterzeichnen Sie die Petition!

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Internationales Katholisches Missionswerk missio Aachen fördert Gutachten zur Lage der Minderheiten für UN-Anhörung

Indien muss stärker die sozialen Menschenrechte und die Religionsfreiheit der ethnischen Minderheiten, der Christen und der Muslime in dem hinduistisch geprägten Land schützen. Das wurde am gestrigen Donnerstag bei der Überprüfung Indiens vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nation (UN) in Genf deutlich. Für diese Anhörung hat das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen die Koordination eines Gutachtens unterstützt, in dem ein christliches Autorenkollektiv über Verletzungen der Menschenrechte von Minderheiten, Christen und Muslimen in Indien berichtet. Dieses Gutachten ist in den gestrigen UN-Anhörungsprozess eingeflossen.

Der Menschenrechtsrat gibt am kommenden Dienstag, 9. Mai, die Ergebnisse aus dieser Anhörung und Verbesserungsvorschläge an die indische Regierung bekannt. missio Aachen begleitet den Einsatz für mehr Menschenrechte in Indien derzeit auch mit der Petition #freeourhusbands. Darin fordert das Hilfswerk die Freilassung von sieben unschuldig zu lebenslanger Haft verurteilten Christen im indischen Bundesstaat Odisha. An diesem Beispiel soll die Aushöhlung der Religionsfreiheit in Indien durch einen Hindu-Nationalismus veranschaulicht werden.

In dem Bericht des von missio Aachen geförderten Autorenkollektivs für die UN-Anhörung werden unter anderem die Verletzung der Religionsfreiheit und sozialer Menschenrechte der indigenen Bevölkerung Indiens, der Angehörigen der sogenannten Kastenlosen, den sozial stark benachteiligten Dalits, und Frauen dokumentiert. Die Verletzungen der Menschenrechte sind vielfältiger Art. Dazu zählen zum Beispiel Einschüchterungen und Vertreibungen ethnischer und religiöser Minderheiten, um auf ihrem Land wertvolle Bodenschätze abbauen zu können. Gleichzeitig säen Hassreden gegen Minderheiten und Versuche der Zwangskonvertierung zum Hinduismus gesellschaftlichen Unfrieden. Nicht zuletzt nehmen gesteuerte, lokale gewalttätige Ausschreitungen gegen ethnische und religiöse Minderheiten zu, die für die Täter ohne Konsequenzen bleiben und zum Teil durch Behörden und Sicherheitskräfte gedeckt werden.

Die Vereinten Nationen unterziehen nach 2008 und 2012 jetzt zum dritten Mal Indien einer Menschenrechts-Untersuchung.

Infos unter www.missio-hilft.de/freeourhusbands