Tag-Archiv für Syrien

Irak: Vom freigelassen

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Pfarrer Pitzal konnte sich bei seinem Besuch im Irak mit missio-Projektpartner Pater Jacques Murad unterhalten, der vom IS gefangen genommen und gefesselt wurde. Er musste das Kloster Marmusa in Syrien verlassen. Pater Jacques wurde zusammen mit einem Novizen in das berüchtigte, von den IS geleitete Gefängnis Raka gebracht.

Er berichtete, wie er sich jeden Tag den langen Verhören der IS stellen musste, die immer mit der Drohung endeten, dass er enthauptet werden würde. Nach drei Monaten wurde er dann in das Gefängnis nach Palmyra verlegt. Es ist ja jene Kulturstätte, die in aller Welt bekannt ist und von den IS zum Schrecken der Welt weithin zerstört wurde. Sein Gefängnis war ein Bad, wo er wenigstens die Möglichkeit hatte, an Wasser zu kommen. Alles, was die IS ihm zu sagen hatte, endete mit dem Satz „Es geschieht im Namen Gottes“, doch ihre Gesichter zeigten nur Gewalt. In diesem Gefängnis sollten wohl auch Pater Paul und der Bischof von Aleppo und ein weiterer Bischof sein, von ihnen fehlt jedoch noch jede Spur.

„In jenem Gefängnis bist du nichts wert“, sagte Pater Jacques zu Franz Pitzal. „Man befindet sich immer außerhalb des Menschlichen. Erst jetzt merkt man, was Freiheit ist, was sie für das Leben der Menschen bedeutet.“ Zu seiner Überraschung kamen in das Gefängnis nach Palmyra die gesamten Bewohner seiner Heimatgemeinde. Das gab ihm Stärke, wie er sagte. Er war nicht mehr der Einzige, der dem Tode nahe war und letzten Endes baute er auf die Zuversicht, die er in Jesus Christus bekommt.

Wie ein Vogel eingesperrt kam ich mir hier vor. Du bist zwar frei erschaffen, hast aber das Wichtigste verloren – deine Freiheit.

(Pater Jacques)

Einen Monat war er dann allein in einem Raum, bevor dann noch drei Muslime dazukamen. Man teilte miteinander Traurigkeit und Leid. „Ich war mir bewusst, hier muss ich sterben. Aber das machte mich immer freier und ich sah vor mir das Meer der Gnade und fühlte mich jetzt im Angesicht Gottes.“ Das Materielle zählte plötzlich nichts mehr für ihn, ob am Boden schlafend, ob mit oder ohne Seife versorgt. Täglich betete er den Rosenkranz, der ihm viel Kraft gab, um auch die Not seiner Mitgefangenen zu teilen. Er erinnerte sich noch, wie er am 11. August 2015 in Palmyra zu einem erneuten Verhör geführt wurde. Er meinte, dass jetzt in einem kleinen Zimmer durch die Mitteilung des Kalifen sein Schicksal besiegelt würde. „Trotzdem“, so sagte er, „hatte ich keine Angst mehr.“ Denn seine Gemeindemitglieder waren ja mit dabei und ihnen würde wohl das gleiche geschehen wie ihm. In der Gemeinsamkeit ist es leichter, das eigene Leid zu ertragen. „Angst macht nicht stark“, sagte er. „Die Stärke liegt in der Schwachheit.“ Und in diesem Moment des Verhörs, schwand bei ihm alle Angst und es war ihm bewusst, was er sagen würde. Man stellte ihm die Frage nach den Christen in seiner Heimatgemeinde. „Und ich hatte den Mut, nach dem Warum zu fragen. Da gab man mir zur Antwort: „Weil Ihr Christen das Angebot Waffen zu bekommen, abgelehnt habt, werdet ihr freikommen.“ Wir konnten dies gar nicht glauben. Wir durften aus dem Strom der Gewalt aussteigen. Es gibt auch noch Menschen unter den Milizen, die anders denken und die humanitäre Hilfe der Kirche akzeptieren.“ Und so ist er mit seinen Gemeindemitgliedern zurückgekehrt. „Wir durften wieder frei leben. Als wir daheim angekommen waren, wurde unser Ort von den Russen bombardiert. Wir sahen wieder keine Zukunft vor uns. Ich überlegte, was ich tun sollte.“, sagte Pater Jacques. „Vielleicht kann ich von außen mehr für diese Menschen tun.“ Ein Mitbürger kannte einen geheimen Weg und so kam er am 1.September mit einem Motorrad aus dem Bombenhagel seiner Heimat heraus in den Irak.

Ein weiteres Erlebnis hatte er noch mit der IS, die ja bewusst alle Gräber zerstören, weil Gräber Gotteslästerung seien. Es starb ein Christ und die IS baten ihn, er solle diesen Christen beerdigen. Dies war völlig ungewöhnlich und zeigte, dass sie zu ihm sogar Vertrauen hatten.

Jetzt, nachdem er im Irak ist, versucht er, für die Menschen in seinem Heimatort Hilfestellung zu geben. Die IS ist eine Gruppe, die sich von allen absondert. Sie ist eine kriminelle Gruppe, das ist keine Frage, aber sie können auch anders handeln. Von den Russen erwartet Jacques nichts. „Sie zerstören alles, auch unser Kloster. Sie schützen die Christen nicht.“ Sein größter Schmerz sind jene Christen, die lügen und nicht die Wahrheit sagen. Für mehr Menschlichkeit und Stärke möchte er eintreten, bescheiden, ruhig, zurückhaltend, wie er auf Pfarrer Pitzal wirkte.

 

 

Irak: Eindrücke im Land des Terrors

 

Pfarrer Pitzal mit missio-Projektpartnern Pater Jacques und Pater Jens

Pfarrer Pitzal mit missio-Projektpartnern Pater Jacques und Pater Jens

Pfarrer Pitzal aus Renningen besuchte missio-Projektpartner im Irak und erzählt von seinen Eindrücken vor Ort. Dort hatte er direkte Kontakte in den Flüchtlingslagern, besuchte Bischöfe und Kirchenleute, die ihm authentisch berichteten, führte Gesprächen mit Menschen, die Schreckliches bei der IS in Gefangenschaft und auf der Flucht erlebten. Millionen Menschen in der Ninive Ebene und in den übervollen Lagern wissen nicht, wie es weitergeht.

In Sulaymaniya, einer Stadt mit einer Million Einwohner, die durch die Flüchtlinge auf zwei Millionen angewachsen ist, kam Pfarrer Pitzal im Kloster der chaldäischen Mönche mit Pater Jens und Pater Jacques sowie der deutschen Schwester Frederike zusammen. In diesen Tagen wurde für die muslimischen und christlichen Einwohner sowie für die Flüchtlinge nach wochenlanger Arbeit ein Theaterstück durch den Regisseur Stefan aus Berlin eingeübt. Ziel war es, sowohl im Klosterhof wie auch in den Lagern den Menschen Freude und auch etwas Mut zu machen.

Außerhalb der Stadt liegen die Lager. Die Lagerstraßen scheinen kein Ende zu haben, endlose Trostlosigkeit. Die Lager sind umgeben mit Stacheldraht, fast niemand darf das Lager verlassen. Essen und Wasser wird ins Lager gebracht. Die Menschen leben in „Caravans“ – so nennen sie die Container-Häuser -, die gut eingerichtet sind und in denen etwa 8-10 Personen einen Raum bewohnen. Die Regierung hat bereits gemauerte Toiletten errichtet, um die die Lagerbewohner ein eigenes Haus bauen können. Dies besagt, dass eine Rückkehr in die nicht allzu weit entfernte Heimat demnächst wohl nicht möglich sein wird. Im Lager gibt es bereits eine Schule, eine medizinische Einrichtung, einen Sportplatz und auch eine Kirche. Es gibt mehrere Lager dieser Art. Nur mit kundiger Führung sind sie mit einem Auto zu erreichen.

Pfarrer Pitzal mit Studenten und Bischof Yousif Thomas

Pfarrer Pitzal mit Studenten und Bischof Yousif Thomas

In Kirkuk begegnete Pfarrer Pitzal Bischof Yousif Thomas Mirkis. Er hat ein umfangreiches Programm für die Flüchtlinge und Bewohner des Landes zusammengestellt. So entsteht in diesen Tagen ein großes Zentrum, in dem hunderte von Menschen zusammenkommen können. Rund um die Kathedrale hat er Einrichtungen für zahnmedizinische Behandlungen und eine medizinische Grundversorgung eingerichtet. Seinen besonderen Schwerpunkt legt er auf 10 Häuser, die er in der Millionenstadt Kirkuk angemietet hat. In jedem Haus wohnen etwa 25 junge Studenten, die die verschiedensten Fächer wie Jura, Medizin, Pharmazie, Literatur, Landwirtschaft oder Naturwissenschaft studieren. Bei der Begegnung sagte Pfarrer Pitzal zu ihnen: „Ihr seid die Hoffnungsträger für dieses Land. Bleibt im Land, beendet euer Studium und baut eine neue Welt in eurem Land auf.“ Das bringt den Menschen mehr, als wenn sie im fernen Europa künftig leben und sich mit der Integration schwer tun. Für jeden der 120 Studenten benötigt der Bischof täglich etwa 7 Euro, die er in Europa zusammenbetteln muss .

Zusammentreffen von Bischof Warda und Pfarrer Pitzal.

Zusammentreffen von Bischof Warda und Pfarrer Pitzal.

Im nahegelegenen Erbil, der Hauptstadt Kurdistans, besuchte Pfarrer Pitzal Bischof Bashra Warda. Die Stadt ist ebenfalls umgeben von vielen Flüchtlingslagern. Obwohl es in der Diözese nur wenig Priester gibt, hat der Bischof zwei Geistliche für die Betreuung der Lager abgestellt. Im Lager Ankawa in der Nähe des Priesterseminares leben nur die Christen, die Karakosch fluchtartig verlassen mussten. Die IS zündete dort 2.000 Häuser an, 7.000 weitere wurden zerstört, 3.000 seien noch halbwegs in Ordnung. Die Stadt ist inzwischen von den IS befreit und so viele Menschen hoffen, dass sie die etwa 70km von ihrem Lager entfernte Heimat wieder aufsuchen können. Für das Lager gibt es keine Hilfe aus Deutschland, wie man Pfarrer Pitzal versicherte. In die Heimatstadt der Flüchtlinge zu fahren war dann aber doch noch zu gefährlich für Pfarrer Pitzal, denn im nahegelegenen Mossul wird immer noch gekämpft und man hofft, dass die Stadt bald befreit werden kann. Mit Familien im Flüchtlingslager kam es zu einem herzlichen Kontakt.

Auf die Frage von Pfarrer Pitzal, was das Wichtigste für sie sei und wo könnte man ihnen am besten helfen könne, wurde geantwortet:

Wir brauchen eine Regierung, die sich der Menschen annimmt, ihre Interessen und Machenschaften selbst zurückstellt und ein System aufbaut, das jedem gerecht wird.

Das Gebiet beanspruchen die Kurden, die aber auch in Syrien, in der Türkei und im Iran beheimatet sind. Besonders schwer betroffen sind die Jesiden, eine kleine Religionsgemeinschaft, die von Schiiten und Sunniten gemieden wird. Nach wie vor haben die Menschen, vor allem in Syrien, unter den Bombenangriffen der Russen und der Amerikaner zu leiden. Wenn die Waffen ausgingen und nicht mehr von Europa, auch von Deutschland, geliefert würden, wäre wohl ein Frieden schneller in Aussicht gestellt – wenngleich sich im Moment niemand vorstellen kann, wie dieser Krieg mit den Millionen von Flüchtlingen beendet werden kann und menschenwürdige Verhältnisse jedem gegeben werden könnten.

 

Krippe bedeutet Zuflucht – Erzbischof Samir Nassar berichtet über die Vorweihnachtszeit in Syrien

Der maronitische Erzbischof von Damaskus Samir Nassar berichtet in einem Brief an missio in welcher Stimmung sich Syrien während der Vorweihnachtszeit befindet.  

Syrien erinnert zurzeit an eine Krippe: ein offener Stall ohne Tür, kalt, hilflos und von Gewalt verwüstet.

Dem Jesuskind fehlt es aber nicht an Gefährten in Syrien. Unzählige Kinder, die ihr Zuhause verloren haben, sind obdachlos oder leben in Zelten, die ebenso einfach sind, wie die Krippe in Betlehem.

Jesus hat hier viele Leidensgenossen. Die durch Gewalt verängstigten Kinder wünschen sich an Jesus Stelle zu sein, denn er hatte zumindest seine Eltern. Dieses Gefühl der Bitterkeit sieht man in ihren Augen, ihren Tränen und in ihrem Schweigen. Viele syrische Kinder bewundern das göttliche Kind, weil es den schwierigen Weg um geboren zu werden, überstand. Sie selbst wurden geboren, als Bomben fielen und die Massenauswanderung begann.

Maria ist nicht allein. Die hilflosen Mütter leben in extremer Armut und tragen die Verantwortung für ihre Familien – ganz allein, weil ihre Männer getötet wurden oder verschwunden sind. Die Geschichte der Krippe tröstet sie ein wenig.

Die beruhigende Anwesenheit von Josef neben der heiligen Familie ist eine Quelle der Eifersucht für die Familien, die keinen Vater mehr haben. Ein Verlust, der Angst und Beunruhigung nährt.

Die Arbeitslosen bewundern Joseph, weil er alles dafür tut, dass seine Familie nicht in Angst und Gefahr leben muss.

Die Hirten und ihre Herde stehen an der Krippe und sprechen mit vielen syrischen Viehzüchtern, die ihren Viehbestand während des Krieges verloren haben.

Das nomadische Leben auf dieser heiligen Erde geht auf Abraham zurück, und verschwindet langsam mit seinen alten gastfreundlichen Bräuchen und seiner traditionellen Kultur.

Der höllische Lärm des Krieges erstickt den Gesang der Engel. Diese weihnachtliche Symphonie für den Frieden wird von dem Hass, der Grausamkeit und der Gleichgültigkeit der Welt übertüncht…

Wir wünschen uns, dass die heiligen drei Könige Frieden, Vergebung und Mitgefühl nach Syrien bringen.

An diesem Weihnachtsfest lächelt Jesus das neugeborene syrische Kind an und lädt es dazu ein, den Stall mit ihm zu teilen.

Samir Nassar, Maronitischer Erzbischof von Damaskus

 

Die Macht der Barmherzigkeit

Samir Nassar ist maronitischer Erzbischof von Damskus.

Samir Nassar ist maronitischer Erzbischof von Damskus.

Samir Nassar ist maronitischer Erzbischof von Damaskus. In einem Brief an missio berichtet er von der Lage in Syrien, vor welchen Herausforderungen das Land steht, aber auch wie vor Ort geholfen wird und was Barmherzigkeit bedeutet.

,,Die Gewalt, die Syrien auseinandergerissen hat und die das Land in die Farbe des Blutes seit fünf Jahren tränkt, ist auch eine Quelle der Barmherzigkeit.

1) Die Familie: Mit 12 Millionen Flüchtlingen und Binnenflüchtlingen sind alle gemeinnützigen Bewegungen und Maßnahmen nicht mehr der Situation entsprechend. Nur die Familie, das Rückgrat der orientalischen Gesellschaft, hat den Schock überwunden und lebt wieder wie zuvor. Sie spendet Trost, sie teilt und leistet Beistand.

Eine Solidaritätsaktion, an der 20 Personen in einem kleinen Raum teilgenommen haben, bestand darin, Brot zu teilen und jeder Einzelne erzählte von seinem Alltag. Diese Familien verkörpern Barmherzigkeit im wahrsten Sinne des Wortes, im Stillen und ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

2) Die Priester aus allen orientalischen Kirchen, die ihre heilige Mission wegen des Krieges vernachlässigen mussten, diese Priester sind Sozialarbeiter, die im Dienste der armen Familien, und Familien, die einen Verlust erleiden mussten, stehen. Sie sind das barmherzige Gesicht Gottes. Anstatt zu fliehen, haben diese mutigen Priester ihre Mission gewissenhaft bis zum Ende fortgeführt. Fünf Priester haben ihr Leben der Vermittlung und der Sicherheit gewidmet. Zwei Bischöfe und vier weitere Priester versuchen bedürftigen Menschen Lebensmittel zu bringen.

3) Geistliche und Laien haben sich auf zwei wichtige Punkte konzentriert: auf die humanitäre und pädagogische Hilfe.

Humanitäre Hilfe: In Aleppo gibt es seit langer Zeit kein Wasser und keine Elektrizität mehr. Kerzen ersetzen die Elektrizität. Aber wie soll man ohne Wasser leben?

Hilfsorganisationen versorgen ältere und kranke Menschen mit Wasser. Sie suchen in den vorhandenen Brunner, bringen es zu den Zisternen, fahren durch Minengebiete, um einen Haushalt mit 20 Litern Wasser zu versorgen.

Die Restaurants du Coeur, die während der Wintermonate Nahrung und Kleidung an Bedürftige verteilen, versorgen diejenigen, die am meisten Not leiden. Die Helfenden im medizinischen Bereich ertragen schwerste Belastungen mit nur wenig Mitteln, und dennoch sehr viel Liebe.

Pädagogische Hilfe wird von anderen Gruppen in Damaskus organisiert. Dort erhalten Kinder, die durch den Krieg und die Gewalt traumatisiert sind, Unterstützung und Zuwendung. Ihnen wird in gemischt-religiösen Gruppen beigebracht, dass zwischen ihnen kein Unterschied herrscht und dass sie sich gegenseitig akzeptieren sollen – ein avantgardistischer Standpunkt, der das versteckte Gesicht der Kirche und den Weg der Zukunft zeigt.

Ein weiterer Punkt, der von den Jesuiten übernommen wurden, ist die Beschäftigung mit denjenigen Erwachsenen, die verzweifelt sind und das Land verlassen wollen.

4) „Bewegung der Brüderlichkeit“: im Zuge des Krieges zwischen Israel und Arabien (1967) hat Johannes Paul II eine Bewegung für Kriegsgeschädigte. Diese Bewegung kümmerte sich um die Produktion von Prothesen für körperlich benachteiligte Menschen. Diese Bewegung  ist während des Krieges zu einer wichtigen Notwendigkeit geworden, die den Tod vieler Menschen verhindern konnte. Unterstützt von Hilfsorganisationen der Kirche haben sie einen Badeort erschaffen, um den Leidenden einen Ort der Entspannung anbieten zu können. Das Gesicht des guten Samariters begeistern die Menschen in Syrien – Papst Johannes Paul II, das missionarische Genie der sozialen und medizinischen Versorgung.

5) Viele Initiativen offenbaren sich in der Gesellschaft des Heiligen Vincenz von Paul, der Bruderschaft Mariens oder Waisenhäusern oder Asylheimen, die überbevölkert sind. Aus diesem Fächer  aus Aktivitäten ist die Familie das wichtigste Zeichen, das den Glanz der Barmherzigkeit trägt, der das Überleben einer Kirche ermöglicht – und eines Landes, das sich auf dem Weg in Richtung Wiederversöhnung und Frieden befindet.”

Erzbischof Samir Nassar, maronitischer Erzbischof von Damaskus

 

Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Father Jacques Mourad war in Gefangenschaft des Islamischen Staates. Er glaubt, dass ihn sein lebenslanger Einsatz für den christlich-muslimischen Dialog gerettet hat. Dabei wurde er auch unterstützt von zahlreichen Botschaften von Menschen aus Deutschland, die ihm durch missios Solidaritätsaktion Mut zusprechen. Machen auch Sie mit!

Rund 300 Solidaritätskarten für Jacques Mourad haben uns bereits erreicht.

1. Father Jacques, was möchten Sie den Menschen sagen, die Ihnen diese ermutigenden Worte geschrieben haben?

Ich bin von der Anteilnahme und der Solidarität sehr gerührt und möchte mich für die Idee bedanken. Ich danke unseren Freunden, die für mich gebetet haben. Dank Euch und wegen eures Gebets kann ich heute hier sein – nicht nur ich, sondern auch 250 weitere Menschen, die vom IS in Gefangenschaft genommen wurden. Dank Euch konnten wir gerettet werden. Danke.

2. Wie wichtig ist den Menschen in Syrien diese Solidarität – sowohl die materielle Hilfe wie auch die Solidarität im Gebet?

Das ist ein großes Rätsel. Die Kirche ist auf der ganzen Welt eine große Gemeinschaft. Die Tatsache, dass viele Menschen die Gottesdienste besuchen, sich die Zeit nehmen, um für das syrische Volk zu beten, für dieses Land das unter Krieg leidet, dafür möchten wir ihnen großen Dank spenden. Das ist eine enorme Unterstützung für uns.

Gleichzeitig möchte ich sagen, dass uns die europäischen Völker materiell geholfen haben. Dank der materiellen Hilfe haben diese Menschen etwas zu essen. Sie haben kein Geld, sie haben keine Arbeit, durch die europäische Unterstützung konnten diese Menschen überleben. Außerdem möchte ich mich für die medizinische Versorgung bedanken. Im Krieg leiden viele Menschen unter psychologischem Druck und physischen Krankheiten. Sie sind erschöpft und auf medizinische Hilfe angewiesen. Durch die Unterstützung Europas waren sogar schwierige Operationen möglich, ohne die die Kranken nicht überlebt hätten.

3. Was können die Menschen und die Politik in Deutschland für Syrien und den Nahen Osten tun?

An dieser Stelle möchte ich noch einmal dem deutschen Volk und der deutschen Regierung danken. Ich möchte mich dafür bedanken, dass sie die Menschen hier in Empfang genommen haben. Es war ein herzlicher und familiärer Empfang. Viele der Flüchtlinge, die ich hier in Deutschland besucht habe, haben mir erzählt, dass sie herzlich aufgenommen wurden. Der Regierung möchte ich dafür danken, dass sie viele Menschen gerettet hat, die vor dem Tod im Krieg geflohen sind. Ich bitte darum „Helfen Sie dem syrischen Volk, sodass wieder Frieden herrschen kann. Unternehmen Sie alle möglichen Anstrengungen, damit die Welt versucht diesen Krieg zu beenden.“

4. Was kann missio tun?

Das, was missio gemacht hat, ist enorm. Wir tragen einen großen Dank mit uns. Alles was ihr für uns getan habt und immernoch tut – danke dafür und macht weiter so. Wir sind auf eure Hilfe und Freundschaft angewiesen. Wir sind auf eure spirituelle und materielle Hilfe angewiesen.

5. Was sagen Sie den Menschen in Deutschland, denen es schwerfällt, Flüchtlinge aufzunehmen und Angst vor dem Fremden und dem Islam haben?

Ich sage ihnen das, was Jesus einst sagte: „Hab keine Angst, meine kleine Herde!“ Wenn wir die Boten Christi sind, wenn wir die Boten des Evangeliums sind, sind wir dazu eingeladen die Weisungen des Herrn zu befolgen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Christi zu verwirklichen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Gottes im Hier und Jetzt zu konkretisieren. Muslime sind nicht unsere Feinde, sie sind unsere Brüder, daran sollten wir uns erinnern. Nicht alle Muslime sind radikale Islamisten oder Fundamentalisten – das sollten wir nicht vergessen. Wir sollten dazu beitragen, dass die Liebe Gottes zur Wirklichkeit wird. Habt keine Angst vor Herausforderungen, die Liebe Gottes wird alle Menschen retten.

Machen auch Sie mit bei der Solidaritätsaktion für Fr. Jacques Mourad!

Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Unser Projektpartner Pater Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er wurde von Terroristen des „Islamischen Staates“ entführt. Er konnte fliehen. Gerettet hat ihn sein unerschütterlicher Glaube an ein friedliches Miteinander der Religionen. Die Hoffnung auf Frieden darf nicht sterben!

Machen Sie mit und senden Sie Pater Mourad eine persönliche Nachricht der Ermutigung für seinen Einsatz für den Frieden im Nahen Osten! Die Ermutigungsbeiträge werden am 9. Dezember zum Tag der Menschenrechte an Pater Jacques Mourad weitergeleitet.

missio ruft zum Friedensgebet für Syrien auf

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Syrien ruft das Internationale Katholische Missionswerk missio die Christen und alle Menschen guten Willens in Deutschland gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Priester Jacques Mourad zum Friedensgebet für Syrien auf. Dazu stellt das Hilfswerk eine Gebets-Vorlage zur Verfügung, die für Andachten, Impulse und andere Gebetsformen von Pfarrgemeinden, Schulen und anderen Interessierten genutzt werden kann. Gebets-Vorlage für den Frieden in Syrien, das Friedensgebet von Jacques Mourad und Ermutigungskarten für den missio-Partner können hier heruntergeladen werden.

Pater Jacques Mourad spricht Gebets-Video ein

Gleichzeitig hat Pater Jacques Mourad ein Friedensgebet für missio geschrieben, das er als Video für missio eingelesen hat. Sie können es hier ansehen. Pater Jacques Mourad widmet sein Leben dem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Er arbeitete in der Gemeinschaft Mar Musa in Syrien. Das provozierte die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ so sehr, dass sie ihn gemeinsam mit rund 250 weiteren Menschen entführte. Nach fünf Monaten konnte er im Oktober 2015 fliehen. Jetzt arbeitet er ungebrochen weiter für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Derzeit lebt er im Irak.

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