Archiv für Susanne Kruza

Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung Christoph Strässer im missio-Interview

18.425 Unterschriften für die Freiheit der in Pakistan aufgrund des Vorwurfs der Blasphemie zum Tod verurteilten Christin Asia Bibi hat heute, Dienstag, 2. Dezember, 11 Uhr, missio-Präsident Prälat Klaus Krämer im Auswärtigen Amt, Berlin, an Christoph Strässer, Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, übergeben. Johannes Seibel, Pressesprecher von missio, stellte drei Fragen an Christoph Strässer:

Herr Strässer, welche Bedeutung haben nach Ihrer Meinung Petitionen für die Menschenrechtsarbeit überhaupt?

Menschenrechtsbeautragter Christoph Strässer (Foto: KNA / Markus Nowak)

Menschenrechtsbeautragter Christoph Strässer (Foto: KNA / Markus Nowak)

Sie haben große Bedeutung. Denn sie bringen den Willen vieler Menschen zum Ausdruck, mehr für die Menschenrechte zu tun. Und die Forderung, dass die Bundesregierung, die Europäische Union und andere sich stärker engagieren – gegen einzelne Menschenrechtsverletzungen und für eine Welt, in der die Menschenrechte überall und jederzeit geachtet und geschützt werden. Das Eintreten so vieler Menschen für Freiheit und Leben Asia Bibis, im Rahmen der Petition Ihres Missionswerks und vieler weitere Initiativen, steht exemplarisch dafür.

Was passiert mit den Unterschriften, die Ihnen von missio übergeben werden? Wie werden sie in den politischen Willensbildungsprozess eingespeist?

Mit ihren Unterschriften sagen uns alle 18.425 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner: Wir schauen hin. Wir machen Druck. Das ist Ansporn und Verpflichtung für uns als Bundesregierung und für mich persönlich als Menschenrechtsbeauftragter und für die Menschenrechte engagierter Parlamentarier. Wir werden weiter alles uns mit diplomatischen Mitteln Mögliche für eine Aufhebung des Urteils gegen Asia Bibi, gegen den Missbrauch der Blasphemie-Gesetze und für die Religionsfreiheit insgesamt tun.

Haben Sie sich selbst schon einmal an einer Petition beteiligt und warum?

18.425 Unterschriften, rund 28 Kilo schwer, wurden heute im Auswärtige Amt in Berlin übergeben. (Foto: KNA / Markus Nowak)

18.425 Unterschriften, rund 28 Kilo schwer, wurden heute im Auswärtigen Amt in Berlin an Christoph Strässer übergeben. (Foto: KNA / Markus Nowak)

Selbstverständlich habe ich mich regelmäßig an Petitionen beteiligt, etwa vor wenigen Wochen an der „I belong“-Kampagne des UNHCR gegen Staatenlosigkeit. Staatenlose sind recht- und schutzlos. Trotzdem gibt es weltweit mehr als 10 Millionen staatenlose Menschen, alle 10 Minuten wird ein Kind ohne Nationalität geboren. Ich könnte viele weitere Beispiele nennen. Aber vorrangig bin ich als Politiker Adressat von Petitionen. Sie sind ein Mittel der Bürger, ihre Forderungen auszudrücken. Und bei Ihrer Petition sind die 18.425 Unterschriften auch ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Asia Bibi und ihrer Familie.

Weltweit kämpfen Menschenrechtsorganisationen für Asia Bibi. Die missio-Petition ist eine der zahlenmäßig bisher stärksten Petitionen. Weitere Infos zur Aktion und Petition von Asia Bibi hier.

 Link zur Pressemitteilung – Hilfswerk missio überreicht Petition an Bundesregierung hier:

Irak: Heizöfen und Wasserboiler für Flüchtlinge in Dohuk

Durch die Einnahme von Mossul, der zweitgrößten Stadt des Irak, durch die islamische Terrororganisation ISIS Anfang Juni 2014 waren bereits etwa 500.000 Menschen in Nordirak auf der Flucht, darunter auch etwa 10.000 Christen, die zunächst in den umliegenden christlichen Ortschaften in der Niniveh-Ebene Qaraqosh, Tell Keif, Batnaya, Tell Usquf, Alqosh, Bartellah und Karamles Zuflucht gefunden haben. Einige sind bereits damals in die etwas entfernteren Orte Erbil und Dohuk geflohen.

Traumatisierte Kinder im Irak haben Zeichnungen ihrer Erlebnisse an die Wände gemalt. (Foto:CAPNI)

Traumatisierte Kinder im Irak haben Zeichnungen ihrer Erlebnisse an die Wände gemalt. (Foto:CAPNI)

Anfang August hat die ISIS, jetzt unter dem Namen IS (Islamischer Staat), überraschend auch die gesamte Niniveh-Ebene mit den genannten Dörfern überrannt. Die Bewohner haben über Nacht panikartig ihre Wohnungen verlassen müssen und sind Richtung Erbil und Dohuk geflohen, die meisten ohne irgendetwas mitnehmen zu können. Einige Familien sind auch in die etwas entfernter gelegenen Städte Kirkuk, Sulaymaniyya und Bagdad geflohen.

Flüchtlinge leben jetzt in Kirchen und Schulen

Archimandrite Emanuel Youkhana, Vorsitzender der Ökumenischen Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Nohadra - Iraq) mit Flüchtlingskindern im Irak (Foto: CAPNI)

Archimandrite Emanuel Youkhana, Vorsitzender der Ökumenischen Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Nohadra – Iraq) mit Flüchtlingskindern im Irak. (Foto: CAPNI)

Archimandrite Emanuel Youkhana, Vorsitzender der Ökumenischen Hilfsorganisation CAPNI (Christian Aid Program Nohadra – Iraq), wies bei seinem missio-Besuch in Aachen auf die weiterhin prekäre Situation der Flüchtlinge im Nord-Irak hin. Sie lebten in Kirchenhallen und Schulen, in denen der normale Schulbetrieb deshalb nicht mehr möglich sei. Allein 673 Schulen in Dohuk, im Norden Iraks, stünden Flüchtlingen als Unterkunft zur Verfügung. Neben den fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten sieht Youkhana im herannahenden Winter ein weiteres Problem. Niedrige Temperaturen, Regen, Frost und Schnee seien in den Wintermonaten im Nordirak keine Seltenheit. Deshalb werden warme Kleidung, Decken, Kerosin und Heizanlagen dringend benötigt. Auch Medikamente seien notwendig. Die Ökumenische Hilfsorganisation CAPNI unterstützt auch Jesiden, die ebenfalls vor IS flüchten mussten. Youkhana lobte ausdrücklich das Engagement der deutschen Kirche und verschiedener katholischer Institutionen, die im Irak Erste Hilfe leisteten. Gleichzeitig betonte er wie wichtig langfristig geplante Hilfsleistungen seien. Letztendlich müsse aber die „Wurzel des Konflikts“ beseitig werden.

Heizöfen und Wasserboiler gegen die Kälte des Winters

Die Not der Flüchtlinge im Irak ist sehr groß. Sie übernachten z.T. in Hallen oder unter freiem Himmel. (Foto:CAPNI)

Die Not der Flüchtlinge im Irak ist sehr groß. Sie übernachten z.T. in Hallen oder unter freiem Himmel. (Foto:CAPNI)

missio reagiert auf den Hilferuf und unterstützt den Kauf von Heizöfen und Wasserboilern für Flüchtlinge in Dohuk/Nordirak, sodass eine Winterhilfe für überwiegend christliche Flüchtlinge in der Provinz Dohuk an der Grenze zur Türkei sichergestellt ist. CAPNI hat in Kooperation mit örtlichen Gemeindepfarrern unterschiedlicher Konfession (chaldäisch, syrisch-katholisch, syrisch-orthodox, assyrisch) 500 Flüchtlingsfamilien identifiziert, die mit Heizungen und Kerosin sowie mit Boilern für Warmwasser versorgt werden sollen.

Die ökumenische ausgerichtete Hilfsorganisation CAPNI ist seit 1993 in der Region tätig und missio aus verschiedenen Projekten bekannt. CAPNI hat langjährige Erfahrung mit Nothilfe-, Sozial- und Pastoralprojekten im Nordirak.

missio möchte zusammen mit Ihnen dieses Projekt mit 49.200 Euro fördern. Bitte helfen Sie dabei:

» https://www.missio-hilft.de/de/sicher/spenden/?project=M%20319.000-14/002

Pakistan: Oberstes Gericht fordert Ermittlungsergebnisse zum Lynchmord an christlichen Eheleuten

Am 13. November fanden vor dem Presseclub in Lahore Proteste von Muslimen und Christen statt (Artikel zum Protest). Gemeinsam forderten Sie  Gerechtigkeit für den Lynchmord an den christlichen Eheleuten Shahzad Masih und Shama Bibi, die am 4. November in Kasur wegen angeblicher Blasphemie bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Knapp vier Wochen nach den Ereignissen fordert das Oberste Gericht in Pakistan nun von der Regierung umgehend einen Bericht zu den Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Mord (Fides). Ein Hoffnungsschimmer:

Das Gericht bat auch um aktuelle Angaben zur Umsetzung der Anweisungen vom Juni 2014 als das Oberste Gericht die Regierung zur Schaffung eines “Nationalen Rates für die Rechte der Minderheiten” und der Einrichtung einer „Task Force“ zum Schutz von Kultstätten aufforderte.

Pater James Channan und Maulana Abdul Khabir Azad in Pakistan. Christen und Muslime protestieren gegen den Lynchmord (Foto: missio/Channan)

Pater James Channan und Maulana Abdul Khabir Azad in Pakistan. Christen und Muslime protestierten am 13. November vor dem Presseclub in Lahore gegen den Lynchmord. (Foto: missio/Channan)

“Wir freuen uns über diesen Schritt”, so P. James Channan (op) vom “Peace Center” in Lahore zum Fidesdienst, “Es scheint ein erstes positives Ergebnis unseres gemeinsamen Engagements zu sein: um ein Eingreifen des Obersten Gerichts hatten christliche und muslimische Religionsführer gefordert, die sich unter anderem im Einrichtungen wie unserem Peace Center, URI, Minjahul Quran oder dem Rat der Ulama zusammenschließen und sich für Gereichtigkeit, Frieden und interreligiöse Harmonie einsetzen. Wir hoffen, dass es bald erste konkrete

Große Medienresonanz des Protestes vor dem Presseclub in Lahore am 13. November:  12 TV-Sender und lokalen Zeitungen berichteten über das Ereignis (Foto: missio/Channan)

Große Medienresonanz des Protestes vor dem Presseclub in Lahore: 12 TV-Sender und lokale Zeitungen berichteten über das Ereignis. (Foto: missio/Channan)

Maßnahmen geben wird, die die Sicherheit aller Bürger schützen, insbesondere der Christen und der Mitglieder anderer verfolgter Minderheiten in Pakistan”.
Unterdessen sollen die Angehörigen der Opfer von Kasur bedroht und dazu aufgefordert werden, keine weiteren gerichtlichen Schritte zu unternehmen. Auch Christen in umliegenden Dörfern werden bedroht: ein Christ aus Bhail berichtet von Spannungen in der Region und Feindseligkeit gegenüber Christen, nachdem die Polizei Häuser von Muslimen durchsucht und Verdächtige festgenommen hatte.
“Viele islamische Gläubige halten Christen für ‘Ungläubige’, die sie als untergeordnet betrachten, wo mit sie jede Art von Missbrauch rechtfertigen“, so der Anwalt Mushtaq Gill, „Manchmal äußern sich auch muslimische Politiker im Fernsehen in diesem Sinne. In einem zu 97% von Muslimen bewohnten Land sind Christen Opfer von Einschüchterungen und Übergriffen in einem Klima der Diskriminierung und des Hasses”. (PA)

Der gesammte Artikel wurde aus Fides 24/11/2014 übernommen.

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg: “Religionsfreiheit ist Menschenrecht”

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat in seiner Vollversammlung in Bonn-Bad Godesberg am 21./22. November 2014  zu weltweiter Solidarität mit bedrängten und verfolgten Christen aufgerufen. Dr. Gregor von Fürstenberg, missio-Vize-Präsident, hielt zum Thema “Religionsfreiheit ist Menschenrecht” eine Rede, die hier in voller Länge nachzulesen ist:

“Religionsfreiheit ist Menschenrecht”, sagt Papst Franziskus (Dr. Gregor von Fürstenberg)

Sehr geehrter Herr Präsident,

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg (Foto: missio).

missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg (Foto: missio).

sehr geehrte Damen und Herren,

auf der letzten ZdK-Vollversammlung im Mai in Regensburg, haben wir uns gemeinsam für die Freilassung der sudanesischen Christin Miriam Ibrahim ausgesprochen. Sie war zum Tode verurteilt, wurde zwischenzeitlich frei gelassen, ist geflüchtet, wurde wieder festgenommen und ist heute nach einer langen Odyssee wieder auf freiem Fuß und lebt in den USA. Ihr Mann Daniel und die beiden Kinder sind in Sicherheit und sie selber sagt: “Die Tortur ist vorbei”. Wir begrüßen ihre Freilassung.

Herzlich danke ich Ihnen allen, für Ihr Engagement in dieser Sache.

Das dies leider kein Einzelfall ist, haben wir ganz aktuell vor 14 Tagen in der Presse gelesen: In Lahore/Pakistan, töteten mehrere Menschen ein Ehepaar, das angeblich den Koran geschändet haben soll. Die Christen Shama und Shahzad Masih lebten mit ihrem sechsjährigen Sohn und ihrer vierjährigen Tochter in einer winzigen Hütte. Sie waren Arbeiter in einer Ziegelbrennerei. Die wütenden Nachbarn banden die Verletzten an einen Traktor und schleiften sie durch den Ort. Dann fuhren sie zu der Ziegelfabrik und warfen die leblosen Körper in den Brennofen. Angehörige der Ermordeten berichten, die Frau sei schwanger gewesen.

Die Freilassung von Miriam im Sudan und die deutschen Presseartikel über die Morde in Pakistan zeigen, meines Erachtens, vor allem zwei Dinge:

  1. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist heute auf der internationalen Agenda angekommen.
  2. Durch die genaue Beobachtung der Weltöffentlichkeit kann es sich keine Regierung und kein Staat mehr erlauben, Menschen aus religiösen Gründen egal welcher Glaubensrichtung und Konfession, zu benachteiligen oder Schlimmeres anzutun.

Bevor wir nun in einen Aktionismus abgleiten, scheint es mir wichtig, ein paar grundsätzliche Überlegungen, zum Thema “Religionsfreiheit” anzustellen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Der kritischste Punkt bei der Behandlung dieses Themas ist, meiner Meinung nach, hier bei uns in Deutschland, sich nicht in einer Ecke von Islamfeindlichkeit und Islamophobie zu bewegen oder sich von anderen in diese Ecke drängen zu lassen. Es geht nicht gegen eine andere Religion. Es geht um die Freiheit in der Religion. Dies ist mir besonders wichtig als jemand, der seit vielen Jahren im christlich-islamischem Dialog engagiert unterwegs ist.

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Nach Mord an zwei Christen in Pakistan: Proteste in vielen Städten

“Pakistanische Christen stellen sich heute die Frage: in was für einem Land leben wir?” (fides), berichtete Pater James Channan (OP) am vergangenen Mittwoch, einen Tag nach dem Mord an einem christlichen Ehepaar. Christen in ganz Pakistan protestieren seitdem in vielen Städten und fordern Gerechtigkeit. Die Erwartungen an die Regierung sind hoch. Erneut stellt sich die Frage nach dem Missbrauch der Blasphemiegesetze in Pakistan. Shahbaz Sharif, Regierungschef der Provinz Punjab, leitete eine Untersuchungskommission ein. Pater James Channan, unser WMS-Gast vergangenen Oktober, besuchte die Familie der Opfer und teilt hier seine Bilder und Gedanken:

I visited the family of Shazad and Shama in Clarkabad Village, Pakistan. They were burnt alive.

Portrait des ermordeten christlichen Ehepaars aus Pakistan (Foto: privat).

Portrait des ermordeten christlichen Ehepaars aus Pakistan. Shama (links) und ihr Mann Shahzad. (Foto: privat)

We were consoling the elder brother of Shahzad – the name of this brother is Shahbad.

Trost

There were 2 other Dominican priests with me: Fr Marcus Daniel OP and Fr Akhtar Naveed OP.

Pater James Channan und Akra Naveed bei der Familie der Opfer (Foto: James Channan).

Bei der Familie der Opfer (Foto: James Channan).

We also went to the graves where only a few burnt bones are buried.

Pater James Channan und Akta Naveed am Grab der Ermordeten (Foto: James Channan).

A lot of protests are going on in different cities of Pakistan. Let us see if justice will be done.

Christen protestieren in ganz Pakistan. Sie fordern Gerechtigkeit. (Foto: James Channan)

Für Shama und Shahzad: Christen gehen auf die Straße. Sie fordern Gerechtigkeit. (Foto: James Channan)

 

 

Pater James Channan zum Fall der totgepügelten Christen in Pakistan: “Where is justice?”

Vergangenen Dienstag (4. November) hat eine aufbegrachte Menschenmenge in Pakistan ein christliches Ehepaar wegen angeblicher Entweihung des Korans zu Tode gerpügelt und verbrannt. Die Christen in Pakistan sind traumatisiert und protestieren. Sie fordern Gerechtigkeit. Erneut stellt sich die Frage nach dem Missbrauch der Blasphemiegesetze. Pater James Channan (OP), Leiter des Friedenszentrums in Lahore, glaubt an den Interreligiösen Dialog in seinem Land. Immer wieder trifft er sich mit religiösen Führern der Muslime, um am Frieden zu arbeiten. Was dem christlichen Ehepaar widerfahren ist, hat ihn zutiefst schockiert. Gestern (5.11) fuhr er zu der Familie der Opfer und beschreibt in eigenen Worten, was er dort erlebte:

“This afternoon I went Clarkabad (home town of Shahzad) to visit the family of Shahzad (he is also known as Sajjad) and Shama – Christian couple who were burnt alive. What a tragedy and barbaric act of violence!

I went to Village named Clarkabad which at the distance to about 50 miles/ 80 Kilometers to the south of Lahore. Shahzad was from this Christian village and he was a brick kiln worker for the past 15 years – that to say from his childhood.

Die Christen in Pakistan sind traumatisiert. Sie bitten um Gebete für die Opfer, die Familie der Opfer und für alle Christan in Pakistan - damit sie diese schwierige Zeit durchstehen. (Foto: Hartmut Schwarzbach/missio)

Die Christen in Pakistan sind traumatisiert. Sie bitten um Gebete für die Opfer, die Familie der Opfer – insbesondere die Kinder – und für alle Christen in Pakistan, damit sie diese schwierige Zeit durchstehen. (Foto: Hartmut Schwarzbach/missio)

I met Shahbaz, elder brother of Shahzad  and couple of his other relatives. I consoled them, prayed and expressed my solidarity with them. I also went to the grave of Shahzad and Shama and offered prayers over there as well.  As you can imagine they were in grave shock and state of unbelief.

This couple was working in a brick killen of a wealthy Muslim man called Yousaf Gujjar and got loan of about Rs: 500,000 (US$ 5,000) which he was not able to pay. Shahzad promised that he will pay this amount but it will take some time. The owner developed grudge against Shahzad.

torture and humiliation

The familiy told me that  Mrs. Shahzad was accused of burning of the Quran which never happened. There was no sign or proof that such a thing ever happened. They told me it was a false accusation which were flared up by Yousaf Gujjar.

After accusation both were locked up in a room for two days. A mob of about 1,500 Muslims came and they tore the roof this room apart and dragged out and beaten them up. Their clothes were stripped and they were forced to walk naked around the brick killen, humiliated and slapped. After that both were thrown alive in the furnace of the brick killen. Their bodies were burnt alive in no time and all that was found in  the furnace were few bones which were buried in two graves in Clarkabad. I have seen the photos of bones and also visited the grave they were buried. I consoled the grieving family.

For your information this couple had 3 children 1 son 6 years old and 2 daughter aging 4 and 2 years. Shama was expecting baby and she was 4 months pregnant. So this unborn baby was also burnt along with her mother. In that case there were not 2 but 3 pernicious human beings burnt. This is very first incident of its kind in Pakistan.

Christian community in great trauma – Muslim community in state of shock

This terrible barbaric act has put the entire Christian community in a great shock and trauma. The Muslims community in general is also in a state of unbelief and shock and they are condemning this act and expressing condolences to Christians.

Christians feel extremely unsafe and vulnerable.  This is not the first time that poor Christians are punished under these laws without any trial or judgement.

There are  controversial blasphemy laws in Pakistan. Life imprisonment for the person who desecrates the Holy Quran and death penalty for that who defames the name of  the Prophet of Islam.

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Pakistan: Christliches Ehepaar wegen angeblicher Blasphemie totgeprügelt und verbrannt – Christen protestieren

Etwa zwei Prozent der pakistanischen Bevölkerung sind Christen. Damit zählen sie in der Islamischen Republik zu einer religiösen Minderheit und gelten als Bürger zweiter Klasse. In Beruf und Alltag sind sie religiösen Diskriminierungen ausgesetzt. Immer wieder berichten Medien über Blasphemievorwürfe gegen Christen. Solche Vorwürfe können zu Gefängnisstrafen oder gar zur Todesstrafe führen, die allerdings bis jetzt noch nicht vollstreckt wurde. Blasphemie in Pakistan ist ein hochsensibles Thema. Kritik daran kann selbst schon wieder zum Vorwurf der Blasphemie führen. In einem aktuellen Fall ist ein christliches Ehepaar in Pakistan der Koranschändung beschuldigt und von einem wütenden Mob zu Tode geprügelt und verbrannt worden. Das erregt derzeit weltweites Aufsehen. Der Vorfall illustriert den gefährlichen und willkürlichen Missbrauch der Blasphemiegesetze und die Bedrohung der Religionsfreiheit:

 (aus Fidesdienst – Original hier – übernommen):

“Wir stehen unter Schock und sind sehr besorgt. Pakistanische Christen stellen sich heute die Frage: in was für einem Land leben wir?

fragt Pater James Channan (OP), Leiter des Friedenszentrums in Lahore. “Die schreckliche und Barbarische Tötung eines christlichen Ehepaares wegen angeblicher Blasphemie ist eine Beleidigung der Justiz, der Menschenrechte, der Menschenwürde und der Zivilisation und verstößt gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien. Wir rufen heute in Lahore zu Protestkundgebungen auf, bei denen wir für Gerechtigkeit und Menschenrechte demonstrieren werden. Im Hinblick auf den Blasphemieparagraphen fordern wir das Eingreifen der Vereinten Nationen“, so Pater James Channan (OP) in einem Kommentar zum Mord an zwei christlichen Eheleuten, die im Distrikt Kasur (Punjab) bei lebendigem Leib verbrannt wurden (vgl. Fides 4/11/2014).

Bei der missio-Jahresaktion „Monat der Weltmission“ zu Pakistan besuchte Pater James Channan missio. Als Leiter des Friedenszentrums der Dominikaner in Lahore setzt er sich für den interreligiösen Dialog in Pakistan ein. (Foto: Hartmut Schwarzbach/missio)

Bei der missio-Jahresaktion „Monat der Weltmission“ zu Pakistan besuchte Pater James Channan missio. Als Leiter des Friedenszentrums der Dominikaner in Lahore setzt er sich für den interreligiösen Dialog in Pakistan ein. (Foto: Hartmut Schwarzbach/missio)

Lynchjustiz und Massenmorde

“Ich bin davon überzeugt, dass das Ehepaar sich nicht der Blasphemie schuldig gemacht hat. Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, dann gäbe es Verfahrensweisen, die respektiert werden müssen. Wir dürfen diese Art von Lynchjustiz und Massenmorde derer, die glauben, sie seien über die Gesetze erhaben, nicht akzeptieren. Mit dieser Forderungen wenden wir uns heute an die Regierung”, so Pater Channan. Denn “ähnliche Episoden der Gewalt, zu denen es bereits in der Vergangenheit kam (zum Beispiel in Gojra und Shantinagar) wurde keiner der Schuldigen bestraft. Straffreiheit führt zu weiterer Gewalt. Wir fordern, dass die Sonderkommission, die von der Regierung in Punjab ins Leben gerufen wurde, einen Bericht vorlegt und es eine exemplarische Strafe geben wird“, so der Ordensmann.

Demonstrationen für Gerechtigkeit – Forderung nach Prüfung des Blasphemieparagraphens

Den Demonstrationen in Lahore für Gerechtigkeit und Achtung der Legalität schließen sich zahlreiche christliche Gruppen und Vertretungen der Zivilgesellschaft an, die sich für den Schutz der Bürgerrechte einsetzen. “Wir werden das Eingreifen der Vereinten Nationen fordern, damit es zu einer Prüfung des Blasphemieparagraphen und dessen Instrumentalisierung kommt. Dafür ist eine sorgfältige und neutrale Analyse notwendig. Wir wünschen uns dass eine UN-Sonderkommission nach Pakistan kommt. Wollte dieses Gesetz nicht gestoppt und korrigiert werden, dann wird es weitere Zwischenfälle und Tragödien wie diese geben“.

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