Bei IS-Angriff auf Kirkuk 71 Mädchen aus katholischem Studentenwohnheim gerettet

Mirkis

missio-Projektpartner Mgsr. Yousif Thomas Mirkis ist seit 2014 Chaldäischer Erzbischof vom Erzbistum Kirkuk-Sulaimaniya.

Bei den Kämpfen gegen den sogenannten “Islamischen Staat” im Nord-Irak haben die Terroristen die Stadt Kirkuk angegriffen. Dabei kamen auch Einrichtungen von missio-Projektpartner Monsignore Yousif Thomas Mirkis, Chaldäischer Erzbischof des Erzbistums Kirkuk-Sulaimaniya, unter Beschuss. 71 Mädchen konnten wie durch ein Wunder gerettet werden. Hier berichtet er über den Angriff.

Aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

In der Nacht vom Donnerstag, den 20. Oktober, auf Freitag, den 21. Oktober2016, wurde die Stadt Kirkuk im Irak von einer bedeutenden Gruppe von Terroristen (Daesh) angegriffen, die auf das Gouvernorat und die Gebäude der Polizei und der Sicherheitskräfte abzielten. Doch angesichts des starken Widerstands der Sicherheitstruppen flüchteten sich die Terroristen in die umliegenden Häuser.

Unter diesen Bauwerken, die das Gouvernorat umgeben, befand sich der Konvent der Dominikanerinnen der heiligen Katharina von Siena sowie vier Häuser, in denen unser Bischofsamt Universitätsstudenten untergebracht hatte. Unsere Erzdiözese der Chaldäer nimmt ja seit drei Jahren geflüchtete Schüler unseres irakischen Volkes sowie aus allen Denominationen auf: Christen (nicht nur Chaldäer!), Jesiden, Muslime sowie Sabäer – bis jetzt sind es mehr als 500 Studenten und Studentinnen, die aufgenommen wurden.

In diesen vier Häusern gab es 71 Studentinnen, die sich darauf vorbereiten, Universitätskurse in verschiedenen Studienrichtungen an den dreizehn Fachbereichen zu beginnen, die an der Universität von Kirkuk angeboten werden.

So sah das Studentenwohnheim der chaldäischen Kirche im nord-irakischen Kirkuk nach dem Angriff der Terroristen des sogenannten "Islamischen Staates" von außen aus. Foto: missio / Mirkis

So sah das Studentenwohnheim der chaldäischen Kirche im nord-irakischen Kirkuk nach dem Angriff der Terroristen des sogenannten “Islamischen Staates” von außen aus. Foto: missio / Mirkis

Wir haben einen Mitarbeiter, der sich um die Studenten und die vertriebenen Menschen in der Diözese kümmert, nach den Geschehnissen befragt, worauf er folgendes zur Antwort gab: „Am Morgen des Freitags (21. Oktober), bemerkten die Studentinnen, dass Leute an den Häusern hochkletterten, sich in den Gärten aufstellten und anfingen, zum muslimischen Gebet aufzurufen. Eine Studentin hat einen der mit einem Sprengstoffgürtel stark bewaffneten Männer sogar fotografiert. Wir haben die Sicherheitskräfte über den Ernst der Lage benachrichtigt. Die Studentinnen sind den ganzen Tag über angsterfüllt in den Häusern ohne Strom bis zum Abend geblieben, als der Sturmangriff durch die irakischen Spezialeinheiten unternommen wurde, doch das Trommelfeuer war in allen Richtungen derart heftig, dass sie nicht befreit werden konnten. Ich habe einen Plan für die Rettung der Mädchen des ersten Hauses gemacht – sie waren zu vierzehnt – und das trotz der Scharfschützen auf den Nachbardächern. Dann sind wir um 2:00 Uhr morgens zurückgekehrt, um die zweite Gruppe Mädchen zu retten, die zu siebent waren. Doch das Gefährlichste war, dass sich vier Terroristen bereits im selben Haus befanden, in dem sich die sieben Mädchen in einem angrenzenden Zimmer versteckt hatten. Während die Terroristen aßen und tranken, sind die Mädchen unter den Betten geblieben, und der Herr hat die Terroristen geblendet. Da ich mit dem Handy mit den Mädchen in Kontakt war, ging ich das Risiko ein und bat sie, barfuß an die Mauer an der Rückseite des Hauses hinauszukommen, von wo wir sie nacheinander abholen wollten. Das musste innerhalb einer Minute passieren, und so geschah es auch. Die Mächte, die mit mir waren, waren von beispielhafter Energie und vorbildlichem Mut. So sind im Dunkel der Nacht und trotz der Schüsse, die unablässig um uns herum fielen, alle gerettet wurden.

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Warnung vor Racheakten im Irak und Aufruf zur Wiederversöhnung nach der Offensive gegen den IS

Pater Jens Petzold hilft seit vielen Jahren Flüchtlingen, die wegen des Krieges im Irak Zuflucht und Schutz suchen.

Pater Jens Petzold hilft seit vielen Jahren Flüchtlingen, die wegen des Krieges im Irak Zuflucht und Schutz suchen.

Rund zwei Millionen Muslime, die meisten davon Sunniten, haben Schutz in der kurdischen Region des Iraks gefunden. In den nächsten Monaten wird noch eine weitere Million Sunniten wegen der Offensive gegen den IS in Mossul in diese Region fliehen müssen. missio-Projektpartner Pater Jens Petzold berichtet von der Situation vor Ort. 

Menschen müssen vor den Angreifern fliehen, die ihrer eignen Religion angehören. Vergleichen kann man die Situation mit dem ersten Weltkrieg als die zwei großen katholischen Nationen, Italien und Österreich, einen blutigen Krieg führten.

Die Zivilbevölkerung, die in Mossul geblieben ist, folgt nicht zwangsläufig den Überzeugungen des IS. Wenn diese Menschen nicht unmittelbarer Bedrohung ausgesetzt sind oder waren, bleiben sie in ihren Häusern und ihrem Eigentum. Mit der Wiedereroberung Mossuls könnten sie aber in großer Gefahr sein. Wir fragen uns warum die Menschen sich geweigert haben gegen den IS zu kämpfen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir normalerweise nicht ideologisch sondern pragmatisch handeln. Wir sind bereit dazu ein Teil unserer Freiheit aufzugeben, wenn wir im Austausch ein „normales“ Leben führen können.

Unsere Aufgabe ist es im Moment die Opfer und Betroffenen aufzufangen und zu versorgen. Natürlich müssen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, jedoch können die Opfer des Krieges nicht durch Bestrafung wieder zum Leben erweckt werden, deswegen ist die Wiederversöhnungsarbeit von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Landes. Gerechtigkeit, die eigentlich Rache ist, würde der Logik des IS folgen. Bei so einem Verständnis von Gerechtigkeit gibt es keinen Platz für Wiederversöhnung. Auch wenn wir eine Art Befriedigung durch die Bestrafung der Schuldigen empfinden würden, würde das dem Prozess der Wiederversöhnung nicht helfen. Wenn wir gemeinsam für eine Zukunft Iraks und Syriens arbeiten wollen, müssen wir den Weg der Vergebung gehen.

Als Christen wissen wir, dass Wiederversöhnung nicht durch bloßes Vergessen geschieht. Vergebung und Wiederversöhnung geschehen dadurch, dass sich die Bevölkerung des Leids und Schmerzes bewusst wird. Es ist ein schwieriger Weg von den Opfern des Krieges zu verlangen, dass sie ein friedliches Leben mit ihren Angreifern führen. Dies ist nicht nur ein schwieriger Schritt für die Opfer, sondern auch für diejenigen, die Schuld am Krieg tragen. Sie müssen sich ihren Taten stellen und die Vergebung akzeptieren.

Seitdem das Christentum großen Wert auf die Wiederversöhnung, die auf dem religiösem Glauben basiert, legt, können die Christen im Mittleren Osten viel für den Irak und Syrien tun. Mit der Hilfe der Christen weltweit, können die Christen des Mittleren Ostens Kraft und Mut für die Wiederversöhnungsarbeit ihres eigenen Landes schöpfen.

Hilfsorganisationen bauen Lager auf, um künftige Flüchtlinge zu empfangen. Es wird geschätzt, dass ca. 750.000 bis 1,5 Millionen (größtenteils sunnitische) Flüchtlinge in die kurdische Region des Irak im Zuge der Mossul-Offensive fliehen werden. Zum ersten Mal werden diese Camps geschlossen sein. Wer dort aufgenommen wird kommt dort vorerst nicht wieder raus. Dies aus zwei Befürchtungen heraus.

1. Weil diese Menschen unter IS in den besetzten Gebieten geblieben sind, wird ihnen vorgeworfen Kollaborateure zu sein. Ergo sind Vergeltungsschläge von anderen Vertriebenen und von Kurden möglich also müssen die Lager geschützt werden.

2. Vermutet man, dass neben Deserteuren vom IS auch Schläferzellen mit in die Lager sich einschleusen. Deshalb möchte man erst einmal die Identität von den neuen Vertriebenen abklären bevor man sie in das Kurdische Territorium lässt.

Ich hoffe sehr, dass diese Lager und die Kampfhandlungen sehr genau beobachtet werden, da durch die Wut, die sich in den letzten Jahren gegen den IS angesammelt hat, die Gefahr der Kriegsverbrechen der “Guten” sehr hoch ist.

Aleppo wird nach wie vor bombardiert. Die meisten Opfer sind Zivilisten.

Ich bitte Sie darum für die Ärzte und Helfer, die immer noch in der belagerten Stadt sind zu beten.

Ich bitte Sie darum für die syrische und irakische Bevölkerung zu beten.

Ich bitte Sie darum für Einsicht, die die Spirale der Gewalt beenden kann, zu beten.

Zum Schluss möchte ich Sie darum bitten für die Kämpfer, Soldaten und die militärischen Führer zu beten, auf dass sie inmitten der Kämpfe die Stärke besitzen moralisch richtige Entscheidungen zu treffen.

 

 

Aktuelle Lage im Nord-Irak

Noch wird Mossul von der Terrormiliz IS beherrscht, doch kurdische Kämpfer und die irakische Armee rücken immer weiter vor. Missio-Projektpartner Pater Emanuel Youkhana fasst die Situation vor Ort zusammen.

Die irakische Armee und kurdischen Peschmerga-Kämpfer kommen der Stadt Hamdaniya immer näher. Hier leben die meisten Christen des Landes. Vor der Besetzung durch den IS waren es 50.000 Menschen, die hier lebten. Die Truppen konnten bereits den Abschnitt auf der Hauptstraße zwischen Hamdaniya und Bartella, die nach Mossul führt, wiedergewinnen. Die Luftangriffe und der Beschuss sind abgeklungen. Wir hoffen, dass Hamdaniya und Bartrella bald befreit werden können. Wir hoffen ebenfalls, dass ein weiterer Einsatz Bashiqa befreien kann. Insgesamt konnten heute 200 km² von den IS-Gruppen befreit werden.

Wir befürchten aber nun, dass der IS die Infrastruktur, die Kirchen und weitere öffentliche und private Grundstücke zerstören wird.

Die Peshmarga-Kämpfer und die irakische Armee befinden sich zurzeit in Nineveh Plain, 10 km von Mossul entfernt. 35 km südlich von Mossul befindet sich die irakische Armee. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Befreiungskampf um Mossul nicht beginnt, bevor nicht alle Kräfte in der Nähe von Mossul sind (sowohl im Norden als auch im Osten und Süden). Im Westen gibt es keine Einsätze, da durch dieses Gebiet der Fluchtweg des IS nach Syrien führt. Viele Theorien besagt, dass dieser Weg absichtlich nicht mit Einsatzkräften besetzt ist. Wenn die IS-Kämpfer über diesen Weg fliehen sollten, könnten sie nämlich durch Luftangriffe angegriffen werden.

Die Defensive seitens des IS ist schwächer als gedacht. Sie begehen Selbstmord, legen Autobomben und bombardieren die Straßen, damit das Militär nicht vorankommt. Wir denken nicht, dass der IS in der Umgebung um Mossul herum kämpfen wird, eher im westlichen Teil der Stadt.

Masoud Barzany, Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, besuchte die Frontlinie in Khazir. Während einer Pressekonferenz lobte er die gute Zusammenarbeit zwischen den Peshmarga-Kämpfern und der irakischen Armee.

Wir erwarten eine Massenflucht aus Mossul während der nächsten Tage. Sobald die Truppen vorrücken. Die UN und die irakische Regierung klagen außerdem über den Mangel an Versorgungsequipment.

Lasst uns für die unschuldigen Menschen beten und darauf hoffen, dass dieses dunkle Kapitel der Geschichte bald ein Ende findet.

Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Father Jacques Mourad war in Gefangenschaft des Islamischen Staates. Er glaubt, dass ihn sein lebenslanger Einsatz für den christlich-muslimischen Dialog gerettet hat. Dabei wurde er auch unterstützt von zahlreichen Botschaften von Menschen aus Deutschland, die ihm durch missios Solidaritätsaktion Mut zusprechen. Machen auch Sie mit!

Rund 300 Solidaritätskarten für Jacques Mourad haben uns bereits erreicht.

1. Father Jacques, was möchten Sie den Menschen sagen, die Ihnen diese ermutigenden Worte geschrieben haben?

Ich bin von der Anteilnahme und der Solidarität sehr gerührt und möchte mich für die Idee bedanken. Ich danke unseren Freunden, die für mich gebetet haben. Dank Euch und wegen eures Gebets kann ich heute hier sein – nicht nur ich, sondern auch 250 weitere Menschen, die vom IS in Gefangenschaft genommen wurden. Dank Euch konnten wir gerettet werden. Danke.

2. Wie wichtig ist den Menschen in Syrien diese Solidarität – sowohl die materielle Hilfe wie auch die Solidarität im Gebet?

Das ist ein großes Rätsel. Die Kirche ist auf der ganzen Welt eine große Gemeinschaft. Die Tatsache, dass viele Menschen die Gottesdienste besuchen, sich die Zeit nehmen, um für das syrische Volk zu beten, für dieses Land das unter Krieg leidet, dafür möchten wir ihnen großen Dank spenden. Das ist eine enorme Unterstützung für uns.

Gleichzeitig möchte ich sagen, dass uns die europäischen Völker materiell geholfen haben. Dank der materiellen Hilfe haben diese Menschen etwas zu essen. Sie haben kein Geld, sie haben keine Arbeit, durch die europäische Unterstützung konnten diese Menschen überleben. Außerdem möchte ich mich für die medizinische Versorgung bedanken. Im Krieg leiden viele Menschen unter psychologischem Druck und physischen Krankheiten. Sie sind erschöpft und auf medizinische Hilfe angewiesen. Durch die Unterstützung Europas waren sogar schwierige Operationen möglich, ohne die die Kranken nicht überlebt hätten.

3. Was können die Menschen und die Politik in Deutschland für Syrien und den Nahen Osten tun?

An dieser Stelle möchte ich noch einmal dem deutschen Volk und der deutschen Regierung danken. Ich möchte mich dafür bedanken, dass sie die Menschen hier in Empfang genommen haben. Es war ein herzlicher und familiärer Empfang. Viele der Flüchtlinge, die ich hier in Deutschland besucht habe, haben mir erzählt, dass sie herzlich aufgenommen wurden. Der Regierung möchte ich dafür danken, dass sie viele Menschen gerettet hat, die vor dem Tod im Krieg geflohen sind. Ich bitte darum „Helfen Sie dem syrischen Volk, sodass wieder Frieden herrschen kann. Unternehmen Sie alle möglichen Anstrengungen, damit die Welt versucht diesen Krieg zu beenden.“

4. Was kann missio tun?

Das, was missio gemacht hat, ist enorm. Wir tragen einen großen Dank mit uns. Alles was ihr für uns getan habt und immernoch tut – danke dafür und macht weiter so. Wir sind auf eure Hilfe und Freundschaft angewiesen. Wir sind auf eure spirituelle und materielle Hilfe angewiesen.

5. Was sagen Sie den Menschen in Deutschland, denen es schwerfällt, Flüchtlinge aufzunehmen und Angst vor dem Fremden und dem Islam haben?

Ich sage ihnen das, was Jesus einst sagte: „Hab keine Angst, meine kleine Herde!“ Wenn wir die Boten Christi sind, wenn wir die Boten des Evangeliums sind, sind wir dazu eingeladen die Weisungen des Herrn zu befolgen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Christi zu verwirklichen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Gottes im Hier und Jetzt zu konkretisieren. Muslime sind nicht unsere Feinde, sie sind unsere Brüder, daran sollten wir uns erinnern. Nicht alle Muslime sind radikale Islamisten oder Fundamentalisten – das sollten wir nicht vergessen. Wir sollten dazu beitragen, dass die Liebe Gottes zur Wirklichkeit wird. Habt keine Angst vor Herausforderungen, die Liebe Gottes wird alle Menschen retten.

Machen auch Sie mit bei der Solidaritätsaktion für Fr. Jacques Mourad!

Father Sebastiano d’Ambra warnt vor Eskalation der Gewalt auf Mindanao

Father Sebastiano d'Ambra ist der Gründer der christlich-muslimischen Dialogbewegung Silsilah in den Philippinen.

Father Sebastiano d’Ambra ist der Gründer der christlich-muslimischen Dialogbewegung Silsilah in den Philippinen.

Father Sebastiano d’Ambra ist der Gründer der christlich-muslimischen Dialogbewegung Silsilah in den Philippinen. Im Interview mit missio bewertet er den terroristischen Anschlag in der südphilippinischen Stadt Davao und warnt vor einer Eskalation der Gewalt.           

Es sei eine Art Warnschuss der Terrorgruppe Abu Sayyaf gegenüber dem neuen philippinischen Präsidenten Duterte. Grund sei, dass der neue Präsident auf Mindanao lokalen Drogenbossen und Organisationen den Kampf angesagt habe, die in Verbindung mit Abu Sayyaf stünden.  

Zu dem Attentat hat sich die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf bekannt, die gegen die Zentralregierung für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der Philippinen kämpft.

Situation vor Ort

Die Polizei des neuen Präsidenten ist gegen den illegalen Handel mit Drogen. Erst vor kurzem hat er Anweisungen dazu gegeben besonders in den südphilippinischen Regionen Basilan und Jolo gegen die Abu Sayyaf Gruppe vorzugehen. Denn diese Gruppe hat Kontakt zu den Drogen-Bossen. Mit dem Anschlag will Abbu Sayyaf den Präsidenten warnen, weiter gegen sie vorzugehen. Meiner Meinung nach, ist das ein Signal von Abu Sayyaf an den Präsidenten, sich nicht gegen sie zu stellen, denn sie werden Vergeltung üben. Zusätzlich sind sie mit den Drogenbossen vernetzt und ich glaube, sie versuchen gemeinsam den Präsidenten daran zu hindern gegen beide vorzugehen. Momentan versuchen sie, die Aufmerksamkeit des Militärs in verschiedene Richtungen zu lenken. Dafür spricht auch, dass sie zur gleichen Zeit des Anschlags wahrscheinlich auch für den Anschlag auf ein Elektrizitätswerk in Cotabato verantwortlich gemacht werden können.

Die Zahl der Toten nach dem Bombenanschlag in Davao ist auf insgesamt 14 gestiegen, die Zahl der Verwundeten bei 68.

Auswirkungen des Anschlags
Der Anschlag gibt den Christen ein unsicheres Gefühl und er fördert das Misstrauen zu den Muslimen, obwohl der Angriff an sich von den Terroristen kommt. Trotzdem wird das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen immer schwieriger werden. Panik wird in Davao aufkommen, denn diese Region galt bislang als sicher. Auswirkungen wird der Angriff sicherlich auch auf den Tourismus und die Wirtschaft in Davao haben.

Reaktion Dutertes

Präsident Duterte rief nach dem Bombenanschlag den “State of Lawless Violence” aus. Das bedeutet, dass die bewaffneten Truppen der Philippinen der Polizei helfen dürfen, die Nation vor der Kriminalität der Abu Sayyaf Gruppe zu schützen.

Rolle der Kirche

Die Kirche in Mindanao befindet sich in einem Prozess der Reflexion. Zufälligerweise wird am 19 September eine Konferenz in Davao stattfinden „Die Bischofs-Ulama Konferenz“. Auch Präsident Duterte hat seine Anwesenheit zugesagt. Ich werde ebenfalls da sein, und ich bin sicher, dass in dieser Konferenz einige wichtige Punkte besprochen werden.

Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Unser Projektpartner Pater Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er wurde von Terroristen des „Islamischen Staates“ entführt. Er konnte fliehen. Gerettet hat ihn sein unerschütterlicher Glaube an ein friedliches Miteinander der Religionen. Die Hoffnung auf Frieden darf nicht sterben!

Machen Sie mit und senden Sie Pater Mourad eine persönliche Nachricht der Ermutigung für seinen Einsatz für den Frieden im Nahen Osten! Die Ermutigungsbeiträge werden am 9. Dezember zum Tag der Menschenrechte an Pater Jacques Mourad weitergeleitet.

missio ruft zum Friedensgebet für Syrien auf

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Syrien ruft das Internationale Katholische Missionswerk missio die Christen und alle Menschen guten Willens in Deutschland gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Priester Jacques Mourad zum Friedensgebet für Syrien auf. Dazu stellt das Hilfswerk eine Gebets-Vorlage zur Verfügung, die für Andachten, Impulse und andere Gebetsformen von Pfarrgemeinden, Schulen und anderen Interessierten genutzt werden kann. Gebets-Vorlage für den Frieden in Syrien, das Friedensgebet von Jacques Mourad und Ermutigungskarten für den missio-Partner können hier heruntergeladen werden.

Pater Jacques Mourad spricht Gebets-Video ein

Gleichzeitig hat Pater Jacques Mourad ein Friedensgebet für missio geschrieben, das er als Video für missio eingelesen hat. Sie können es hier ansehen. Pater Jacques Mourad widmet sein Leben dem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Er arbeitete in der Gemeinschaft Mar Musa in Syrien. Das provozierte die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ so sehr, dass sie ihn gemeinsam mit rund 250 weiteren Menschen entführte. Nach fünf Monaten konnte er im Oktober 2015 fliehen. Jetzt arbeitet er ungebrochen weiter für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Derzeit lebt er im Irak.

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