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Botschaft des Friedens nach der Befreiung von Karakosch

2010-06-16 Erzbischof Casmoussa (1)Nach der Befreiung der Stadt Karakosch im Norden des Iraks, erreichte uns eine Botschaft von Basile Georges Casmoussa. Er ist syrisch-katholischer Geistlicher und Kurienerzbischof Emeritus von Mossul.

Freunde von Karakosch und alle Christen in der Mossul-Ninive Region: dies ist eine Botschaft des Friedens, der Freude und der Hoffnung!

Endlich konnte Karakosch befreit werden. Ein Schrei der Freude, des Friedens und der Hoffnung erklingt auf der Welt! Wir danken der mutigen Armee, muslimischen, christlichen, arabischen, kurdischen, schiitischen, sunnitischen Männern dafür, dass Karakosch befreit wurde.

Am 22. Oktober 2016, sind die Kämpfer, mit ihrer irakischen Flagge, in die verlassene Stadt ihrer Kinder zurückgekehrt. Wir sehen das Bild eines tapferen Soldaten, der gerührt ist und nach langer Zeit endlich seinen Fuß auf heimatlichen Boden setzen kann. Wir sehen das Bild eines anderen Soldaten, der seine Waffe auf seiner Schulter trägt, das Eingangstor der Kirche küsst, die er als Kind besucht hat. Wir sehen das Bild einer Offiziersgruppe, die vor dem Alter der Kirche steht  und das Ave Maria „Shlama ellakh Maryam” in ihrer Muttersprache mit einem aramäischen Dialekt noch aus christlicher Zeit spricht.

Oder wir sehen das Bild eines jungen Priesters, der die Glocken der Kirche von Bartella, einer anderen Stadt in der Ninive-Ebene, erklingen lässt.

Diese Bilder sollen für immer in Erinnerung bleiben. Meine Botschaft ist eine Botschaft der Dankbarkeit, auch an die Kurden, die uns während dieser schwierigen Zeit Zuflucht gewährt haben und diejenigen, die uns auf anderem Wege geholfen haben. Danke für die Befreiung von Mossul, Bartella, Mar Behnam, Karamless, Telkeif, Batnaya, Bashiqa, Telleskof, Bakofa – Danke für die Befreiung der Ninive-Ebene.

Meine Botschaft ist eine Botschaft der Dankbarkeit an all unsere Freunde, unbekannte Männer und Frauen auf der ganzen Welt, die uns durch ihre Solidarität unterstützt haben, seit dem Beginn des Krieges bis heute. Dazu gehören die humanitäre Hilfe, der Bau von Schulen, Kirchen, Häusern und Krankenhäusern und der Besuch von Persönlichkeiten verschiedener NGOs aus Europa, Amerika und Australien.

Das Kapitel des Wiederaufbaus, des Zusammenlebens in Harmonie und Solidarität hat begonnen: zwischen Christen und Muslimen, Kurden, Arabern, Shabaks, Jesiden, Kakais und Mandais… mit Respekt, Vielfältigkeit und geltenden Rechten. Alle von ihnen haben die gleiche Wertigkeit, die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten!

Hallelujah!

Basilios Georges CASMOUSSA                                                                                      Kurienerzbischof Emeritus von Mossul

Christliche Stadt Batnaya in der Nähe von Mossul wurde befreit

Die Stadt Bataya, in der viele Christen leben, konnte bereits vom IS befreit werden.

Die Stadt Batnaya, in der viele Christen leben, konnte bereits vom IS befreit werden.

Die Offensive gegen Mossul dauert an. Zwar sind die irakischen und kurdischen Einsatzkräfte während der letzten Tage weit ans Zentrum der Stadt vorangerückt, doch die IS-Kämpfer nutzen neue Strategien, um die Offensive abzuhalten noch näher zu kommen. Nabil A. Nissan, Direktor der Caritas Irak, berichtet über die aktuelle Lage im Irak.

Die irakische Armee und die kurdischen Einsatzkräfte rücken aus fünf verschiedenen Richtungen weiter zum Zentrum von Mossul vor. Bis jetzt sind über 30 Städte und Dörfer in der Umgebung um Mossul befreit worden. Darunter waren auch sechs christliche Städte:

 

Region Position Bevölkerungszahl vor 2014 (Besetzung durch den IS)
Qaraqosh 27 km von Mossul entfernt 60 000 Personen
Bartilla 22 km von Mossul entfernt 30 000 Personen
Karamless 24 km von Mossul entfernt 8000 Personen
Batnaya 15 km von Mossul entfernt 2000 Personen
Bakofa 20 km von Mossul entfernt 1500 Personen
Telluskuf 25 km von Mossul entfernt 5000 Personen

 

Die Einsatzkräfte dringen weiter vor, obwohl der Widerstand wächst. Einige von ihnen sind schon drei Kilometer von Mossul entfernt. Die IS Kämpfer halten die irakischen Kräfte hin und hindern sie durch Autobomben und Minen daran, schneller vorrücken zu können. Die IS-Kämpfer bauen außerdem Tunnel um flache Ebenen, die einen Angriff seitens der irakischen Armee vereinfachen würden, zu vermeiden.

Die Stadt Batnaya nach ihrer Befreiung.

Die Stadt Batnaya nach ihrer Befreiung.

Eine neue Taktik ist die als Geisel genommenen Zivilisten als Schutzschild zu benutzen. Letztens haben sie 6000 Menschen gefangen genommen – die meisten davon Frauen und Kinder.

Viele Gebäude wurden während der Kämpfe stark beschädigt.

Viele Gebäude in Batnaya wurden während der Kämpfe stark beschädigt.

Die Kampfmaßnahmen haben zur Folge, dass rund 7000 Familien flüchten mussten. Die meisten davon sind zurzeit in staatlichen Camps, die sich in sicheren Gebieten um Mossul herum befinden.