Tag-Archiv für Syrien

missio ruft zum Friedensgebet für Syrien auf

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Syrien ruft das Internationale Katholische Missionswerk missio die Christen und alle Menschen guten Willens in Deutschland gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Priester Jacques Mourad zum Friedensgebet für Syrien auf. Dazu stellt das Hilfswerk eine Gebets-Vorlage zur Verfügung, die für Andachten, Impulse und andere Gebetsformen von Pfarrgemeinden, Schulen und anderen Interessierten genutzt werden kann. Gebets-Vorlage für den Frieden in Syrien, das Friedensgebet von Jacques Mourad und Ermutigungskarten für den missio-Partner können hier heruntergeladen werden.

Pater Jacques Mourad spricht Gebets-Video ein

Gleichzeitig hat Pater Jacques Mourad ein Friedensgebet für missio geschrieben, das er als Video für missio eingelesen hat. Sie können es hier ansehen. Pater Jacques Mourad widmet sein Leben dem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Er arbeitete in der Gemeinschaft Mar Musa in Syrien. Das provozierte die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ so sehr, dass sie ihn gemeinsam mit rund 250 weiteren Menschen entführte. Nach fünf Monaten konnte er im Oktober 2015 fliehen. Jetzt arbeitet er ungebrochen weiter für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Derzeit lebt er im Irak.

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Erzbischof von Aleppo dankt verfolgten Christen, die in Syrien bleiben

Mutter der Barmherzigkeit - so heißt die missio-Ikone des syrischen Ikonenmalers Talal Dayoob. Foto: missio

Mutter der Barmherzigkeit – so heißt die missio-Ikone des syrischen Ikonenmalers Talal Dayoob. Foto: missio

Jean-Clément Jeanbart ist amtierender Erzbischof der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche von Aleppo in Syrien und Apostolischer Visitator der Melkitischen Kirche in Westeuropa. Zu Ostern hat er der christlichen Gemeinde in Aleppo einen Brief geschrieben, den missio Aachen übersetzt hat und hier dokumentiert. Die Übersetzung aus dem Französischen besorgte Katrin Krips-Schmidt. Hier der Brief:

Meine lieben Brüder,

danken wir dem Herrn dafür, dass er uns in unserem Land am Leben erhalten hat. Er hat uns vor den Gefahren und vor der Demütigung der Auswanderung bewahrt, vor dem weit von unserer lieben Heimat entfernten Exil. Dank Seiner Vorsehung sind wir heute unversehrt und hoffen voller Glauben und Vertrauen auf den Frieden. Wir erkennen bereits die Anzeichen zu einer Rückkehr zum normalen Leben in unserer lieben Stadt Aleppo, in der wir für uns und unsere Familien das Wohl und die Freude eines friedlichen und gelassenen Lebens inmitten unserer Angehörigen und unserer Freunde finden können.

Unsere Hoffnung ist groß, dass die Beendigung der Kampfhandlungen in Syrien bis zu einer erfolgreichen Verständigung zwischen den kriegführenden Parteien und bis zu einer nationalen Versöhnung fortdauere, die den Menschen ermögliche, in Harmonie und Freundschaft zusammenzuleben

Danken wir dem Herrn für das gerade erst begonnene Ende der Gewalt und der Auseinandersetzungen unter den Syrern, um Anlass zu einem Dialog und zur Versöhnung zwischen den Brüdern – den Bewohnern ein- und desselben Landes – zu geben, zu einem Dialog, der zurzeit spürbar voranschreitet. Unsere Hoffnung ist groß, dass diese Beendigung der Kampfhandlungen bis zu einer erfolgreichen Verständigung zwischen den kriegführenden Parteien und bis zu einer nationalen Versöhnung fortdauere, die den Menschen ermögliche, in Harmonie und Freundschaft zusammenzuleben.

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„Trotz aller Leiden erlebten wir Augenblicke der Gnade“

Jacques Mourad mit der Ikone "Mutter der Barmherzigkeit" von missio. Foto: missio / M. Vogt

Jacques Mourad mit der Ikone “Mutter der Barmherzigkeit” von missio. Foto: missio / M. Vogt

Der syrisch-katholische Priester Jacques Mourad wurde von Terroristen des „Islamischen Staates“ im Mai vergangenen Jahres entführt. Am 10. Oktober 2015 konnte er fliehen. Er glaubt: Gerettet hat ihn sein lebenslanger Einsatz für den christlich-muslimischen Dialog. Mit der Zeitschrift “kontinente” von missio Aachen hat Jacques Mourad ein Gespräch über seine Gefangenschaft geführt – und dass er weiter für den christlich-islamischen Dialog kämpft. Jacques Mourad gehört der Gemeinschaft Mar Musa an, deren Charisma es ist, als Christen unter und gemeinsam mit Muslimen zu leben.

Das gesamte Interview können Sie HIER LESEN.

missio hilft mit rund 2,2 Millionen Euro christlichen Flüchtlingen im Nahen Osten

Christliche Flüchtlinge im irakisch-syrischen Grenzgebiet. Foto: missio / privat

Christliche Flüchtlinge im irakisch-syrischen Grenzgebiet. Foto: missio / privat

Für die Betreuung von Flüchtlingen und Kriegsopfern im Nahen und Mittleren Osten hat das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen seinen kirchlichen Projektpartnern 2015 rund 1,16 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für dieses Jahr ist eine weitere Unterstützung der kirchlichen Flüchtlingsarbeit in Höhe von voraussichtlich 1,02 Millionen Euro geplant. Dies teilte missio Aachen am Donnerstag mit.

Die Kirchen und die von Gewalt und Vertreibung bedrohten Menschen in dieser Krisenregion brauchten diese Unterstützung nicht allein als materielle Hilfe, „sondern auch als ein Zeichen der Solidarität, dass sie von uns nicht vergessen sind“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen.

Prälat Krämer: Wir dürfen den drohenden Exodus der bedrängten Christen und das Versiegen einer jahrtausendealten christlichen Tradition im Nahen und Mittleren Osten nicht zulassen.

„Wir dürfen den drohenden Exodus der bedrängten Christen und das Versiegen einer jahrtausendealten christlichen Tradition im Nahen und Mittleren Osten nicht zulassen“, so Krämer weiter. Denn gerade die Christen seien wichtige Garanten für die historisch gewachsene kulturelle Vielfalt in der Region, die durch ihre Arbeit und den interreligiösen Dialog bei vielfältigen Konflikten vermitteln und für Ausgleich sorgen können. „Wir müssen verhindern, dass diejenigen Erfolg haben, die versuchen, die Angehörigen der verschiedenen Religionen gegenseitig abzugrenzen und gegeneinander aufzuhetzen“, so Krämer.

So können Sie syrischen Flüchtlingen im Libanon helfen:

Hier informieren

missio Aachen unterstützt 2015/16 mit den Hilfen für Flüchtlinge und Kriegsopfer in Höhe von rund 2,18 Millionen Euro seine kirchlichen Partner in Syrien, dem Irak, Libanon, Jordanien und der Türkei. Damit werden die Akuthilfe in Flüchtlingslagern, seelsorgerliche und psychologische Betreuung von Gewalt- und Vertreibungsopfern, der Unterhalt kirchlichen Personals sowie der Wiederaufbau von kirchlicher Infrastruktur finanziert. Zudem fördert missio Aachen mit seiner Hilfe kirchliche Friedens-, Versöhnungs- und Wiederansiedlungsprogramme in den Gebieten, in die die Menschen nach Kriegs- und Gewalthandlungen wieder zurückkehren können.

Christen in Damaskus halten unter Bomben an ihrer Sendung fest

Der maronitische Erzbischof der Erzeparchie Damaskus, Erzbischof Samir Nassar, hält im kriegsgeschüttelten Syrien aus. Hier berichtet er, wie der Bau von drei neuen Kapellen den Lebensmut seiner Priester und Gläubigen stärkt. 

Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

Diese maronitische Ikone ist auf der Vorderseite der Visitenkarte von Erzbischof Samir Nassar aufgedruckt. Foto: missio

Diese maronitische Ikone ist auf der Vorderseite der Visitenkarte von Erzbischof Samir Nassar aufgedruckt. Foto: missio

Es geschah am Dienstag, den 26. März 2013, um 11 Uhr, als ein Granatsplitter Diakon Camille in unserer Erzeparchie Damaskus auf dem Weg zur Kirche tötete. Nach seinem Tod baten mich die Eltern der Priester der Erzeparchie dringend, Damaskus zu verlassen. Sie fürchteten um die Sicherheit ihrer Kinder. Ich schlug meinen Priestern damals vor, wegzugehen, wenn sie es denn wollten. Die Diözese hat nicht das Recht dazu, sie unter diesen Bedingungen dazubehalten. Alle haben geantwortet: „SIE BLEIBEN, WIR BLEIBEN“.

Seitdem hat uns die Vorsehung beschützt. Unser Märtyrerdiakon hatte die Aufgabe, Brot an die Armen zu verteilen. Die Priester haben seine Tätigkeit übernommen und jeder von ihnen ist zum Sozialarbeiter geworden – ein guter Samariter, der über die karitativen Aktivitäten in seiner Pfarrei wacht. Dies ist wegen der heftigen Kämpfe in Syrien und der Flüchtlingsströme erforderlich, die leider jeden Tag zu uns kommen.

Das Jahr 2015 war für die Diözese ziemlich schwierig: zwei Granaten verursachten erhebliche Schäden an der historischen Kathedrale, das Dach der Bibliothek fing Feuer und stürzte ein, die alten Sanitäreinrichtungen von 1958 brachen unter dem Feuer zusammen und auch das Zimmer von Father Jean geriet in Brand. Die schweren Restaurierungsarbeiten wurden während meiner Abwesenheit – aus gesundheitlichen Gründen – von Priestern durchgeführt. Sie verzichteten auf Ruhetage, um diese Arbeiten zum Abschluss zu bringen.

Als Geste des Aufbegehrens gegen Tod und Zerstörung begannen diese mutigen Priester mit dem Bau dreier Kapellen am Stadtrand von Damaskus und aktivierten dadurch die Gläubigen in Syrien

Als Geste des Aufbegehrens gegen Tod und Zerstörung begannen diese mutigen Priester mit dem Bau dreier Kapellen in den bescheidenen Bezirken am Stadtrand und aktivierten dadurch die Gläubigen in der Nähe dieser drei Projekte, die ein Zeichen der Hoffnung und des Glaubens für die Zukunft der Kirche in Syrien sind. Diese Vitalität hebt ihre Pastoral der Nähe während dieses Jahr der Barmherzigkeit und des großen Leidens hervor.

Die erste Kapelle, die den Märtyrern von Damaskus (1860) gewidmet ist, wurde am 8. Januar 2016 eingeweiht. Zwei weitere Kapellen werden folgen. Die erste Kapelle ist ein Schritt auf dem Weg zum Wiederaufbau. Nur der Herr schenkt Frieden. Die Kirche und unser guter Hirte sind stolz auf diese Priester, auf diese wachsamen Diener, die auch unter den Bomben an ihrer Sendung festhalten. Sie sind die Stärke und das Unterpfand für eine bessere Zukunft einer gemarterten Christenheit, die sich weigert zu sterben.

Syrien braucht Soforthilfe, Schulbildung, interreligiösen Dialog. Hilfe für Traumatisierte, lokale Friedensinitiativen und die Ermutigung der Menschen zum Bleiben

“Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit – Syrien”. Diese Studie der Deutschen Bischofskonferenz, die maßgeblich von missio Aachen erarbeitet wude, wurde am 30. November in Berlin vorgestellt. Prälat Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen, gab bei der Pressekonferenz zur Vorstellung folgendes Statement ab: 

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer (Foto: missio)

missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer (Foto: missio)

Mehr als 250.000 Tote, über eine Million Verletzte, über vier Millionen Flüchtlinge und mehr als 7,6 Millionen Binnenvertriebene.[1] Zerstörte Schulen und Gesundheitseinrichtungen; die Wirtschaft des Landes liegt am Boden. Christen geraten zunehmend ins Visier islamistischer Extremisten, Kirchen werden zerstört oder beschädigt, Christen gezielt entführt. Die meisten Menschen in Syrien fliehen aus den vom sogenannten Islamischen Staat kontrollierten Gebieten in Richtung Küstenebene, dort ist es relativ sicher. Auch in der Hauptstadt Damaskus halten sich zahlreiche Flüchtlinge auf, auch wenn die Stadt regelmäßig mit Granaten beschossen wird. Oftmals kehren Binnenflüchtlinge, sobald die Lage in ihrer Heimatregion wieder einigermaßen sicher ist, in ihre Dörfer und Stadtviertel zurück. Nicht selten finden sie ihre Häuser beschädigt, Kirchen und Moscheen mutwillig zerstört und Schulen unbenutzbar vor. Wie können wir als katholisches Missionswerk in einer solchen Situation helfen? Mehr lesen

Wie überfallene assyrische Christen in Syrien Zuflucht finden

Archimandrit Emanuel Youkhana von der christlichen Organisation CAPNI hat über den Überfall des sogenannten Islamischen Staates (IS) auf assyrisch-christliche Siedlungen in Syrien am 23. und 24. Februar berichtet. Hier hat er dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio in Aachen Bilder zur Verfügung gestellt, wie geflohenen assyrischen Christen in der assyrischen Kathedrale in Hasseke geholfen wird. 

Hasseke 2 Mehr lesen