Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Pater Jacques Mourad kämpft ungebrochen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen.

Unser Projektpartner Pater Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er wurde von Terroristen des „Islamischen Staates“ entführt. Er konnte fliehen. Gerettet hat ihn sein unerschütterlicher Glaube an ein friedliches Miteinander der Religionen. Die Hoffnung auf Frieden darf nicht sterben!

Machen Sie mit und senden Sie Pater Mourad eine persönliche Nachricht der Ermutigung für seinen Einsatz für den Frieden im Nahen Osten! Die Ermutigungsbeiträge werden am 9. Dezember zum Tag der Menschenrechte an Pater Jacques Mourad weitergeleitet.

missio ruft zum Friedensgebet für Syrien auf

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Father Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Er betet für den Frieden in seiner Heimat. Foto: missio / Marta Wajer

Angesichts der dramatischen Entwicklung in Syrien ruft das Internationale Katholische Missionswerk missio die Christen und alle Menschen guten Willens in Deutschland gemeinsam mit dem syrisch-katholischen Priester Jacques Mourad zum Friedensgebet für Syrien auf. Dazu stellt das Hilfswerk eine Gebets-Vorlage zur Verfügung, die für Andachten, Impulse und andere Gebetsformen von Pfarrgemeinden, Schulen und anderen Interessierten genutzt werden kann. Gebets-Vorlage für den Frieden in Syrien, das Friedensgebet von Jacques Mourad und Ermutigungskarten für den missio-Partner können hier heruntergeladen werden.

Pater Jacques Mourad spricht Gebets-Video ein

Gleichzeitig hat Pater Jacques Mourad ein Friedensgebet für missio geschrieben, das er als Video für missio eingelesen hat. Sie können es hier ansehen. Pater Jacques Mourad widmet sein Leben dem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Er arbeitete in der Gemeinschaft Mar Musa in Syrien. Das provozierte die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ so sehr, dass sie ihn gemeinsam mit rund 250 weiteren Menschen entführte. Nach fünf Monaten konnte er im Oktober 2015 fliehen. Jetzt arbeitet er ungebrochen weiter für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Derzeit lebt er im Irak.

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Boko Harams Spaltung sehr gefährlich für verfolgte Christen

Von Fr. Maurice Kwairanga (katholische Diözese Yola, Nigeria)

Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

Fr. Maurice Kwairanga. Foto: Privat

Fr. Maurice Kwairanga. Foto: Privat

Innerhalb der terroristischen Gruppe Boko Haram haben sich zwei erbittert rivalisierende Blöcke herauskristallisiert.Die ursprüngliche Gruppierung war unter der Leitung von Sheik Abubakar Shekau bekannt, während die andere Gruppe von Abu Musab al-Barnawi – ein kürzlich vom sogenannten “Islamischen Staat” Beauftragter – angeführt wird. Sie wollen den Konflikt eskalieren.

Am Dienstag, den 13. September 2016, veröffentlichte ein Anführer einer Untergruppe der islamistischen Sekte Boko Haram ein neues Video auf YouTube, in dem gezeigt wurde, wie Terroristen in großer Anzahl (möglicherweise mit Photoshop nachbearbeitet) während des Festes des Fastenbrechens ihre Gebete verrichten. Diese von Abubakar Shekau angeführten Kämpfer zeigten Anhänger an drei voneinander unabhängigen Gebetsorten, obwohl er selbst in dem Video nicht auftrat. In dem Video brüstete man sich damit, ungeachtet der erheblichen Schwächung, die man durch die militärischen Interventionen in der Region erlitten hat, noch immer eine starke Macht zu sein.

Das YouTube-Video drohte Präsident Muhammadu Buhari und allen anderen, die als Ungläubige betrachtet werden, die totale Vernichtung an. Sie wollen den Präsidenten gefangennehmen

Das YouTube-Video drohte Präsident Muhammadu Buhari und allen anderen, die als Ungläubige betrachtet werden, die totale Vernichtung an. Es widerlege die Behauptung, dass die anhaltenden Militäreinsätze in den Regionen, die bis vor kurzem unter ihrer Kontrolle gewesen waren, ihre Stärke geschwächt hätten. Der Aussage des Videos zufolge werden sich ihre militärischen Fähigkeiten bei der Gefangennahme von Präsident Muhammadu Buhari und allen Ungläubigen noch unter Beweis stellen. Mehr lesen

Nguyen Van Ly bedankt sich für Ihre Unterstützung!

Nachdem der vietnamesische Priester und Menschenrechtsaktivist Nguyen Van Ly aus dem Gefängnis entlassen wurde, möchte er sich nun herzlich für Ihre Unterstützung bedanken: Postkarte_Front_300dpi_3mm_Beschnitt

“Mit Gottes Hilfe kann ich nun an die Diözese zurückkehren. Ich danke Gott und allen Unterstützern. Ich danke allen, die mir in den vergangenen Tagen geholfen und für mich gebetet haben.
Ich möchte Sie alle herzlich grüßen und werde für Sie mehrmals am Tag sowie in den Gottesdiensten beten.
Ich werde Sie, wie schon während meiner Zeit im Gefängnis, während des Gebets nicht vergessen.
In diesem Moment verspreche ich Ihnen, dass ich Sie für immer in Erinnerung behalte, Ihnen danke und mein ganzes Leben lang für Sie bete, auch später wenn ich mit Gott vereint bin.
Ich danke Ihnen und grüße Sie herzlich!”

Auch Reporter ohne Grenzen und missio möchten noch einmal Danke sagen!

Religiöse Autoritäten des Islams über Minderheiten in muslimischen Mehrheitsgesellschaften

Theophilus Bela aus Indonesien ist Protagonist der “Aktion Lebenszeichen” von missio für bedrängte Christen weltweit. Er hat uns jetzt einen Bericht geschickt von einem interreligiösen Treffen am 12. und 13. Mai in Tokio, das den vergangenen G-7-Gipfel in Japan begleitet hat. Wichtigster Inhalt der Unterredung war der Schutz von und das volle Staatsbürgerrecht von Minderheiten in muslimischen Mehrheitsgesellschaften. Am Ende des Beitrags steht ein Aktionsplan. Hier der Bericht von Theophilus Bela:

Aus dem Englischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

Von links nach rechts: H.E Dr Mohammed Mataar al Kaabi, U.A.E, Chairman, General Authority of Islamic Affairs and Religious Endowments; Ayatollah Ahmad Moballeqi, IRAN, Rector, University of Islamic Religions; Dr. William Vendley, Secretary General, Religions for Peace; H.E. Shaykh Abdallah bin Bayyah, U.A.E, President, Forum for Promoting Peace in Muslim Societies and Co-Moderator, Religions for Peace; Hon. Mme Fatemeh Hashemi-Rafsanjani, IRAN, Secretary General, Women's Solidarity Association and Honorary President, Religions for Peace; and H.E. Dr. Abdullah al Matouq, KUWAIT, United Nations Secretary General's Humanitarian Envoy for Kuwait. Foto: missio / Theophilus Bela

Von links nach rechts: H.E Dr Mohammed Mataar al Kaabi, U.A.E, Chairman, General Authority of Islamic Affairs and Religious Endowments; Ayatollah Ahmad Moballeqi, IRAN, Rector, University of Islamic Religions; Dr. William Vendley, Secretary General, Religions for Peace; H.E. Shaykh Abdallah bin Bayyah, U.A.E, President, Forum for Promoting Peace in Muslim Societies and Co-Moderator, Religions for Peace; Hon. Mme Fatemeh Hashemi-Rafsanjani, IRAN, Secretary General, Women’s Solidarity Association and Honorary President, Religions for Peace; and H.E. Dr. Abdullah al Matouq, KUWAIT, United Nations Secretary General’s Humanitarian Envoy for Kuwait. Foto: missio / Theophilus Bela

Da Staatsoberhäupter aus den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt in Japan zum G-7-Gipfel eintreffen, sind vom 12. bis zum 13. Mai in Tokio weltbekannte religiöse Anführer aus dem Nahen Osten zusammengekommen, um die volle Staatsbürgerschaft für alle Gemeinschaften in Staaten mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit voranzubringen. Dies sei, so erklärten sie, ein unersetzbarer Beitrag zur Verhinderung und Umwandlung des gewalttätigen Extremismus, der Islamophobie und der Fremdenfeindlichkeit.

Die hochrangige internationale Beratung wurde von der UN-Initiative Allianz der Zivilisationen (UNAOC) sowie von Religions for Peace unter dem Motto organisiert: Partnerschaft mit religiösen Führern des Nahen Ostens zur Förderung des Schutzes von Minderheiten in Staaten mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit. Gastgeber der Besprechung war Religions for Peace Japan. Gijun Sugitani, der höchste Mönch der buddhistischen Tendai- Schule in Japan und Vorsitzender von Religions for Peace, erklärte, dass die Ausrichtung der Anhörung ein Ausdruck der Solidarität zwischen den religiösen Führern Japans und denen des Nahen Ostens sei.

Alle anwesenden islamischen Gelehrten stimmten der grundlegenden Bedeutung einer eindeutigen Festlegung der ursprünglichen islamischen positiven Ausrichtung auf friedliche pluralistische Gemeinschaften mit einer vollen Staatsangehörigkeit für alle zu, wie es in der Erklärung von Marrakesch steht

Die Veranstaltung in Tokio brachte mehr als 60 ranghöchste muslimische Führer aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika zusammen sowie international anerkannte bedeutende geistliche Oberhäupter aus anderen Traditionen. Die Beratung bestätigte erneut die vor kurzem verabschiedete Erklärung von Marrakesch, die am 27. Januar 2016 unter der Schirmherrschaft von Seiner Majestät König Mohammed VI. von Marokko und der Leitung von Scheich Abdallah bin Bayyah, dem Präsidenten des „Forums zur Förderung des Friedens in muslimischen Gesellschaften“ (Forum for Promoting Peace in Muslim Societies) mit Sitz in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten herausgegeben wurde. Die Erklärung von Marrakesch stützte sich auf die historische Gemeindeordnung von Medina, eine grundlegende Quelle des Islams, die allen Muslimen viel bedeutet. Sie stellt deutlich die islamische Bereitschaft zur vollen Staatsangehörigkeit religiös unterschiedlicher Gemeinschaften in Gesellschaften mit muslimischen Bevölkerungsmehrheiten klar.

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Danke für Ihre Solidarität: Nguyen Van Ly ist frei!

Pater Ly bei der Ankunft in der Diözese Hue.

Pater Ly bei der Ankunft in der Diözese Hue.

Nguyen Van Ly wurde am 21. Mai in Vietnam aus dem Gefängnis entlassen. Ihre Unterschrift hat mit zu dem internationalen Druck auf die vietnamesische Regierung beigetragen. Reporter ohne Grenzen und missio Aachen bedanken sich deshalb ganz herzlich für Ihre Unterstützung! Nguyen Van Ly saß insgesamt vier Mal in Haft und verbrachte insgesamt 25 Jahre seines Lebens im Gefängnis, weil er sich für Demokratie, Informations- und Religionsfreiheit in seinem Heimatland Vietnam einsetzte. Durch Ihre Unterschriften haben Sie Solidarität mit Nguyen Van Ly gezeigt und haben dazu beigetragen, dass er freigelassen wird.
Nguyen Van Ly ist aber nicht der einzige Menschenrechtsaktivist, der zu Unrecht eine Haftstrafe absitzen musste. Viele weitere Journalisten, Blogger, Priester und Ordensleute leben nicht in Freiheit, weil sie für die Menschenrechte kämpfen, nicht nur in Vietnam – sondern weltweit. Wir werden uns weiter für Sie einsetzen.

Weitere Informationen zu Vietnam sind unter folgenden Links zu finden:

Missio:
www.missio-hilft.de/de/laender-projekte/asien/vietnam/

Reporter Ohne Grenzen:
www.reporter-ohne-grenzen.de/vietnam
t1p.de/2o8d

Zu Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzen, gehört auch Jacques Mourad. Pater Jacques Mourad ist syrisch-katholischer Priester. Sein Leben widmet er dem Frieden zwischen Christen und Muslimen. Das provoziert die Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“. Sie entführten ihn. Nach fünf Monaten kann er im Oktober 2015 fliehen. Seitdem arbeitet er noch intensiver für Frieden, Versöhnung und einen gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen im Nahen Osten. Wir würden uns freuen, wenn sie Jacques Mourads Vision unterstützen würde. Sie können ihm eine Karte schreiben – die Karte als pdf finden Sie unter www.missio-hilft.de/media/aktion/lebenszeichen/Karte-Bedraengte-Christen-Pater-Mourad.pdf

Bui Thanh Hieu berichtet auf der re:publica über Diskriminierung von Bloggern in Vietnam

2016-05-03 Republica missio-Panel (1)

Johannes Seibel (missio) führt in das Thema ein. | © Ralf Simon, missio Aachen

Einer der bekanntesten vietnamesischen Blogger ist Bui Thanh Hieu (44). Am 3. Mai berichtete er auf der re:publica 2016 im Talk “#freeLy: Blogger und die Einschränkung von Informations- und Religionsfreiheit in Vietnam” über die dortige Diskriminierung von Andersdenkenden. Unter dem Namen “Der Windhändler” (Nguoi Buon Gio) schreibt er seit 2005 über politische und gesellschaftliche Themen und wurde dafür mehrfach verhaftet. Inzwischen lebt er in Berlin. 

Das Gespräch zwischen Christian Mihr (Reporter ohne Grenzen) und Bui Thanh Hieu gibt es auch hier als Audio-Datei zum Nachhören.

Du blogst aus dem Exil in Berlin. Worüber?
Ich schreibe über politische Vorgänge in Vietnam, also Korruption und Tyrannei, aber auch über Polizeigewalt und Umweltprobleme. In meinen letzten Beiträgen ging es um das massenhafte Fischsterben vor den Provinzen Ha Tinh und Hue. Ich vermute, die Ursache waren Chemieabfälle des ansässigen Stahlwerks Formosa. Doch die Regierung tut nichts, um den Fall aufzuklären.

Wie entdeckst du solche Themen?
Früher habe ich im Internet von Ausschreitungen gelesen und bin hingefahren, um mir selbst ein Bild zu machen. Als ich bekannter wurde, kamen die Leute auf mich zu. Sie riefen mich an, wenn Festnahmen angekündigt waren und baten mich, darüber zu berichten.

Wie kannst du das verifizieren – sie könnten dich doch anlügen?
Warum anlügen? Ich habe sogar gefilmt, wie Polizisten auf Journalisten eingeschlagen hatten. Sie hatten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Ich habe das mit eigenen Augen gesehen. Oft bin ich schon vor der Polizei zu den Leuten gefahren, um den ganzen Einsatz mitzubekommen.

Hast du einen professionellen journalistischen Background?
Nein, ich habe nur einen allgemeinen Schulabschluss und mich danach als normaler Arbeiter durchgeschlagen. Ich habe gemerkt, dass die Leute viel zu sagen haben, es aber nicht konnten. Die Journalisten haben sich auch nicht für sie eingesetzt, weil die vietnamesische Presse dem Regime untersteht. Also habe ich es getan.

Wie viele lesen deine Berichte?
Ich habe einen Blog, ansonsten nutze ich Facebook. Dort folgen mir über 50.000 Leute. Den Klickzahlen nach habe ich noch mehr regelmäßige Leser. Aber sie trauen sich nicht, meine Seite öffentlich zu “liken”, weil sie Sorge haben, sich damit verdächtig zu machen. Das Regime hasst die Direktheit, mit der wir Blogger über viele Themen schreiben. Daher bleibt uns nur das Internet. Ohne das Internet wären wir machtlos.

Ist es schwerer, von Deutschland aus zu arbeiten?
Nein, gar nicht. Ich bekomme ein großzügiges Autorenstipendium von der PEN Stiftung. Auch meine Frau und mein zehnjähriger Sohn leben bei mir. So kann ich mich ganz auf das Schreiben konzentrieren. Ich habe hier schon drei Romane geschrieben, zwei wurden ins Englische übersetzt.

Wie kam es dazu, dass du nun ausgerechnet in Berlin bist?
Ich wurde 2010 eingeladen, einen meiner Texte in Deutschland vorzulesen. Nach meiner Rückkehr wurde ich in Vietnam mehrmals verhaftet, für je zehn oder fünfzehn Tage. Daraufhin bot mir die PEN-Stiftung das Writers-in-Exile Stipendium an.

Leidet deine Familie in Vietnam unter deiner Arbeit?
Meine Familie wird ständig von der Polizei aufgesucht und dafür beschimpft, dass sie mich nicht besser erzogen oder belehrt haben. Sie beschuldigen meine Familie dafür, dass ich angeblich reaktionär sei und die Regierung stürzen will.

Sie könnten aufhören zu bloggen und Ihrer Familie eine Menge Leid ersparen.
Ich glaube, dass diese Arbeit getan werden muss, wenn nicht jetzt, dann im nächsten Leben. Wäre ich kein Blogger, würden die Probleme vielleicht noch größer werden. Das Schöne ist, dass mich meine Familie unterstützt. Meine Mutter war 83, als die Polizei mich verhaftete. Zu den Polizisten sagte sie: “Meinen Sohn trifft keine Schuld. Ich bin stolz auf das, was er getan hat.”

Unterzeichnen auch Sie die Petition von missio und Reporter ohne Grenzen für den inhaftierten katholischen Priester und Blogger Nguyen Van Ly, der stellvertretend für viele weitere Menschenrechtsaktivisten steht.