Archiv für deutsch

missio gratuliert Bischof Joseph Arshad zum 25. Jubiläum

Bischof Joseph Arshad feierte im November sein 25. Jubiläum.

Bischof Joseph Arshad feierte im November sein 25. Jubiläum.

Joseph Arshad, Bischof von Faisalabad, feierte sein silbernes Jubiläum am 1. November in der St. Peter und Paul Kathedrale in Faisalabad. 100 Priester aus Faisalabad und benachbarten Bistümern nahmen an der Jubiläums-Messe teil. Mgsr. Francis Shaw, Erzbischof von Lahore und Bruder Benjamin Shahzad, Direktor des Christlichen King-Major Priesterseminars, Fr. Nadeem Francis und Fr. Pascal Paulus assistierten ihm am Altar. 150 Schwestern und 2.000 Gläubige haben an diesem Tag die Messe besucht. Korrespondet S. Sheeky berichtet von den Festivitäten.

Der Erfolg der Veranstaltung wäre ohne dieses Vorbereitungsteam nicht möglich gewesen: Generalvikar Fr. Kamran Taj, Fr. Patrick OP, Fr. Nadeem John, Fr. Zafar Iqbal, Fr. Pervaiz Gulzar, Fr. Francis Lazarus, Herr Francis Yousaf und Herr Farhan Lawrence und die Geschäftsführung der der diözesanen Caritas. Wir danken allen für ihre Unterstützung.

Die Zeremonie begann um 10.30 Uhr mit der Begrüßung des Bischofs. Die Sankt Joseph Schule eskortierte Bischof Arshad von dem Haupteingang der Kathedrale bis zu seinem Haus. Begleitet wurde der Weg von Trommeln, Glockenmelodien und Flöten. Als der Ehrengast inmitten des Klerus erschien, versammelten sich die Gläubigen vor dem Eingang zum Bischofshaus, um Bischof Arshad zu begrüßen. Danach wurde der Prälat zu der feierlichen Messe in der Kathedrale geleitet. Nach der Begrüßungshymne, führte Fr. Aftab James Paul in die Feierlichkeiten ein. Er erzählte von den Errungenschaften von Bischof Arshad und lud die Menge ein, für ihn zu beten. Nach einem kurzen Moment der Stille wurde die Eucharistie gefeiert. Dazu sang ein Chor und erzeugte damit eine himmlische Atmosphäre.

Bischof Joseph Arshad erzählte aus seinem Leben. Er erklärte wie Gebet und Beharrlichkeit ihm bei seinem Weg geholfen haben. Er erklärte, dass Ausdauer, Gebet und harte Arbeit in Erfolg resultieren. Er bat die Anwesenden für ihn zu beten, damit er seine Mission, dem Herrn und Seinem Volk zu dienen, bis zu seinem Ende durchhält.

Vor der letzten Segnung verlas Fr. Pervez Emmanuel Nachrichten vom Heiligen Vater höchstpersönlich und von Bischof Theodore Mascarenhas, dem Generalsekretär der indischen Bischofskonferenz. Im Auftrag von Bischof Arshad bedankte sich Rev. Kamran Taj bei allen für die Vorbereitungen des Silberjubiläums.

Der Direktor der NCJP (National Commission for Justice and Peace), Cicil Shance Chaudhary, sagte: „Zuerst möchte ich seiner Exzellenz Dr. Joseph Arshad, Bischof von Faisalabad für seine Arbeit in den letzten 25 Jahren danken. Es ist ein großer Moment für seine Gemeinde, die Kirche und uns, seit wir ihn als Vorsitzenden der NCJP haben. Jemanden, der in den letzten Jahren nicht nur seinen Leuten gedient hat, sondern sich auch als vatikanischer Diplomat bewiesen hat. Seine Visionen und seine Beratung ist eine Quelle der Ermutigung für das Team und wie wünschen ihm noch viele weitere Jahre, in denen er seinen Leuten und dem Herrn dienen kann.“

Shahid Anwar, diözesaner Koordinator bei der nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden Faisalabad sagte: „Ich gratuliere seiner Exzellenz Bischof Dr. Joseph Arshad zu seinem Jubiläum und bete, dass Gott ihn für seinen weiteren Weg segnet. Seit seiner Priesterweihe empfand ich Bischof Arshad als sehr diszipliniert und engagiert. Als Vorsitzender der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden hat er die Kommission mit göttlicher Weisheit und diplomatischen Fähigkeiten geführt. Er hat sehr gute Managerqualitäten und glaubt Teamwork. Er wünscht sich, dass die Diözese Faisalabad als vorbildliche Diözese in Pakistan gilt. Deswegen arbeitet er Tag und Nacht an diesem Traum. Und ich glaube, dass dieser Wunsch eines Tages mit viel Hingabe und harter Arbeit in Erfüllung geht.“

Botschaft des Friedens nach der Befreiung von Karakosch

2010-06-16 Erzbischof Casmoussa (1)Nach der Befreiung der Stadt Karakosch im Norden des Iraks, erreichte uns eine Botschaft von Basile Georges Casmoussa. Er ist syrisch-katholischer Geistlicher und Kurienerzbischof Emeritus von Mossul.

Freunde von Karakosch und alle Christen in der Mossul-Ninive Region: dies ist eine Botschaft des Friedens, der Freude und der Hoffnung!

Endlich konnte Karakosch befreit werden. Ein Schrei der Freude, des Friedens und der Hoffnung erklingt auf der Welt! Wir danken der mutigen Armee, muslimischen, christlichen, arabischen, kurdischen, schiitischen, sunnitischen Männern dafür, dass Karakosch befreit wurde.

Am 22. Oktober 2016, sind die Kämpfer, mit ihrer irakischen Flagge, in die verlassene Stadt ihrer Kinder zurückgekehrt. Wir sehen das Bild eines tapferen Soldaten, der gerührt ist und nach langer Zeit endlich seinen Fuß auf heimatlichen Boden setzen kann. Wir sehen das Bild eines anderen Soldaten, der seine Waffe auf seiner Schulter trägt, das Eingangstor der Kirche küsst, die er als Kind besucht hat. Wir sehen das Bild einer Offiziersgruppe, die vor dem Alter der Kirche steht  und das Ave Maria „Shlama ellakh Maryam” in ihrer Muttersprache mit einem aramäischen Dialekt noch aus christlicher Zeit spricht.

Oder wir sehen das Bild eines jungen Priesters, der die Glocken der Kirche von Bartella, einer anderen Stadt in der Ninive-Ebene, erklingen lässt.

Diese Bilder sollen für immer in Erinnerung bleiben. Meine Botschaft ist eine Botschaft der Dankbarkeit, auch an die Kurden, die uns während dieser schwierigen Zeit Zuflucht gewährt haben und diejenigen, die uns auf anderem Wege geholfen haben. Danke für die Befreiung von Mossul, Bartella, Mar Behnam, Karamless, Telkeif, Batnaya, Bashiqa, Telleskof, Bakofa – Danke für die Befreiung der Ninive-Ebene.

Meine Botschaft ist eine Botschaft der Dankbarkeit an all unsere Freunde, unbekannte Männer und Frauen auf der ganzen Welt, die uns durch ihre Solidarität unterstützt haben, seit dem Beginn des Krieges bis heute. Dazu gehören die humanitäre Hilfe, der Bau von Schulen, Kirchen, Häusern und Krankenhäusern und der Besuch von Persönlichkeiten verschiedener NGOs aus Europa, Amerika und Australien.

Das Kapitel des Wiederaufbaus, des Zusammenlebens in Harmonie und Solidarität hat begonnen: zwischen Christen und Muslimen, Kurden, Arabern, Shabaks, Jesiden, Kakais und Mandais… mit Respekt, Vielfältigkeit und geltenden Rechten. Alle von ihnen haben die gleiche Wertigkeit, die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten!

Hallelujah!

Basilios Georges CASMOUSSA                                                                                      Kurienerzbischof Emeritus von Mossul

Christliche Stadt Batnaya in der Nähe von Mossul wurde befreit

Die Stadt Bataya, in der viele Christen leben, konnte bereits vom IS befreit werden.

Die Stadt Batnaya, in der viele Christen leben, konnte bereits vom IS befreit werden.

Die Offensive gegen Mossul dauert an. Zwar sind die irakischen und kurdischen Einsatzkräfte während der letzten Tage weit ans Zentrum der Stadt vorangerückt, doch die IS-Kämpfer nutzen neue Strategien, um die Offensive abzuhalten noch näher zu kommen. Nabil A. Nissan, Direktor der Caritas Irak, berichtet über die aktuelle Lage im Irak.

Die irakische Armee und die kurdischen Einsatzkräfte rücken aus fünf verschiedenen Richtungen weiter zum Zentrum von Mossul vor. Bis jetzt sind über 30 Städte und Dörfer in der Umgebung um Mossul befreit worden. Darunter waren auch sechs christliche Städte:

 

Region Position Bevölkerungszahl vor 2014 (Besetzung durch den IS)
Qaraqosh 27 km von Mossul entfernt 60 000 Personen
Bartilla 22 km von Mossul entfernt 30 000 Personen
Karamless 24 km von Mossul entfernt 8000 Personen
Batnaya 15 km von Mossul entfernt 2000 Personen
Bakofa 20 km von Mossul entfernt 1500 Personen
Telluskuf 25 km von Mossul entfernt 5000 Personen

 

Die Einsatzkräfte dringen weiter vor, obwohl der Widerstand wächst. Einige von ihnen sind schon drei Kilometer von Mossul entfernt. Die IS Kämpfer halten die irakischen Kräfte hin und hindern sie durch Autobomben und Minen daran, schneller vorrücken zu können. Die IS-Kämpfer bauen außerdem Tunnel um flache Ebenen, die einen Angriff seitens der irakischen Armee vereinfachen würden, zu vermeiden.

Die Stadt Batnaya nach ihrer Befreiung.

Die Stadt Batnaya nach ihrer Befreiung.

Eine neue Taktik ist die als Geisel genommenen Zivilisten als Schutzschild zu benutzen. Letztens haben sie 6000 Menschen gefangen genommen – die meisten davon Frauen und Kinder.

Viele Gebäude wurden während der Kämpfe stark beschädigt.

Viele Gebäude in Batnaya wurden während der Kämpfe stark beschädigt.

Die Kampfmaßnahmen haben zur Folge, dass rund 7000 Familien flüchten mussten. Die meisten davon sind zurzeit in staatlichen Camps, die sich in sicheren Gebieten um Mossul herum befinden.

Bei IS-Angriff auf Kirkuk 71 Mädchen aus katholischem Studentenwohnheim gerettet

Mirkis

missio-Projektpartner Mgsr. Yousif Thomas Mirkis ist seit 2014 Chaldäischer Erzbischof vom Erzbistum Kirkuk-Sulaimaniya.

Bei den Kämpfen gegen den sogenannten “Islamischen Staat” im Nord-Irak haben die Terroristen die Stadt Kirkuk angegriffen. Dabei kamen auch Einrichtungen von missio-Projektpartner Monsignore Yousif Thomas Mirkis, Chaldäischer Erzbischof des Erzbistums Kirkuk-Sulaimaniya, unter Beschuss. 71 Mädchen konnten wie durch ein Wunder gerettet werden. Hier berichtet er über den Angriff.

Aus dem Französischen übersetzt von Katrin Krips-Schmidt

In der Nacht vom Donnerstag, den 20. Oktober, auf Freitag, den 21. Oktober2016, wurde die Stadt Kirkuk im Irak von einer bedeutenden Gruppe von Terroristen (Daesh) angegriffen, die auf das Gouvernorat und die Gebäude der Polizei und der Sicherheitskräfte abzielten. Doch angesichts des starken Widerstands der Sicherheitstruppen flüchteten sich die Terroristen in die umliegenden Häuser.

Unter diesen Bauwerken, die das Gouvernorat umgeben, befand sich der Konvent der Dominikanerinnen der heiligen Katharina von Siena sowie vier Häuser, in denen unser Bischofsamt Universitätsstudenten untergebracht hatte. Unsere Erzdiözese der Chaldäer nimmt ja seit drei Jahren geflüchtete Schüler unseres irakischen Volkes sowie aus allen Denominationen auf: Christen (nicht nur Chaldäer!), Jesiden, Muslime sowie Sabäer – bis jetzt sind es mehr als 500 Studenten und Studentinnen, die aufgenommen wurden.

In diesen vier Häusern gab es 71 Studentinnen, die sich darauf vorbereiten, Universitätskurse in verschiedenen Studienrichtungen an den dreizehn Fachbereichen zu beginnen, die an der Universität von Kirkuk angeboten werden.

So sah das Studentenwohnheim der chaldäischen Kirche im nord-irakischen Kirkuk nach dem Angriff der Terroristen des sogenannten "Islamischen Staates" von außen aus. Foto: missio / Mirkis

So sah das Studentenwohnheim der chaldäischen Kirche im nord-irakischen Kirkuk nach dem Angriff der Terroristen des sogenannten “Islamischen Staates” von außen aus. Foto: missio / Mirkis

Wir haben einen Mitarbeiter, der sich um die Studenten und die vertriebenen Menschen in der Diözese kümmert, nach den Geschehnissen befragt, worauf er folgendes zur Antwort gab: „Am Morgen des Freitags (21. Oktober), bemerkten die Studentinnen, dass Leute an den Häusern hochkletterten, sich in den Gärten aufstellten und anfingen, zum muslimischen Gebet aufzurufen. Eine Studentin hat einen der mit einem Sprengstoffgürtel stark bewaffneten Männer sogar fotografiert. Wir haben die Sicherheitskräfte über den Ernst der Lage benachrichtigt. Die Studentinnen sind den ganzen Tag über angsterfüllt in den Häusern ohne Strom bis zum Abend geblieben, als der Sturmangriff durch die irakischen Spezialeinheiten unternommen wurde, doch das Trommelfeuer war in allen Richtungen derart heftig, dass sie nicht befreit werden konnten. Ich habe einen Plan für die Rettung der Mädchen des ersten Hauses gemacht – sie waren zu vierzehnt – und das trotz der Scharfschützen auf den Nachbardächern. Dann sind wir um 2:00 Uhr morgens zurückgekehrt, um die zweite Gruppe Mädchen zu retten, die zu siebent waren. Doch das Gefährlichste war, dass sich vier Terroristen bereits im selben Haus befanden, in dem sich die sieben Mädchen in einem angrenzenden Zimmer versteckt hatten. Während die Terroristen aßen und tranken, sind die Mädchen unter den Betten geblieben, und der Herr hat die Terroristen geblendet. Da ich mit dem Handy mit den Mädchen in Kontakt war, ging ich das Risiko ein und bat sie, barfuß an die Mauer an der Rückseite des Hauses hinauszukommen, von wo wir sie nacheinander abholen wollten. Das musste innerhalb einer Minute passieren, und so geschah es auch. Die Mächte, die mit mir waren, waren von beispielhafter Energie und vorbildlichem Mut. So sind im Dunkel der Nacht und trotz der Schüsse, die unablässig um uns herum fielen, alle gerettet wurden.

Mehr lesen

Warnung vor Racheakten im Irak und Aufruf zur Wiederversöhnung nach der Offensive gegen den IS

Pater Jens Petzold hilft seit vielen Jahren Flüchtlingen, die wegen des Krieges im Irak Zuflucht und Schutz suchen.

Pater Jens Petzold hilft seit vielen Jahren Flüchtlingen, die wegen des Krieges im Irak Zuflucht und Schutz suchen.

Rund zwei Millionen Muslime, die meisten davon Sunniten, haben Schutz in der kurdischen Region des Iraks gefunden. In den nächsten Monaten wird noch eine weitere Million Sunniten wegen der Offensive gegen den IS in Mossul in diese Region fliehen müssen. missio-Projektpartner Pater Jens Petzold berichtet von der Situation vor Ort. 

Menschen müssen vor den Angreifern fliehen, die ihrer eignen Religion angehören. Vergleichen kann man die Situation mit dem ersten Weltkrieg als die zwei großen katholischen Nationen, Italien und Österreich, einen blutigen Krieg führten.

Die Zivilbevölkerung, die in Mossul geblieben ist, folgt nicht zwangsläufig den Überzeugungen des IS. Wenn diese Menschen nicht unmittelbarer Bedrohung ausgesetzt sind oder waren, bleiben sie in ihren Häusern und ihrem Eigentum. Mit der Wiedereroberung Mossuls könnten sie aber in großer Gefahr sein. Wir fragen uns warum die Menschen sich geweigert haben gegen den IS zu kämpfen. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir normalerweise nicht ideologisch sondern pragmatisch handeln. Wir sind bereit dazu ein Teil unserer Freiheit aufzugeben, wenn wir im Austausch ein „normales“ Leben führen können.

Unsere Aufgabe ist es im Moment die Opfer und Betroffenen aufzufangen und zu versorgen. Natürlich müssen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, jedoch können die Opfer des Krieges nicht durch Bestrafung wieder zum Leben erweckt werden, deswegen ist die Wiederversöhnungsarbeit von zentraler Bedeutung für die Zukunft des Landes. Gerechtigkeit, die eigentlich Rache ist, würde der Logik des IS folgen. Bei so einem Verständnis von Gerechtigkeit gibt es keinen Platz für Wiederversöhnung. Auch wenn wir eine Art Befriedigung durch die Bestrafung der Schuldigen empfinden würden, würde das dem Prozess der Wiederversöhnung nicht helfen. Wenn wir gemeinsam für eine Zukunft Iraks und Syriens arbeiten wollen, müssen wir den Weg der Vergebung gehen.

Als Christen wissen wir, dass Wiederversöhnung nicht durch bloßes Vergessen geschieht. Vergebung und Wiederversöhnung geschehen dadurch, dass sich die Bevölkerung des Leids und Schmerzes bewusst wird. Es ist ein schwieriger Weg von den Opfern des Krieges zu verlangen, dass sie ein friedliches Leben mit ihren Angreifern führen. Dies ist nicht nur ein schwieriger Schritt für die Opfer, sondern auch für diejenigen, die Schuld am Krieg tragen. Sie müssen sich ihren Taten stellen und die Vergebung akzeptieren.

Seitdem das Christentum großen Wert auf die Wiederversöhnung, die auf dem religiösem Glauben basiert, legt, können die Christen im Mittleren Osten viel für den Irak und Syrien tun. Mit der Hilfe der Christen weltweit, können die Christen des Mittleren Ostens Kraft und Mut für die Wiederversöhnungsarbeit ihres eigenen Landes schöpfen.

Hilfsorganisationen bauen Lager auf, um künftige Flüchtlinge zu empfangen. Es wird geschätzt, dass ca. 750.000 bis 1,5 Millionen (größtenteils sunnitische) Flüchtlinge in die kurdische Region des Irak im Zuge der Mossul-Offensive fliehen werden. Zum ersten Mal werden diese Camps geschlossen sein. Wer dort aufgenommen wird kommt dort vorerst nicht wieder raus. Dies aus zwei Befürchtungen heraus.

1. Weil diese Menschen unter IS in den besetzten Gebieten geblieben sind, wird ihnen vorgeworfen Kollaborateure zu sein. Ergo sind Vergeltungsschläge von anderen Vertriebenen und von Kurden möglich also müssen die Lager geschützt werden.

2. Vermutet man, dass neben Deserteuren vom IS auch Schläferzellen mit in die Lager sich einschleusen. Deshalb möchte man erst einmal die Identität von den neuen Vertriebenen abklären bevor man sie in das Kurdische Territorium lässt.

Ich hoffe sehr, dass diese Lager und die Kampfhandlungen sehr genau beobachtet werden, da durch die Wut, die sich in den letzten Jahren gegen den IS angesammelt hat, die Gefahr der Kriegsverbrechen der “Guten” sehr hoch ist.

Aleppo wird nach wie vor bombardiert. Die meisten Opfer sind Zivilisten.

Ich bitte Sie darum für die Ärzte und Helfer, die immer noch in der belagerten Stadt sind zu beten.

Ich bitte Sie darum für die syrische und irakische Bevölkerung zu beten.

Ich bitte Sie darum für Einsicht, die die Spirale der Gewalt beenden kann, zu beten.

Zum Schluss möchte ich Sie darum bitten für die Kämpfer, Soldaten und die militärischen Führer zu beten, auf dass sie inmitten der Kämpfe die Stärke besitzen moralisch richtige Entscheidungen zu treffen.

 

 

Aktuelle Lage im Nord-Irak

Noch wird Mossul von der Terrormiliz IS beherrscht, doch kurdische Kämpfer und die irakische Armee rücken immer weiter vor. Missio-Projektpartner Pater Emanuel Youkhana fasst die Situation vor Ort zusammen.

Die irakische Armee und kurdischen Peschmerga-Kämpfer kommen der Stadt Hamdaniya immer näher. Hier leben die meisten Christen des Landes. Vor der Besetzung durch den IS waren es 50.000 Menschen, die hier lebten. Die Truppen konnten bereits den Abschnitt auf der Hauptstraße zwischen Hamdaniya und Bartella, die nach Mossul führt, wiedergewinnen. Die Luftangriffe und der Beschuss sind abgeklungen. Wir hoffen, dass Hamdaniya und Bartrella bald befreit werden können. Wir hoffen ebenfalls, dass ein weiterer Einsatz Bashiqa befreien kann. Insgesamt konnten heute 200 km² von den IS-Gruppen befreit werden.

Wir befürchten aber nun, dass der IS die Infrastruktur, die Kirchen und weitere öffentliche und private Grundstücke zerstören wird.

Die Peshmarga-Kämpfer und die irakische Armee befinden sich zurzeit in Nineveh Plain, 10 km von Mossul entfernt. 35 km südlich von Mossul befindet sich die irakische Armee. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Befreiungskampf um Mossul nicht beginnt, bevor nicht alle Kräfte in der Nähe von Mossul sind (sowohl im Norden als auch im Osten und Süden). Im Westen gibt es keine Einsätze, da durch dieses Gebiet der Fluchtweg des IS nach Syrien führt. Viele Theorien besagt, dass dieser Weg absichtlich nicht mit Einsatzkräften besetzt ist. Wenn die IS-Kämpfer über diesen Weg fliehen sollten, könnten sie nämlich durch Luftangriffe angegriffen werden.

Die Defensive seitens des IS ist schwächer als gedacht. Sie begehen Selbstmord, legen Autobomben und bombardieren die Straßen, damit das Militär nicht vorankommt. Wir denken nicht, dass der IS in der Umgebung um Mossul herum kämpfen wird, eher im westlichen Teil der Stadt.

Masoud Barzany, Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, besuchte die Frontlinie in Khazir. Während einer Pressekonferenz lobte er die gute Zusammenarbeit zwischen den Peshmarga-Kämpfern und der irakischen Armee.

Wir erwarten eine Massenflucht aus Mossul während der nächsten Tage. Sobald die Truppen vorrücken. Die UN und die irakische Regierung klagen außerdem über den Mangel an Versorgungsequipment.

Lasst uns für die unschuldigen Menschen beten und darauf hoffen, dass dieses dunkle Kapitel der Geschichte bald ein Ende findet.

Solidaritätsaktion für Jacques Mourad

Father Jacques Mourad war in Gefangenschaft des Islamischen Staates. Er glaubt, dass ihn sein lebenslanger Einsatz für den christlich-muslimischen Dialog gerettet hat. Dabei wurde er auch unterstützt von zahlreichen Botschaften von Menschen aus Deutschland, die ihm durch missios Solidaritätsaktion Mut zusprechen. Machen auch Sie mit!

Rund 300 Solidaritätskarten für Jacques Mourad haben uns bereits erreicht.

1. Father Jacques, was möchten Sie den Menschen sagen, die Ihnen diese ermutigenden Worte geschrieben haben?

Ich bin von der Anteilnahme und der Solidarität sehr gerührt und möchte mich für die Idee bedanken. Ich danke unseren Freunden, die für mich gebetet haben. Dank Euch und wegen eures Gebets kann ich heute hier sein – nicht nur ich, sondern auch 250 weitere Menschen, die vom IS in Gefangenschaft genommen wurden. Dank Euch konnten wir gerettet werden. Danke.

2. Wie wichtig ist den Menschen in Syrien diese Solidarität – sowohl die materielle Hilfe wie auch die Solidarität im Gebet?

Das ist ein großes Rätsel. Die Kirche ist auf der ganzen Welt eine große Gemeinschaft. Die Tatsache, dass viele Menschen die Gottesdienste besuchen, sich die Zeit nehmen, um für das syrische Volk zu beten, für dieses Land das unter Krieg leidet, dafür möchten wir ihnen großen Dank spenden. Das ist eine enorme Unterstützung für uns.

Gleichzeitig möchte ich sagen, dass uns die europäischen Völker materiell geholfen haben. Dank der materiellen Hilfe haben diese Menschen etwas zu essen. Sie haben kein Geld, sie haben keine Arbeit, durch die europäische Unterstützung konnten diese Menschen überleben. Außerdem möchte ich mich für die medizinische Versorgung bedanken. Im Krieg leiden viele Menschen unter psychologischem Druck und physischen Krankheiten. Sie sind erschöpft und auf medizinische Hilfe angewiesen. Durch die Unterstützung Europas waren sogar schwierige Operationen möglich, ohne die die Kranken nicht überlebt hätten.

3. Was können die Menschen und die Politik in Deutschland für Syrien und den Nahen Osten tun?

An dieser Stelle möchte ich noch einmal dem deutschen Volk und der deutschen Regierung danken. Ich möchte mich dafür bedanken, dass sie die Menschen hier in Empfang genommen haben. Es war ein herzlicher und familiärer Empfang. Viele der Flüchtlinge, die ich hier in Deutschland besucht habe, haben mir erzählt, dass sie herzlich aufgenommen wurden. Der Regierung möchte ich dafür danken, dass sie viele Menschen gerettet hat, die vor dem Tod im Krieg geflohen sind. Ich bitte darum „Helfen Sie dem syrischen Volk, sodass wieder Frieden herrschen kann. Unternehmen Sie alle möglichen Anstrengungen, damit die Welt versucht diesen Krieg zu beenden.“

4. Was kann missio tun?

Das, was missio gemacht hat, ist enorm. Wir tragen einen großen Dank mit uns. Alles was ihr für uns getan habt und immernoch tut – danke dafür und macht weiter so. Wir sind auf eure Hilfe und Freundschaft angewiesen. Wir sind auf eure spirituelle und materielle Hilfe angewiesen.

5. Was sagen Sie den Menschen in Deutschland, denen es schwerfällt, Flüchtlinge aufzunehmen und Angst vor dem Fremden und dem Islam haben?

Ich sage ihnen das, was Jesus einst sagte: „Hab keine Angst, meine kleine Herde!“ Wenn wir die Boten Christi sind, wenn wir die Boten des Evangeliums sind, sind wir dazu eingeladen die Weisungen des Herrn zu befolgen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Christi zu verwirklichen. Wir sind dazu eingeladen die Weisungen Gottes im Hier und Jetzt zu konkretisieren. Muslime sind nicht unsere Feinde, sie sind unsere Brüder, daran sollten wir uns erinnern. Nicht alle Muslime sind radikale Islamisten oder Fundamentalisten – das sollten wir nicht vergessen. Wir sollten dazu beitragen, dass die Liebe Gottes zur Wirklichkeit wird. Habt keine Angst vor Herausforderungen, die Liebe Gottes wird alle Menschen retten.

Machen auch Sie mit bei der Solidaritätsaktion für Fr. Jacques Mourad!