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Anwalt und Aktivist Nguyen Van Dai wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt

Beitrag von asianews.it

logo vietnam2Zusammen mit fünf weiteren Aktivisten, die sich für die Demokratie einsetzen, wurde Nguyen Van Dai wegen “Aktivitäten, die zum Umsturz des Staates führen” verurteilt. Insgesamt 66 Jahre und 17 Jahre Hausarrest wurden verhängt. Die Verurteilten gehören der Bruderschaft für Demokratie an, eine Gruppe, die Van Dai 2013 ins Leben rief, um die Menschenrechte und demokratischen Ideale zu verteidigen.

In Hanoi wurde der Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai wegen „Subversion“ zu 15 Jahren Haft und fünf Jahren Hausarrest verurteilt. Dies wurde von seiner Frau Vu Minh Khanh, die außerdem noch sagte, dass die anderen Verurteilten zu sieben bis zwölf Jahren Haft verurteilt wurden.

Nguyen Van Dai, seine Kollege Le Thu Ha, und die Journalisten Pham Van Troi, Nguyen Trung Ton, Truong Minh Duc und Nguyen Bac Truyen, wurden gestern wegen “Aktivitäten, die zum Umsturz des Staates führen” nach vietnamesischem Strafrecht, §79 verurteilt. Die maximale Strafe für dieses Vergehen bedeutet lebenslänglich oder gar die Todesstrafe, für diejenigen, die schuldig gesprochen werden.

Die Verurteilten machten Kampagnen für die Opfer von Unrecht, Religionsfreiheit und politische Gefangene und deren Familien.

Duc und Ton have haben beide jeweils 12 Jahre Haft und 3 Jahre Hausarrest bekommen. Truyen bekam 11 Jahre und 3 Jahre Hausarrest. Ha, die einzige Frau in der Gruppe, bekam 9 Jahre Haft und  2 Jahre auf Bewährung. Troi 7 Jahre und 1 Jahr Hausarrest

Dai wartete auf das Urteil seit Dezember 2015. Vorher saß er vier von fünf Jahren ab, die er 2007 wegen „Anti-Staatspropaganda“ bekam.

Das Gericht berief hunderte von Polizisten vor das Gerichtsgebäude, die einen Marsch verhindern sollten, der von den Familien der Verurteilten organisiert wurde. Mehr als ein Duzend Personen wurde vor der Verhandlung verhaftet. Andere wurden gehindert das Gerichtsgebäude zu betreten.

 

 

Und sie drehte sich zu ihm um…

Das Leben kehrt wieder zurück nach Qaraqosh.

Das Leben kehrt wieder zurück nach Qaraqosh.

John 20: 14-16 erzählt uns, wie Maria zum Grab ging, um den Körper ihres Sohnes zu sehen. Während ihrer Suche, dreht sie sich um, erkennt aber nicht den Herrn. Also sucht sie weiter. Als er ihren Namen spricht, dreht sie sich erneut um, und sie wusste, dass es der Herr war, der zu ihr sprach.

Maria macht sich Sorgen. Sie fühlt, dass der Herr nicht an ihrer Seite ist. An diesem Punkt, suchen wir ­– wie Maria – nach Gottes Angesicht, sind perplex und drehen uns ständig im Kreis. Wir stellen uns selbst und alles was wir tun in Frage. Wer handelt auf die richtige Art und Weise? Diejenigen, die zurück in die Nineveh-Ebene zurückkehren? Oder diejenigen, die im Exil bleiben? Oder diejenigen, die das Land verließen?

Menschen, die in der Zukunft zurückkehren werden, sehen die Zukunft darin, ihre Kinder zur Schule gehen zu sehen. Für sie ist Zukunft ihre Stadt wieder aufzubauen. Zukunft bedeutet für sie, dass ihre Straßen gesäubert und wieder repariert werden. Und trotzdem gibt es so viel mehr, was noch gemacht werden muss. Menschen, die hart arbeiten wollen und Hoffnung für die Zukunft haben, gibt es viel, aber etwas bremst sie bei ihrer Reise aus. Tief im Inneren fragen sich die Menschen: Wie lange wird die Zeit der Ruhe andauern? Jeden Morgen beginnen wir einen neuen Tag, aber am Ende desgleichen Tages fragen wir uns, ob das, was wir getan haben, überhaupt Sinn macht, weil unsere Leben von den Terroristen bedroht werden. Die Position unserer schwachen Regierung und der Mangel an ernsten Handlungen dem gegenüber, was gerade in der Nineveh-Ebene passiert – und im ganzen Land – lässt die Menschen darüber nachdenken, ob sie in den Irak zurückkehren oder dort bleiben sollen. Diesmal macht die Regierung sehr viele Versprechen, aber wir erkennen, dass dies womöglich an den bevorstehenden Wahlen im Mai 2018 liegt.

Diejenigen, die zurückgekehrt sind, sehen immer noch die Ruinen, die die ISIS hinterlassen hat. Die Menschen hören immer noch das Geräusch der Minen und Bomben (wie in Qaraqosh und Bashiqa). Aber sie leben weiter. Während dieser Reise wissen wir, dass der Herr an unserer Seite ist, auch wenn der Krieg die Sicht trügt. Vielleicht müssen wir verstehen, dass der Herr nach uns ruft und uns zeigen will, dass es vielleicht einen neuen Sinn im Leben gibt, dass wir alle Widersprüche in der Realität annehmen sollen und weitermachen sollen, in Vertrauen darauf – und in denn Herrn –, dass das, was wir tun, eine höhere Bedeutung hat.

Als eine Gemeinschaft teilen wir mit unserem Volk die Freude ein neues Leben zu beginnen und zurückzukehren. Aber wir teilen auch die Sorgen von morgen. Sowohl unsere Arbeit an der Grundschule und den zwei Kindergärten, die wir in Qaraqosh und Telusquf haben, als auch die pastorale Arbeit mit den lokalen Priestern, hilft uns dabei den richtigen Weg auf der Suche nach dem Herrn zu finden. Diejenigen, die zurückgekehrt sind, für sie hat das geographische Exil geendet, aber jeder weiß, dass wir zu Gott zurückkehren werden. Viele Menschen waren für einige Jahre entwurzelt. Durch diese Entwurzelung haben sie sich von ihren Traditionen, Kirchen und sich selbst entfernt.

Diejenigen, die nicht in die Nineveh-Ebene zurückgekehrt sind, für sie arbeiten wir in der Schule und in den beiden Kindergärten. Es ist unsicher, was sie nächstes Jahr machen werden, denn wir haben gehört, dass die Schulen, die der Zentralregierung von Kurdistan gehören, geschlossen werden sollen.

Inmitten von alldem, sehen wir die Hand unseres auferstandenen Herrn, der durch alle Menschen mit guten Intentionen und die Hilfsorganisationen lebt, die uns nicht nur beim Wiederaufbau geholfen haben, sondern auch in den Ministerien eine großartige Unterstützung geleistet haben, wirkt. Möge Gott all ihre Bemühungen segnen. Wisse, dass das, was du tust, in erster Linie Menschen helfen soll.

Wir glauben daran, dass wir eines Tages, die Stimme Gottes erkennen werden und uns zu ihm umdrehen werden, sodass wir zurück zu unserer Gemeinschaft zurückkehren können, um kundzutun, dass wir den Herrn gesehen haben.

 

Mehrjährige Haftstrafen für Dissidenten in Vietnam

(dpa)

Von links: Tran Hoang Phuc, Vu Quang Thuan und Nguyen Van Dien  bei einer Aktion für die Freilassung des Bloggers Nguyen Huu Vinh und des Dissidenten Tran Huynh Duy Thuc

Von links: Tran Hoang Phuc, Vu Quang Thuan und Nguyen Van Dien
bei einer Aktion für die Freilassung des Bloggers Nguyen Huu Vinh und des Dissidenten Tran Huynh Duy Thuc

Wegen regierungskritischer Videoclips sind drei Dissidenten in Vietnam zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Hanoi befand die Männer im Alter von 23 und 51 Jahren am Mittwoch für schuldig, mehr als ein Dutzend Videos in soziale Netzwerke eingestellt zu haben, über die sie die kommunistische Einheitspartei des Landes kritisiert hatten.

Deshalb sollen die Männer nun zwischen sechs und acht Jahre ins Gefängnis. Zudem entschied das Gericht, sie anschließend unter Hausarrest zu stellen. Alle drei hatten die Vorwürfe nach Angaben der Verteidigung zurückgewiesen.

Vietnam ist eines der wenigen Einparteienländer, die es heute noch auf der Welt gibt. Seit einigen Monaten geht die Regierung dort wieder verstärkt gegen die Opposition vor.

Die Märtyrer – Gedanken von Pater Jacques Mourad

Heute am 26. Dezember feiert die katholische Kirche den Tag der Märtyrer, den Festtag des Heiligen Stephanus. Der syrisch-katholische Priester Jacques Mourad war fünf Monate Gefangener des sogenannten “Islamischen Staates”. Er konnte fliehen. Hier schreibt er für missio, wie er christliches Martyrium versteht.

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

 Papst Franziskus hat von den „unbekannten Märtyrern“ gesprochen, die in den Zeiten der Kriege starben. Heute schickt unsere Erde viele Märtyrer in den Himmel. Für mich sind alle Opfer des Krieges Märtyrer, wenn wir die Formulierung seiner Heiligkeit im weitesten Sinne verstehen: Nicht nur, dass Christen Märtyrer sind, sondern auch, dass es nicht getaufte Märtyrer gibt.

Das Bild der Märtyrer nach der Apokalypse stellt uns Abertausende Märtyrer vor. Die Geschichte der Christen erzählt uns von Abertausenden von Märtyrern, die sich aus Liebe zu Christus hingaben, der uns durch seinen Tod und durch seine Auferstehung erlöst hat. Sie folgten dem Beispiel Jesu, der uns lehrt, dass der Tod nicht mehr das Böse darstellt – er ist der Weg zum Frieden und zur Wahrheit. Die Apostel sind diesen Weg gefolgt, und bis zum heutigen Tag haben die Christen dies verstanden und sie folgen ihm.

Märtyrer zu werden, macht einen wesentlichen Teil unseres Glaubens und unserer Geschichte als Christen aus

Der Platz der Märtyrer hat in der Erfahrung der Geschichte des Christentums stets eine zentrale Bedeutung eingenommen. Seit dem Jahr 211 hat die christliche Gemeinschaft damit begonnen, den Todestag der christlichen Märtyrer zu datieren – etwas später fingen sie damit an, über den Gräbern der Märtyrer Kirchen zu errichten, wohin sie ihre Reliquien in den Altar legen sowie einen Raum weihen, um dort ihre Gebeine abzulegen, damit die Gläubigen die Möglichkeit haben, sich segnen zu lassen.

Märtyrer zu werden, macht einen wesentlichen Teil unseres Glaubens und unserer Geschichte aus. Solange es Verfolgungen und Kriege gibt, ist es daher ganz normal, dass es Märtyrer gibt und immer welche geben wird.

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Angst unter Christen im indischen Odisha

Vor zehn Jahren wurden Christen in der indischen Region Kandhamal angegriffen. Bis heute sind sie in Gefahr.

Vor zehn Jahren wurden Christen in der indischen Region Kandhamal angegriffen. Bis heute sind sie in Gefahr.

Auch im indischen Bundesstaat Odisha wächst vor Weihnachten die Furcht vor Anschlägen.

Vor zehn Jahren waren dort in der Region Kandhamal bis zu 100 Christen während hindu-nationalistischer Gewaltausbrüche getötet und rund 56.000 Menschen vertrieben worden. „Hindu-Nationalisten streuen Gerüchte, dass sie am 22. und 23. Dezember in der Region größere Treffen abhalten wollen, das versetzt die Christen in Angst“, berichtet ein missio-Projektpartner. Ihn beunruhige auch, dass in gesamt Indien in der Adventszeit vermehrt Christen von der Polizei festgenommen und christliche Adventsfeiern aufgelöst worden seien. So seien 30 Priesterseminaristen und zwei Priester am 14. Dezember festgenommen, weil sie Adventskonzerte gegeben hatten, was seit über 30 Jahren Tradition habe, berichtet der missio-Partner weiter. Als 8 Priester sich um die Inhaftierten kümmern wollten, seien auch sie verhaftet worden. “Wie die Polizei hier mit den Nationalisten kooperiert, ist beschämende”, sagte unser Partner. Das habe alle Christen in Indien betroffen gemacht und lasse für Weihnachten weitere Repressionen oder auch Gewalt befürchten.

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Unsicherheit in der Diözese Yola während der Weihnachtszeit

Bischof Stephen Mamza (4)Unser missio-Projektpartner aus Nigeria, Bischof Stephen Mamza berichtet von der Anspannung und der Angst der Menschen während der Weihnachtszeit in der Diözese Yola.

Die Übergriffe und terroristischen Aktivitäten von Boko Haram, einer berüchtigten dschihadistischen Gruppe, und ihrem Zwilling, einer plündernden Gruppe von mordenden Nomaden, in und um den Nordosten Nigerias, haben die christlichen Kirchen vor Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit gestellt. Beide Gruppen haben Kirchen angegriffen und zerstört. Sie haben junge christliche Mädchen vergewaltigt und entführt, die muslimisch-christlichen Beziehungen verschlechtert und eine große humanitäre Krise verursacht. Diese Vorfälle haben die christliche Kirche in dieser Region verunsichert. Die Diözese Yola will auf diese Herausforderungen mit interreligiösem Dialog, der verstärkten humanitären Arbeit mit den Binnenflüchtlingen und höherer Wachsamkeit antworten.

Wir wollen auf jede Gewalt Antworten auf der Grundlage des Christentums als einer Religion des Friedens, des Mitgefühls und der Liebe zum allmächtigen Gott und der Nächstenliebe finden:

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Verurteilung des Angriffs auf die Bethel Memorial Kirche in Pakistan

Die Bethel Memorial Church in der pakistanischen Stadt Quetta, die Provinzhauptstadt Belutschistans, wurde am dritten Advent brutal angegriffen. Dabei sind acht Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Bisher hat noch keine Terrorgruppe die Tat für sich beansprucht. Dazu haben katholische Kirchenvertreter eine Stellungnahme abgegeben, die missio vorliegt.

pakistanflaggeDarin haben Erzbischof Dr. Joseph Arshad, Vorsitzender der NCJP (National Commission for Justice and Peace), Rev. Fr. Emmanuel Yousaf (Mani), nationaler Direktor der NCJP und Herr Cecil S. Chaudhry Exekutivdirektor der NCJP den feigen und unmenschlichen Angriff auf die Kirche verurteilt. Sie sprachen den Opfern ihr Beileid aus. Gleichzeitig würdigten sie die schnelle Reaktion der Polizei und Sicherheitskräfte, die fast 400 Gottesdienstbesucher schützen konnten.

Während der Chief Minister von Belutschistan und andere zuständige Behörden den Angriff nachdrücklich verurteilten, forderte die Kommission die Regierung auf, die Täter vor Gericht zu bringen und extremistische Elemente und Ursachen dieser Intoleranz anzusprechen. Sie betonten ferner die Notwendigkeit, Maßnahmen zum Schutz aller Bürger zu verschärfen, insbesondere während der Weihnachtszeit.  Sie baten die Gemeinschaft auch, mit Beamten zusammenzuarbeiten und ihre Freiwilligendienste für den Schutz und die Sicherheit der Menschen während der Weihnachtszeit auszudehnen.

Die Kommission forderte ferner alle Maßnahmen zur Gewährleistung der tatsächlichen Umsetzung des Urteils des Obersten Gerichtshofs vom 19. Juni 2014 und des nationalen Aktionsplans als oberste Priorität der Regierung zur Ausrottung des Terrorismus und des Extremismus aus dem Land zu verfolgen. Darüber hinaus wurde die Regierung gebeten, sich mit den Freiwilligen der örtlichen Kirche zusammenzuschließen, um Ihnen eine angemessene Ausbildung in Notsituationen zu bieten.

Erzbischof Dr. Joseph Arshad und Pater Emmanuel Yousaf erklärten weiter, dass die Ungewissheit des Lebens unvermeidlich ist. Trotzdem nimmt die Anzahl, die auf solch eine Art und Weise umgekommen sind, in Pakistan zu. Wir beten also zu unserem Herrn Jesus Christus, dass er uns als Nation Kraft, Weisheit, Toleranz und Frieden gewähren möge. Möge Gott den Familien der Opfer Kraft geben, um den Verlust ihrer Geliebten zu ertragen. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung.