Archiv für Msgr. Joachim Schroedel

Befreit vom Radikal-Islamismus als Staatsdoktrin…

Von Msgr. Joachim Schroedel, Kairo

Mrsg. Joachim Schroedel ist Pfarrer und Seelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, Ägypten. (Foto: missio)

Mrsg. Joachim Schroedel ist Pfarrer und Seelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, Ägypten. (Foto: missio)

Die Entmachtung des ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens, Dr. Muhammad Mursi, am 3. Juli 2013 mit Hilfe des Militärs wirft mehrere Fragen auf. Für Staaten, die „Erfahrung in Demokratie“ haben, kann eine solche Absetzung nur mit dem Wort „(Militär-)Putsch“ beschrieben werden. Doch kursierten bereits unmittelbar nach dem äußerst knappen Wahlausgang bei der Präsidentschaftswahl im Juni 2012 Vermutungen, die Wahl sei manipuliert oder gefälscht. Es steht fest, dass zum Beispiel vor Wahllokalen Muslimbrüder mit „Geschenken“ die Wähler beeinflussen wollten. Zudem; bei den ersten „freien“ Wahlen durften (natürlich) alle eingetragenen Wähler ihre Stimme abgeben – auch diejenigen, die nicht lesen und schreiben konnten. Schließlich: Die beiden Kandidaten waren der Muslimbruder Mursi und der letzte unter dem gestürzten Präsidenten Mubarak dienende Ex-Ministerpräsident Shafiq. Man sagte damals, man hätte nun die Wahl „zwischen Pest und Cholera“. Selbst einige Christen wählten Mursi, nur um nicht wieder einen Präsidenten zu bekommen, der der „alten Garde“ angehörte.

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Monsignore Joachim Schroedel ist der Seelsorger für die deutschsprachigen Gemeinden im Nahen Osten. Seit 18 Jahren lebt er in Kairo. In einem Interview berichtetet der Priester von der zerbrechlichen Lage in Ägypten, einer zunehmenden Islamisierung, aber auch davon, dass besonders die Katholiken trotz aller Schwierigkeiten ihren Mut nicht verloren haben.